Vorarlberger Exporteure waren 2017 auf Rekordkurs

Markt / 01.01.2018 • 18:24 Uhr
Qualität und Innovation zeichnen Produkte wie jene der Firma Liebherr (Bild) aus und sind Motor für den Exportweltmeister Vorarlberg. VN
Qualität und Innovation zeichnen Produkte wie jene der Firma Liebherr (Bild) aus und sind Motor für den Exportweltmeister Vorarlberg. VN

Plus von sieben Prozent bei Ausfuhren in erster Jahreshälfte 2017.

Bregenz Spekuliert wurde in Wirtschaftskreisen schon früh – nämlich darüber, ob Vorarlbergs Exporte 2017 die Zehn-Milliarden-Euro-Grenze überschreiten könnten. Wie es jetzt aussieht, könnte das tatsächlich gelingen, wie die Vorarlberger Außenhandelszahlen für das erste Halbjahr 2017 zeigen. „Die Vorarlberger Wirtschaft kann weiter deutliche Zuwächse im Außenhandel verzeichnen“, freuen sich Landeshauptmann Markus Wallner, Wirtschaftskammer-Präsident Hans Peter Metzler und Wirtschaftsreferent Landesstatthalter Karlheinz Rüdisser deshalb angesichts der neuesten Zahlen, die von der Landesstelle für Statistik veröffentlicht wurden. Demnach konnte die heimische Wirtschaft bei ihren Ausfuhren im ersten Halbjahr 2017 ein Plus von sieben Prozent einfahren. Mit 1,5 Milliarden Euro erhöhte sich zudem auch der Vorarlberger Handelsbilanzüberschuss gegenüber dem ersten Halbjahr 2016 um beachtliche 13,5 Prozent. „Der höchste Wert seit 2010“, kommentiert Wallner die erfreulichen Zahlen.

Handelsabkommen wichtig

Solche Erfolgsmeldungen möglich machen laut Wallner „die innovativen Vorarlberger Unternehmen mit ihren Unternehmerpersönlichkeiten und den hochmotivierten Mitarbeitern“.  „Wir sind als kleines Land auf den Handel mit anderen Ländern angewiesen. Ein möglichst ungehinderter Zugang zu Auslandsmärkten sowie stabile Rahmenbedingungen sind vor allem für KMU entscheidend“, erklärt WKV-Präsident Hans Peter Metzler. Das zeigt auch eine von der Wirtschaftskammer Vorarlberg durchgeführte Umfrage. Als größte Herausforderungen für die Exporteure werden Steuern, Abgaben und Zölle sowie Marktbeschränkungen gesehen. Am überraschenden Rückgang der Exporte in die USA könnten nun erste Anzeichen des Trump’schen Protektionismus sichtbar werden. „Daher sind Handelsabkommen so immens wichtig, schließlich dienen sie dem Abbau von Zöllen und der Beseitigung ungerechtfertigter bürokratischer Hürden. Das ist es, was unseren künftigen Exporterfolg sichert“, betont Metzler und sagt weiter: „Mit der Außenwirtschaft Austria verfolgen wir das Ziel, proaktiv neue Chancen aufzuspüren, unseren Unternehmen den Zugang zu Top-Universitäten und Innovations-Hotspots zu ermöglichen und sie dabei zu unterstützen, innovative Produkte zu exportieren. Das gelingt uns auch, steuern wir doch auf eine neue Rekordmarke bei den Exporten zu.“

Einfuhren für 3,6 Milliarden

Beim Gesamtwert der Ausfuhren aus Vorarlberg in den Monaten Jänner bis Juni 2017 wurde ein Allzeithoch erreicht. Der Wert stieg gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres um sieben Prozent auf rund 5,1 Mrd. Euro. Die Einfuhren stiegen im gleichen Zeitraum lediglich um 4,5 Prozent auf rund 3,6 Mrd. Euro. Die bedeutendste Warenobergruppe bei den Exporten ist die Gruppe der Eisen- und Metallwaren. Im 1. Halbjahr 2017 wurden Eisen- und Metallwaren im Wert von 1,4 Milliarden Euro (+7,6 Prozent) exportiert und für 812 Millionen Euro (+4,9 Prozent) importiert. Der Handelsbilanzüberschuss beträgt mit 595 Millionen Euro um 11,6 Prozent mehr als im Vorjahreshalbjahr. Die Kessel- und Maschinenindustrie erzielte ein Ausfuhrvolumen von 1,1 Mrd. Euro (+10,9 Prozent) und ein Einfuhrvolumen von 554 Millionen Euro (-2,3 Prozent). Der Handelsüberschuss beträgt 565 Millionen Euro. In der Nahrungs- und Genussmittelindustrie wurden Waren im Wert von 441 Millionen Euro versendet (-0,8 Prozent) und Waren im Wert von 405 Millionen Euro (+3,4 Prozent) eingeführt.

Die meisten Vorarlberger Exportgeschäfte wurden mit den Partnerländern in der EU abgewickelt. Von Jänner bis Juni 2017 wurden Waren im Wert von rund drei Milliarden Euro (Plus von 6,5% Prozent) in EU-Mitgliedsstaaten verkauft.

Vorarlberger Exporteure waren 2017 auf Rekordkurs