Nicht immer geht es nach oben

07.04.2017 • 20:18 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Die Seilbahnbetriebe verbuchten ein Umsatzminus. Einen Vorteil hatten jene, die beschneien.  VN/Hartinger
Die Seilbahnbetriebe verbuchten ein Umsatzminus. Einen Vorteil hatten jene, die beschneien. VN/Hartinger

Später Schneefall sorgte bei Vorarlbergs Seilbahner für weniger Umsatz. Im Vorteil ist, wer beschneien kann.

Feldkirch. (VN-reh) Im Dezember war Frau Holle nicht sehr motiviert. Der Schnee blieb in dem wichtigen Tourismusmonat aus. Erst Anfang Jänner schneite es in Vorarlberg dann kräftig. Das haben die Hotels im Land schon zu spüren bekommen. Zwischen November und Februar, so die vorläufige Tourismus-Zwischenbilanz, kamen um 3,2 Prozent weniger Gäste nach Vorarlberg, die um 6,4 Prozent weniger Nächtigungen buchten.

Der späte Schnee sorgt nun auch bei den Seilbahnunternehmen des Landes im Schnitt für weniger Umsatz. „Die verlorenen Tage um Weihnachten und den Jahreswechsel wieder aufzuholen, ist nahezu unmöglich“, sagt Wolfgang Beck, Fachgruppenobmann der Seilbahnen in der Wirtschaftskammer Vorarlberg, über eine Wintersaison, die heuer somit nicht wie erhofft enden wird. Fachgruppengeschäftsführer Michael Tagwerker spricht von vielen äußeren Faktoren, von denen man als Seilbahnunternehmen abhängig ist. Dazu zähle neben der Schneelage auch die Feiertagskonstellation. 

Im Schnitt verzeichneten die Seilbahner Umsatzrückgänge von rund 2,6 Prozent. Sowohl die Zahl der Tagesgäste als auch jene der Mehrtagesgäste ging zurück. Konnten die Seilbahnen vergangene Saison noch rund 90 Prozent aller geplanten Betriebstage öffnen, waren es heuer nur 85 Prozent.

Wobei die Höhe den Unterschied macht. Denn die größeren und höher gelegenen Skigebiete konnten die anfangs geringe Naturschneelage besser ausgleichen und schafften bis jetzt rund 95 Prozent ihrer möglichen Betriebstage. Bei den kleinen und mittleren liegt der Wert hingegen bei rund 65 bis 80 Prozent.

Beschneiung wichtig

Die niedriger gelegenen Skigebiete konnten erst später als geplant den Betrieb aufnehmen. Besonders betroffen waren dabei Skigebiete, die auf eine Beschneiung verzichten. Diese erwirtschafteten deshalb sogar 20 bis 30 Prozent weniger Umsatz als in der Vorjahrssaison. Für Wolfgang Beck zeigt das deutlich, wie wichtig die technische Beschneiung ist. „Der technische Schnee stabilisiert nicht nur uns Seilbahnunternehmen, sondern auch den Geschäftsgang von Hotels, Gastronomie und vielen weiteren Wirtschaftszweigen in den Talschaften.“

Zudem zeige sich auch, dass jene Seilbahnunternehmen, die in den vergangenen Jahren in neue Anlagen investiert haben, in diesem Winter Umsatzzuwächse verzeichneten. „Seilbahnprojekte sind also nachhaltige Investitionen in die Wirtschaft. Sie stärken die Wettbewerbsfähigkeit der einzelnen Unternehmen und jene der gesamten Tourismusregion im Österreich-Vergleich“, resümiert Beck. Das Investitionstempo soll weiter hochgehalten werden. In den nächsten fünf Jahren werden die Betriebe 320 Millionen Euro in bereits geplante Projekte investieren.

Einige schon geschlossen

Während einige Skigebiete den Winterbetrieb bereits eingestellt haben – zuletzt Brand –, haben das Montafon und der Diedamskopf noch bis nach Ostern geöffnet. Lech-Zürs, Mellau-Damüls und Warth-Schröcken wollen vorläufig bis zum 23. April offen lassen. Das hängt allerdings stark von der Witterung ab. Spätestens am 24. April ist dann aber überall in Vorarlberg Schluss mit Skifahren. Dann beginnt im Arlbergtunnel mit der zweiten Vollsperre auch die letzte Phase der Bauarbeiten.

Der technische Schnee stabilisiert die Seilbahnbranche.

Wolfgang Beck, Seilbahn-Obmann