Vollanschluss Güterbahnhof: Ministerium weist Wallners Forderung zurück

Strategische Prüfungen für Autobahnanschlüsse werden nicht aufgeweicht. Zum Vollanschluss Lauterach-Wolfurt wird es damit wohl noch viele Jahre dauern.
Bregenz, Wien Dass eine spröde Autobahnauffahrt Emotionen auslösen kann, dürfte seit Kurzem klar sein. Die Aussagen der Asfinag über die Chancen für einen Autobahnvollanschluss Wolfurt-Lauterach beim Güterbahnhof haben Landeshauptmann Markus Wallner in Rage gebracht. Er forderte das Infrastrukturministerium zur Änderung von Regeln auf, damit der Anschluss gebaut werden kann. Das Ministerium zeigt dem Ansinnen Wallners nun aber die kalte Schulter.
Die Diskussion um einen Vollausbau der Autobahnanschlussstelle begann mit der Eröffnung des Halbanschlusses im Jahr 2001. Erstmals konkret wurde er im Jahr 2012, erinnert sich der Lauteracher Bürgermeister Elmar Rhomberg. “Damals haben wir, also die Gemeinden Wolfurt und Lauterach, mit dem Land und der Asfinag im Zuge der Pläne für das Gewerbegebiet darüber gesprochen.” 2016 sei eine erweiterte strategische Analyse (ESA) durchgeführt worden, ob ein Vollanschluss an dieser Stelle Sinn ergibt. “2017 war deshalb für uns klar: Man beginnt”, berichtet Rhomberg. “Seitdem ist es zum Politikum geworden.”
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Die ESA gibt es seit dem Jahr 2008 und muss immer durchgeführt werden, wenn eine Anschlussstelle erweitert oder neu gebaut wird. Wie die VN kürzlich berichteten, hängt aufgrund einer solchen Analyse der Vollanschluss in der Warteschleife. Die Analyse sei zum Schluss gekommen, dass der Autobahn die Leistungsfähigkeit in diesem Bereich fehlt, um eine weitere Anschlussstelle zu verkraften, sagte die Asfinag. Daraufhin platzte Wallner der Kragen. “Wir können uns das nicht gefallen lassen”, sagte er in den VN. Er ließ den Verweis auf die fehlende Leistungsfähigkeit nicht gelten. “Da wird mit Bürokratenkram argumentiert. Man kann uns nicht von Wien aus vom Schreibtisch ausrichten, was nicht geht.” Er forderte Minister Peter Hanke auf, die Dienstanweisung, die eine ESA als Muss-Kriterium festschreibt, aufzuweichen.
Dafür erhält er jetzt einen Korb. Aus dem Ministerium heißt es auf VN-Anfrage: “Diese Dienstanweisung, die die strategische Analyse beim Neubau und einer Erweiterung von Anschlussstellen vorsieht, ermöglicht österreichweit eine einheitliche Vorgehensweise bei der Prüfung von Anschlussstellenwünschen im hochrangigen Straßennetz.” Das Instrument sei seit 2008 sukzessive weiterentwickelt worden und habe sich bewährt, vor allem wenn es darum gehe, die Leistungsfähigkeit der angeschlossenen Straße zu erhalten. “Eine Änderung dieses Prüfinstruments ist derzeit nicht vorgesehen.”
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Zum Leidwesen des Lauteracher Bürgermeisters Rhomberg. “Die Situation ist unerträglich. Betriebe leiden massiv unter der Situation.” Der Vollausbau sei auch für die Entwicklung des zukünftigen Betriebsgebiets notwendig. “Interessierte Unternehmen fragen uns bereits, ob der Anschluss kommt oder nicht. Ich muss dann entgegnen, dass sie es wohl eher aus den Medien erfahren.” Denn die Kommunikation habe sich maßgeblich verschlechtert. Unter Landesrat Karlheinz Rüdisser hätte es noch ein- bis zweimal im Jahr Updates mit der Asfinag gegeben. “Jetzt gibt es gar nichts mehr.” Der Anschluss sei dringend nötig. “Lange galt als Ausrede, dass nun eben eine grüne Ministerin dafür verantwortlich sei. Aber seit fast einem Jahr ist dem nicht mehr so”, ärgert er sich.
Die Asfinag betonte in den VN kürzlich, dass man derzeit nach Möglichkeiten suche, die Leistungsfähigkeit der Rheintalautobahn zu verbessern. Eine Verkehrsbeeinflussungsanlage könnte helfen. Aber bis die kommt, dürfte es auch noch einige Jahre dauern.