Förderung saniert, Anreiz erhöht

21.02.2018 • 21:32 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Attraktive Förderungen gibt es für die Sanierung und Beratung bei Mehrfamilienhäusern. APA
Attraktive Förderungen gibt es für die Sanierung und Beratung bei Mehrfamilienhäusern. APA

Rückgang bei Sanierungen hat mehrere Ursachen. Attraktivere Förderrichtlinien in Kraft.

Schwarzach Jährlich sollten rund drei Prozent der Gebäude, egal ob Einfamilienhaus oder Wohnblock, auf den neuesten Energieeffizienz-Stand gebracht werden. Eine Zahl, die nicht aus der Luft gegriffen ist, sondern von Fachleuten aufgrund verschiedener Kriterien definiert wurde und derzeit nicht ganz erreicht wird: Gesamtsanierungen gingen um rund 20 Prozent zurück, geförderte Beratungen von 291 auf 214. Kurbelte die Sanierungsoffensive des Landes in den Jahren der Finanzkrise den Auftragsmotor für den Bau und das Baunebengewerbe an, so stehen derzeit die Zeichen eher gegen eine Sanierung.

Neue Richtlinien

Wohnbaulandesrat Karlheinz Rüdisser ist überzeugt, dass die Sanierungen auch deshalb zurückgegangen sind, weil sie die Jahre zuvor deutlich höher waren als in vergleichbaren Regionen. „Viele nutzten damals die Förderungen und haben ihr Gebäude auf den neuesten Stand gebracht“, so Rüdisser. Auch die derzeit niedrigen Energiepreise seien nicht dazu angetan, dass man Eile bei der thermischen Sanierung an den Tag lege. Dazu komme ein fast schon überhitzter Baumarkt, dem Hausbesitzer ausweichen, wenn es keinen akuten Sanierungsbedarf gibt. Aber es sei nach wie vor ein Anliegen des Landes, dass möglichst flächendeckend saniert werde, betont Rüdisser und verweist auf die Sanierungsrichtlinie 2018/2019, die seit dem 1. Jänner gilt. Sie nehme auf die veränderten Wünsche Rücksicht, zum Beispiel darauf, dass statt Gesamtsanierungen immer öfter Teilsanierungen durchgeführt werden. „Die Leute wollen nicht zu hohe Schulden machen, deshalb sanieren sie in mehreren Etappen“, erläutert er.

Einen Rückgang bei den Sanierungen bemerkt Eckart Drössler vom Energieinstitut schon seit einigen Jahren, wie er im Gespräch mit den VN betont. Niedrige Energiepreise lässt er für die Sanierungsmüdigkeit nicht gelten: „Langfristig rentiert sich eine Sanierung auf jeden Fall“, ist er sicher. Es sei aber auch klar, dass sich eine thermische Sanierung leicht vor sich herschieben lässt. Bei der Konjunkturbelebungsaktion Anfang der Zehner-Jahre sei aber auch die Einkommensgrenze aufgehoben worden, was viele Gutverdiener animiert habe, zu sanieren.

Drössler setzt wie Rüdisser auf die neuen Förderrichtlinien, um wieder Schwung in die Sanierungen zu bringen. Er weist darauf hin, dass das Energieinstitut neue Services anbietet. Etwa die kostenfreie Sanierungsvorberatung, die Eigentümern von Mehrfamilienhäusern helfen soll, die richtige Entscheidung zu treffen; auch darauf, dass am 4. April im Energieinstitut der Bau- und Sanierungstreff stattfindet, und auf die „Sanierungslotsen“, die als Pilotprojekt mit zahlreichen Gemeinden heuer umgesetzt werden. Als wichtiger Baustein in den Aktivitäten zur Energieautonomie 2050 sei jede Verbesserung der Energieeffizienz wichtig, wobei die Sanierungen im Plan seien. Hausbesitzern, die bislang nicht saniert haben, schreibt Drössler ins Stammbuch, dass Sanierungen nicht billiger werden: „Die Kosten steigen jährlich um rund zehn Prozent.“ Thomas Peter, Geschäftsführer der Bauinnung, sieht die Sache gelassen. „Die neuen Richtlinien sind einfacher und werden gut angenommen.“ Momentan sei der Baumarkt überhitzt, er ist überzeugt, dass viele Hausbesitzer abwarten, bis sich Auftragsaufkommen und Preise normalisieren.

„Der überhitzte Markt lässt viele sanierungswillige Hausbesitzer derzeit abwarten.“

Sanierungsförderung neu

Neuerungen Wie in der Neubauförderung gibt es nun bei der Sanierung pauschale Sockelbeträge, die durch Boni  aufgefettet werden können. Die Förderung wird als zinsgünstiges Darlehen über 20 Jahre Laufzeit oder als Barzuschuss gewährt.

Infos vorarlberg.at/bauen_wohnen; energieinstitut.at/buerger/foerderungen/sanierungsfoerderung/