Wirtschaft segelt auf Kurs

23.04.2017 • 17:20 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
In wirtschaftlichen Belangen läuft derzeit im Land alles rund. Foto: VN/Steurer
In wirtschaftlichen Belangen läuft derzeit im Land alles rund. Foto: VN/Steurer

Vorarlberg-Wachstum mit 2,4 Prozent deutlich über ÖsterreichSchnitt. Heuer über zwei Prozent in Sicht.

Bregenz. (VN-reh) Das vergangene Jahr war ein gutes für die Vorarlberger Wirtschaft. Denn beim Wachstum ließ man sich nicht die Butter vom Brot nehmen, wie die aktuelle Konjunkturanalyse der UniCredit Bank Austria zeigt. „2016 lag das Wachstum des Bruttoregionalprodukts mit 2,4 Prozent deutlich über dem gesamtösterreichischen Wachstum von 1,5 Prozent“, erklärt Hans Winter, Landesdirektor Firmenkunden bei der UniCredit Bank Austria in Vorarlberg. Dabei hat der Erfolg viele Väter. Der Einzelhandel setzte mit einem Plus von 1,9 Prozent ein deutliches Zeichen, die anziehende globale Konjunktur half der Exportindustrie und der Tourismus vermeldete nach einem Rekordwinter auch für die Sommersaison ein Nächtigungsplus. Die Sachgüterindustrie verzeichnete 2016 ein Produktionsplus von 3,1 Prozent und lag damit weit über den 0,5 Prozent für Gesamtösterreich. „Zurückzuführen ist die erfreuliche Entwicklung in der Vorarlberger Industrie vor allem auf die Kfz-Zulieferindustrie, die die abgesetzte Produktion um über 60 Prozent ausweitete und damit den größten Teil zum Wachstum beitragen konnte“, analysiert UniCredit-Bank-Austria-Ökonom Robert Schwarz. Nur der Maschinenbau konnte laut Ökonom Schwarz den Schwung aus der ersten Jahreshälfte 2016 nicht fortsetzen.

Leicht unterdurchschnittlich im Bundesländervergleich war indes das Wachstum der abgesetzten Produktion in der Vorarlberger Bauwirtschaft. Das liege aber vor allem daran, dass die Erholung der Bauwirtschaft im Gegensatz zu den meisten anderen Ländern in Vorarlberg schon 2015 einsetzte. Für heuer sehen die Ökonomen weiter eine hohe Dynamik der Baubranche. Nicht zuletzt ist die Zahl der Beschäftigten im ersten Quartal 2017 mit 2,2 Prozent überdurchschnittlich gestiegen.

Und weil Wachstum auch den Arbeitsmarkt beflügelt, sorgte die gute Konjunktur auch dort für Rückenwind. „Wir gehen davon aus, dass sich der positive Trend auch 2017 fortsetzen wird“, betont Robert Schwarz. Denn in Vorarlberg sei die Zahl der offenen Stellen im ersten Quartal 2017 am stärksten von allen Bundesländern gestiegen.

Dynamik bleibt hoch

Bleibt noch die Frage, ob sich der positive Trend auch heuer fortsetzen wird. Die Wirtschaft sei stark ins Jahr gestartet und die Stimmungsindikatoren würden auf ein weiter freundliches Konjunkturklima hinweisen, heißt es von der Bank. „Verschiedene Vorlaufindikatoren zeigen, dass wir voraussichtlich auch 2017 auf dem eingeschlagenen Wachstumskurs bleiben werden. Wir rechnen mit einem Wirtschaftswachstum von 1,8 Prozent für Österreich. Die Vorarlberger Wirtschaft wird auch heuer im österreichischen Spitzenfeld liegen und ein Wachstum von deutlich über zwei Prozent aufweisen“, ist sich Hans Winter sicher. Er rechnet mit einer stärkeren Exportdynamik, allerdings seien auch die politischen Risiken nicht zu vernachlässigen. Er nennt dabei Wahlen, US-Präsident Trump und die Brexit-Verhandlungen als Unsicherheitsfaktoren. Und dennoch sind sich die Ökonomen der Bank sicher: Die positiven Faktoren werden überwiegen und die wirtschaftliche Dynamik im Gesamtjahr wird dementsprechend hoch bleiben.

Bleiben voraussichtlich auch 2017 auf Wachstumskurs.

Hans Winter