Ein Tag, der nicht viel Anlass zu feiern bietet

19.08.2016 • 17:14 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Am Sonntag ist der sogenannte „Tax Freedom Day“. An dem Tag hat der durchschnittliche Steuerzahler seine Abgabenleistung erledigt. Foto: APA
Am Sonntag ist der sogenannte „Tax Freedom Day“. An dem Tag hat der durchschnittliche Steuerzahler seine Abgabenleistung erledigt. Foto: APA

Ab Sonntag arbeitet der durchschnittliche Steuerzahler in die eigene Tasche.

schwarzach. (VN) Fast jeder Tag im Jahr steht unter einem anderen Motto. Die Liste von Gedenk- und Aktionstagen reicht vom Welttag des Radios, dem Internationalen Anti-Diät-Tag bis hin zum Weltkatzentag oder dem Internationalen Tag der Berge. Der „Tax Freedom Day“ hat indes keinen fixen Platz im Kalender. Heuer ist er in Österreich am Sonntag und wer sich fragt, was „gefeiert“ wird, dem sei gesagt, es ist jener Tag, an dem der durchschnittliche Steuerzahler seine Pflicht getan hat. Ab dem „Tax Freedom Day“ wird in die eigene Tasche gearbeitet, denn die Steuer- und Abgabenleistung ist erledigt.

Nachdem sich dieser Steuergedenktag in der Vergangenheit stets um ein paar Tage nach hinten verschoben hat, findet er heuer seit Jahren zum ersten Mal am gleichen Tag wie im Vorjahr statt. Die einen sehen das als Erfolg der Steuerreform. Nicht so aber die „jungen“ Interessenorganisationen wie Junge Wirtschaft und Junge Industrie. Der „Tax Freedom Day“ liege auch heuer auf einem „beunruhigenden Rekordniveau“, kritisiert die Junge Wirtschaft Vorarlberg. Österreich rangiere auf Platz zwei in der Liste der EU-OECD-Staaten mit den höchsten Lohn- und Lohnnebenkosten. Das sei ein „Hemmschuh für den Wirtschaftsstandort“, sagt Vorsitzender Alexander Abbrederis. Trotz Steuerreform habe man einnahmenseitig die Schmerzgrenze schon längst überschritten. Die Junge Wirtschaft fordert deshalb eine uneingeschränkte Lohnnebenkostenbefreiung. Zwar werden ab 2017 die Lohnnebenkosten für drei Mitarbeiter drei Jahre lang gefördert, allerdings nur für innovative Start-ups. Diese Einschränkung müsse nun beseitigt werden.

„Abgaben reduzieren“

Die Junge Industrie ortet einen Regierungsstillstand. Die Steuer- und Abgabenbelastung verharre auf standortschädlichem Niveau, die Verschuldung steige weiter, kritisiert Bundesvorsitzende Therese Niss. „Die Gesamtabgabenquote muss unter den EU-Schnitt von knapp unter 40 Prozent gesenkt, die Körperschaftsteuer zumindest auf den EU-Schnitt reduziert, wenn nicht gar halbiert werden, die Lohnnebenkosten müssen runter, die Investitionen in Forschung, Entwicklung sowie Aus- und Weiterbildung müssen steigen.“