Die Innenstädte brauchen Angebote

Markt / 23.11.2015 • 19:43 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Bernd Bösch ist überzeugt, dass Innenstädte Vielfalt brauchen. Das Bild zeigt die Schulgasse.

Bernd Bösch ist überzeugt, dass Innenstädte Vielfalt brauchen. Das Bild zeigt die Schulgasse.

Bernd Bösch wünscht sich in Sachen Messe­park eine Entscheidung: Situation für alle Seiten unbefriedigend

Dornbirn. (cro) Dornbirn als der wichtigste und leistungsstärkste Handelsstandort in Vorarlberg verfügt über ein großes Potenzial. Die Studie zur Entwicklung des Einzelhandels sieht für die Stadt Dornbirn für das Jahr 2020 Verkaufsflächen im Ausmaß von 13.000 bis 16.000 Quadratmeter vor. Dabei wird neben der qualitativen Weiterentwicklung des Einkaufszentrums Messeparks vor allem auf innerstädtische Entwicklungsprojekte verwiesen. Doch die hängen nach wie vor in der Warteschleife fest. Denn die Verhandlungen mit den Anrainern sind zäh. Ob also im kommenden Jahr die Neugestaltung der westlichen Innenstadt samt der Erweiterung der Fußgängerzone im Bereich der unteren Schulgasse in Angriff genommen wird, bleibt auch weiterhin offen. Doch für die Geschäfte und Handelsbetriebe in der Innenstadt ist eine Weiterentwicklung in diesen Bereichen wichtig und wünschenswert.

Herr Bösch, wie empfinden Sie die aktuelle Situation in Dornbirn?

Bösch: Ich kann mit der aktuellen Situation gut leben und habe das Gefühl, dass Dornbirn für ein Geschäft ein guter Standort ist. Es gibt eine hohe Frequenz, das merke ich, wenn ich den Serviettenständer hinausstelle. Die Leute nehmen im Vorbeigehen gerne etwas mit. Aber ich vertrete auch die Meinung, dass es eine Entscheidung der Raumplanung zur Entwicklung der Innenstadt braucht. Konzepte von Einkaufszentren am Ortsrand sind meiner Meinung nicht mehr zeitgemäß.

Sie sprechen damit die Erweiterungspläne des Messeparks an, die nach wie vor offen sind. Würde eine Entscheidung, wie auch immer sie ausfällt, auch Vorteile mit sich bringen?

Bösch: Innenstädte brauchen eine Vielfalt im Angebot, um attraktiv zu sein. Dornbirns Innenstadt leidet daher unter der ungeklärten Situation, was den Messepark anbelangt. Denn Geschäfte werden sich wieder ansiedeln, wenn sie konkrete Informationen haben. Und so lange wird nichts vorwärtsgehen und sich nichts entwickeln.

Bedrohung gibt es aber nicht nur durch neue Handelsflächen, sondern auch durch den steigenden Onlinehandel?

Bösch: Kunden kaufen niemals nur in einem Geschäft, sondern überall. Bei Ikea beispielsweise wird der anspruchsvolle Konsument keine mundgeblasenen Gläser finden. Das ist bei den günstigen Preisen auch nicht möglich. Der Fachhandel hingegen ist beratungsintensiv, denn wer bereit ist, einen hohen Preis zu bezahlen ,will auch wissen, warum. Und genau da liegt unsere Stärke. Ich bin ein überzeugter Fachhändler und konzentriere mich auf meine stationären Geschäfte. Derzeit fahre ich gut damit.

Sie sind Mitglied der Werbegemeinschaft inside Dornbirn. Welche Vorteile genießen Sie?

Bösch: Inside ist sehr aktiv. Vor allem die Veranstaltungen wie die Lange Einkaufsnacht haben mir sehr gut gefallen. Das macht die Innenstadt attraktiv und bringt Kunden. Auch die Gutscheine sind eine Supersache. Im letzten Jahr wurden über eine Million verkauft. Das ist ein Umsatz, der den Geschäften zugute kommt.

Parkgebühren sind ein Nachteil für den Einkaufsstandort. Sehen Sie das auch so?

Bösch: Ich glaube, dass es generell eine Regelung in Sachen Parken braucht. Derzeit versuchen wir mit Parkmünzen, die wir an unsere Kunden verteilen, eine Chancengleichheit zu Einkaufszentren und ihren Gratisparkplätzen zu schaffen. Das ist auch eine Aktion der inside. Außerdem wäre es schön, wenn bei Übertretungen, z. B. der Parkdauer, eine gewisse Großzügigkeit herrschen würde.

Kunden kaufen niemals nur in einem Geschäft, sondern überall.