Die Stunde schlägt nun für den Optimismus

03.04.2017 • 20:20 Uhr / 3 Minuten Lesezeit

Mit der wirtschaftlichen Erholung soll auch die Arbeitslosigkeit in Vorarlberg zurückgehen.

Bregenz. (VN-reh) Die zwei österreichischen Wirtschaftsforschungsinstitute Wifo und IHS sind sich sicher: Die guten Wachstumsprognosen könnten heuer noch übertroffen werden. Zwei Prozent Wachstum und mehr scheinen nun möglich. Ein positiver Nebeneffekt einer guten Konjunktur ist, dass sie gegen eine weiter steigende Arbeitslosigkeit wirkt.

Damit wird auch die Prognose zum Jahresanfang, als in Vorarlberg noch mit einem weiteren Anstieg der Arbeitslosigkeit im Jahresverlauf gerechnet wurde, obsolet. Bestätigt wird das von der „Synthesis Forschung“, die im Auftrag des Arbeitsmarktservice (AMS) jährlich eine Arbeitsmarktvorschau erstellt. Laut dem Institut soll sich die Zahl der vorgemerkten Arbeitslosen in Vorarlberg heuer nicht um zwei Prozent erhöhen, sondern um ein Prozent verringern. Somit wäre die lang erhoffte Trendwende erreicht.

Die aktuellen Daten von Ende März unterstreichen das. Die 9523 Arbeitslosen, die beim AMS Vorarlberg gemeldet sind, bedeuten einen Rückgang gegenüber dem Vorjahr um 1,2 Prozent, gegenüber dem Vormonat um 6,2 Prozent. Zusammen mit den 2662 Schulungsteilnehmern sind derzeit 12.185 Menschen in Vorarlberg ohne Job.

Das März-Ergebnis hätte übrigens sogar noch besser ausfallen können. Das verhinderten allerdings die späteren Osterfeiertage in Verbindung mit dem milden Wetter. „Im letzten Jahr fiel Ostern auf Ende März, und zu diesem Zeitpunkt herrschte in den meisten Wintersportdestinationen noch Vollbetrieb. Heuer wurde der Skibetrieb in etlichen Regionen bereits eingestellt beziehungsweise stark reduziert“, erklärt AMS-Vorarlberg-Chef Bernhard Bereuter. Aus diesem Grund gab es auch nur bei den Gaststättenberufen ein Plus bei den Arbeitslosen.

Nicht bei allen vordringen

Aber es gibt auch ein „Aber“. Denn der prognostizierte Konjunkturaufschwung wird bei einer bestimmten Gruppe nur sehr schwer vordringen können. Bei Personen mit gesundheitlichen Einschränkungen sowie bei den über 50-Jährigen nahm die Arbeitslosigkeit auch Ende März weiter zu. Bei der Hälfte kommt noch eine unzureichende Qualifikation hinzu, weil die nicht mehr als einen Pflichtschulabschluss vorweisen kann.

Auch österreichweit hat sich die Lage am Arbeitsmarkt aufgehellt. Die Arbeitslosigkeit (Arbeitslose und Schulungsteilnehmer) ging um 1,8 Prozent auf 430.758 Personen zurück. Auch hier sieht man die Trendwende gekommen. „Jetzt ist sie wohl wirklich da“, freut sich AMS-Vorstand Johannes Kopf.