Promis würden bei Bösch kaufen

23.11.2015 • 18:43 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Aufwendig produzierte Teller aus exklusiven Manufakturen sind bei Bernd Bösch in Dornbirn und in Lustenau erhältlich.  Fotos: VN/Steurer
Aufwendig produzierte Teller aus exklusiven Manufakturen sind bei Bernd Bösch in Dornbirn und in Lustenau erhältlich. Fotos: VN/Steurer

Bernd Bösch führt seine Geschäfte mit großer Leidenschaft und hohem Anspruch an Qualität.

Dornbirn. (cro) Ob für Freunde oder für die Familie, zum Geburtstag, zu Weihnachten oder einfach nur so: An einem schön gedeckten Tisch schmeckt das Essen gleich doppelt so gut. Doch es geht dabei nicht nur um Genuss. Wenn Menschen sich zum Essen an einen Tisch setzen, passiert mehr, als auf den Tellern sichtbar ist. Zusammen am Tisch zu sitzen, zu essen und miteinander zu reden schafft Gemeinschaft und stärkt das Gefühl der Zusammengehörigkeit. Umso wichtiger ist es gerade auch im Alltagsstress, das Wir-Gefühl bei Tisch zum Ritual werden zu lassen.

Gelebte Tischkultur

Dieses neue Bewusstsein spürt auch Bernd Bösch. „Der Kreis derer, die Wert auf gutes Geschirr legen, wird größer“, stellt der Inhaber von Bösch Tisch+Küche fest. „Da darf ein Teller schon auch mal 100 Euro kosten.“ Der 54-jährige Geschäftsmann greift nach einem Teller der Manufaktur Hering, der im schlichten Weiß gehalten ist und lediglich eine ringförmige Struktur am Rand aufweist. Was den hohen Preis rechtfertigt, ist auf den ersten Blick nicht ersichtlich. Wer das edle Teil jedoch in Händen hält, merkt sofort, das hat Gewicht. „Biskuitporzellan“, folgt unmittelbar die Erklärung, die auch sofort neue Fragen aufwirft. Biskuit – dass kennen die meisten als süße Köstlichkeit zum Nachmittagskaffee. Als Werkstoff zur Porzellanherstellung ist es jedoch weitgehend unbekannt. „Stimmt“, sagt Bösch, „die Manufaktur Hering war die erste, die sich dieses Material auf die Töpferscheibe holte.“ „Es zeichnet sich durch seine besondere Härte aus“, nennt er den Grund für das Gewicht und wird dann ganz zum Verkäufer: „Funktionalität steht im Vordergrund, daher ist das Geschirr spülmaschinenfest, und die Teile der einzelnen Kollektionen sind flexibel miteinander kombinierbar.“ Viele Vorteile, die längst auch Promis wie Simon Rattle oder auch Nicole Kidman zu schätzen wissen. Sie stehen auf das Porzellan.

Tradition seit 1902

Von Anfang an hat Bernd Bösch auf Hochwertiges, sowohl was das Material als auch das Design betrifft, gesetzt – und dieses Bekenntnis zum hochpreisigen Sortiment bis heute beibehalten. Die Königliche Porzellanmanufaktur (KPM), Rosenthal, Alessi, aber auch Ritzenhoff, de Buyer oder Rösle sind allesamt Marken, die für Qualität stehen. Diese Artikel verkörpern den Anspruch, den der designaffine Vorarlberger hat. Der Lustenauer weiß das zum einen, weil er nach dem Abschluss der Handelsakademie mit einem Architekturstudium begonnen hat, zum anderen aus seinem eigenen Sinn für Ästhetik heraus. Und wer vom Chef persönlich beraten wird, merkt schnell, wie viel Leidenschaft und auch Authentizität in ihm steckt. Daher ist sein Entschluss, das Studium zu lassen und das elterliche Unternehmen weiterzuführen, bis heute nachvollziehbar. Auch wenn der damals 23-jährige Student nicht damit gerechnet hat, dass die Entscheidung so früh kommen würde. „Ich habe aber schon damals als junger Erwachsener eine gute Perspektive gesehen, um das Geschäft zu entwickeln.“

Bernd Bösch agiert an zwei Standorten – einer in der Lustenauer Goethe-Straße und einer am Dornbirner Marktplatz. Während es sich in der Rheingemeinde um das Stammhaus handelt, das auf eine Tradition bis ins Jahr 1902 zurückblickt, ist Dornbirn erst vor 2011 hinzugekommen und deckt damit die Lücke ab, die durch die Schließung des Kaufhauses Mäser entstanden ist.