Aufstiegschancen im Baugewerbe

Markt / 19.08.2016 • 09:21 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Ausbilderteam Thomas Öhre und Philipp Bolter (r): „Der Lehrling ist der Facharbeiter der Zukunft, ohne ihn kann kein Handwerksbetrieb auf längere Zeit bestehen.“ Foto: VN/Paulitsch

Ausbilderteam Thomas Öhre und Philipp Bolter (r): „Der Lehrling ist der Facharbeiter der Zukunft, ohne ihn kann kein Handwerksbetrieb auf längere Zeit bestehen.“ Foto: VN/Paulitsch

Familiärer Handwerksbetrieb punktet mit individueller Ausbildung am Bau.

Christine Mennel

Seit der Firmengründung, vor über 130 Jahren, bildet Dobler Hochbau Lehrlinge aus. Welcher Lehrberuf kann erlernt werden?

Bolter: Wir bilden Maurerlehrlinge aus. Sie werden einem Polier zugeteilt und dieser begleitet sie über die drei Jahre lange Ausbildung hinweg.

Welche Erfahrungen haben Sie gemacht?

Bolter: Da jeder Lehrling einen eigenen Charakter hat, ist es immer eine neue Herausforderung. Wenn man sich dessen jedoch bewusst ist, ist es gar nicht schwer. Manchmal braucht es beim einen etwas mehr und beim anderen etwas weniger Verständnis.

Ein Traumjob?

Bolter: Es ist schön, wenn man so vielen jungen Menschen einen interessanten Handwerksberuf erlernen kann.

Was muss man als Lehrlingsausbilder für Stärken aufweisen?

Bolter: Man muss auf den Lehrling eingehen können. Gleichzeitig muss man sich aber auch durchsetzen können. Außerdem sollte auch der Ausbilder sein Fach zu hundert Prozent verstehen, sprich im besten Falle selber eine Lehre gemacht haben.

Mit welchen Eigenschaften können die Berufseinsteiger bei Ihnen punkten?

Bolter: Mit einer guten, körperlichen Verfassung, Teamfähigkeit, Verlässlichkeit und Verantwortungsbewusstsein. Natürlich dürfen einem Wind und Wetter nichts anhaben.

Wie finden Sie Ihre Idealbesetzung?

Bolter: Das ist momentan eine schwierige Angelegenheit. Wir können uns über Informationsveranstaltungen in diversen Schulen bekannt machen. Auch die sozialen Netzwerke spielen eine Rolle. In unserer Branche bedeuten gute Noten nicht automatisch gute Handwerker. Das heißt: Wir bilden auch gerne schwächere Schüler zu guten Maurerfacharbeitern aus.

Warum, denken Sie, wurde Ihr Betrieb ausgezeichnet?

Bolter: Wir sind ein familiärer Handwerksbetrieb, in dem jeder jeden kennt. Uns ist keine Baustelle zu klein bzw. zu groß. Unsere Facharbeiter können sich mit Unterstützung der Firma weiterbilden. Die Ausbildung reicht vom Vorarbeiter bis zum Bauleiter. Auch die Befähigungsprüfung zum Baumeister kann abgelegt werden.

Welche Rolle spielen die Eltern?

Bolter: Der Kontakt zu den Eltern ist uns sehr wichtig. Von Seiten des Unternehmens ist mindestens einmal im Jahr ein Gespräch mit den Eltern gewünscht. Hin und wieder hört man von Überstunden, die die Lehrlinge leisten müssen und dass sie zu wenig vom Ausbilder begleitet werden. Unsere Lehrlinge sind ständig mit einem Ausbilder, unseren Polieren, auf der Baustelle unterwegs. Auf dem Bau kann es mal vorkommen, dass eine Arbeit (ein großer Betonierabschnitt) fertiggestellt werden muss. Da kann es dann auch leider dazu führen, dass ein wenig länger auf der Baustelle gearbeitet werden muss.

Nehmen Ihre Auszubildenden an Lehrlingswettbewerben teil?

Bolter: Unser Unternehmen beteiligt sich regelmäßig an den Lehrlingswettbewerben im Land. Vor zwei Jahren konnten wir auch den Sieger stellen.

An welche besondere Karriere erinnern Sie sich?

Bolter: An Karlheinz Henny: Er begann 1978 als Maurerlehrling, legte dann die Gesellenprüfung ab und besuchte die Bauhandwerkerschule. Danach war er Facharbeiter und anschließend bis heute Polier bei Dobler.

Zur Person

Philipp Bolter

Ausbildung: Zimmererlehre, Bauhandwerker

Laufbahn: Lehrling, Facharbeiter, Polier, Bauleiter

Alter: 32 (1984)

Familie: verheiratet, zwei Kinder

Hobbys: Feuerwehr