Das Volk ist bald Herr im Schloss

23.03.2017 • 21:08 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Schloss Wolfurt fällt nach Jahrhunderten in Privatbesitz nun in die Hände des Volkes. Foto: Gemeinde Wolfurt
Schloss Wolfurt fällt nach Jahrhunderten in Privatbesitz nun in die Hände des Volkes. Foto: Gemeinde Wolfurt

Die Marktgemeinde Wolfurt sichert sich Schloss Wolfurt. Seit Monaten Verkaufsverhandlungen.

Wolfurt. (VN-sca) 1217 wurde das Schloss Wolfurt erstmals urkundlich erwähnt, knapp 200 Jahre später, im Jahr 1402 sicherte sich das Kloster Mehrerau einen Teil der Burg als Sommersitz für die Äbte. Das gemeine Volk hatte keinen Zutritt, auch im 20. Jahrhundert nicht, denn 1936 erwarb der Kennelbacher Industrielle Fritz Schindler das Schloss, das 1939 abbrannte und danach in der jetzigen Form wieder aufgebaut wurde.

Künftig allerdings ist das Volk Herr im Haus. Denn die Marktgemeinde Wolfurt nutzte die wohl letzte Chance, das Gebäude zu kaufen, welches das Ortsbild dominiert. Die Gemeinde war beileibe nicht der einzige Interessent für das Schloss, das trieb den Preis für die noch im Besitz der Familie Schindler befindliche Immobilie auch auf 4,1 Millionen Euro. Noch vor einem halben Jahr wäre das Gebäude mit einem Umschwung von 40.000 Quadratmeter Wiese um eine Million günstiger zu haben gewesen, wie aus zuverlässiger Quelle zu erfahren war. Doch selbst der nun höhere Preis, für den sich die reiche Gemeinde nun erstmals seit vielen Jahren neu verschulden muss, sei immer noch günstig: „Wenn ich das morgen verkaufen will, kann ich eine Million mehr bekommen“, ist sich ein Vorarlberger Immobilienprofi sicher.

Ob die Gemeinde nun einen Jugendtreff oder eine Kulturbühne im Haus unterbringt, ist nicht klar, nun will man erst einmal nachdenken, wie Bürgermeister Christian Natter betont. In den letzten Monaten dachten private Interessenten aber auch über andere Nutzungen nach, etwa als großes Wohnhaus oder als Eventzentrum, in dem nicht nur gefeiert, sondern auch genächtigt hätte werden können. Manko: Die Zufahrt aus dem Ortszentrum ist nicht wirklich für viel Verkehr geeignet. Die vier Hektar Grund sind eine wertvolle Bodenreserve für künftige Generationen, betont Bürgermeister Natter, der „sehr froh und zufrieden ist, dass die Gemeindevertretung mit einer großen Mehrheit diese Jahrhundertchance nützt“.