Supermarkt wird zum Erlebnis

Markt / 21.03.2017 • 22:12 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Mehrwert für die Konsumenten: Dieser deutsche Lebensmittelhändler (Edeka Richter) bietet Kochkurse und Warenkunde an.  Foto: ERi
Mehrwert für die Konsumenten: Dieser deutsche Lebensmittelhändler (Edeka Richter) bietet Kochkurse und Warenkunde an. Foto: ERi

Lebensmittelhändler sichern sich letzte weiße Flecken und rüsten Läden zu Erlebnismärkten auf.

Schwarzach. (VN-sca) Dornbirns Bürgermeisterin Andrea Kaufmann möchte mit einer Markthalle die Innenstadt attraktiver machen. Auch der Lebensmittelhandel bereitet sich auf die Zukunft vor und die orientiert sich ebenfalls an traditionellen Marktplätzen. Der erste solche Markt wird vom Marktführer Spar in Wolfurt umgesetzt. Er soll Vorbild für weitere Märkte in ganz Österreich werden, so Spar-Expansionsleiter Wolfgang Kaufmann, der trotz der bereits bestehenden 102 Spar-Märkte noch weiße Flecken im Land sieht. Ein neuer Markt in Frastanz ist im Bau, im Dornbirner Hatlerdorf laufen noch Abklärungen. In Gaschurn, wo der Tiroler Händler M-Preis seit Dezember präsent ist, wird das Spar-Geschäft relauncht. Welche weiteren Standorte in der Pipeline sind, will Kaufmann derzeit aber noch nicht preisgeben. Da hält er es mit den weiteren Marktteilnehmern, die sich ebenfalls wortkarg geben, wenn es um ihre Pläne geht.

Mit dem Bau beginnen könnte auch Konkurrent Sutterlüty in Rankweil, so Bürgermeister Martin Summer, der hofft, dass bald mit dem Bau in der Landammanngasse begonnen wird. „Es geht noch um Abgleichungen mit einem Nachbarn in Sachen Verkehr.“ Wenn das abgeschlossen sei, hätten auch die Bürger im Unterdorf wieder einen leistungsstarken Nachversorger. Im Vorfeld versprach das Sutterlüty-Management einen Flagship-Store. Sutterlüty hat sich außerdem den Standort Jahnplatz in Feldkirch gesichert und könnte in Tosters sein Ladennetz erweitern. Die Filiale in der Dornbirner Innenstadt bleibt vorläufig allerdings so wie sie ist. „In dieser Situation verspüren wir derzeit wenig Interesse, in der Innenstadt Investitionen in Millionenhöhe zu tätigen“, so der Lebensmittelhändler vor Kurzem. „Dazu fehlt uns die Vision für zukünftiges Potenzial.“

M-Preis bleibt in Deckung, doch in Gemeindestuben im ganzen Land sondieren die Tiroler die Lage. Mit drei Märkten (zwei im Kleinwalsertal, einer im Montafon, ein weiterer in Planung) ist aber beim besten Willen keine Rendite in einer eh mit geringen Margen kämpfenden Branche zu erzielen.

Die Rewe-Gruppe hat im Land ein großes Projekt im Fokus. Der in die Jahre gekommene Merkur-Markt in Dornbirn soll völlig neu aufgestellt werden. Baufachleuten zufolge kämpfe man aber im Schwefel mit prekären Bodenverhältnissen. Zufrieden sei man mit dem Onlinehandel, der auch in Vorarlberg erfolgreich gestartet wurde. Spar will den Onlinebereich nach den Pilotprojekten in Wien und seit Kurzem in Salzburg massiv ausbauen.

Diskonter Lidl investiert in Vorarlberg in die Modernisierung von Filialen, wie Sprecher Hansjörg Peterleitner bestätigt. Diskonter-Konkurrent Hofer will den Standort Bregenz massiv aufwerten, wie trotz der sprichwörtlichen Verschwiegenheit der Firma aus dem Management zu erfahren war. Das gegenüberliegende Gebäude, in dem ein Drogeriemarkt und eine Bäckerei untergebracht sind, soll dafür weichen.

Lebensmittelhandel

» 201 Lebensmittel-Vollsortimenter mit einer Verkaufsfläche von 107.823 Quadratmetern

» 30 Discounter mit 17.600 Quadratmetern Verkaufsfläche

» 99 Prozent der Vorarlberger haben ein Geschäft mit Komplettsortiment im Ort

» Arbeitsplätze: 5500, ca. 400 Lehrlinge