Zweimal drei Prozent

Markt / 14.05.2018 • 20:15 Uhr / 4 Minuten Lesezeit

Vorarlberg bei Wirtschaftswachstum 2017 bundesweit im Mittelfeld. Aussichten bleiben gut.

Wien 2016 holte Vorarlberg den Wachstumspreis für das stärkste Wirtschaftswachstum aller Bundesländer in Österreich. Auch 2017 wuchs Vorarlberg auf gutem Niveau. Allein für den ersten Platz hat es nicht mehr gereicht.

Österreichs Wirtschaft verzeichnete 2017 mit drei Prozent das stärkste Wachstum seit zehn Jahren. „Alle österreichischen Bundesländer haben ihr Wachstumstempo gegenüber 2016 gesteigert“, erklärt UniCredit-Bank-Austria-Chefökonom Stefan Bruckbauer. Auf den Spitzenplätzen landeten die Steiermark (3,7 Prozent) bzw. Oberösterreich (3,6 Prozent). Vorarlberg liegt mit drei Prozent zusammen mit Kärnten auf dem fünften Rang.

Dabei war vor allem die Industrie die größte Wachstumsstütze. Sie profitierte durch die höhere Exportausrichtung insbesonders vom globalen Aufschwung. Im vergangenen Jahr exportierte die Vorarlberger Wirtschaft Waren im Wert von voraussichtlich rund 10,4 Milliarden Euro, ein Plus von fast neun Prozent und damit auch ein neuer Rekordwert. Die Hälfte der Exporte fallen dabei auf die Bereiche Eisen- und Metallwaren sowie den Maschinenbau. Ebenfalls erfreulich war die Entwicklung in der heimischen Bauwirtschaft. Die gute Konjunktur und die niedrigen Zinsen führten besonders im Hochbau zu einer regen Bautätigkeit. Eine hohe Investitionsbereitschaft zeigte sich auch unter den großen Unternehmen sowie im Tourismus.

Das Beschäftigungswachstum in Vorarlberg lag mit 1,9 Prozent im vorderen Drittel im Bundesländerranking. Uneinheitlich zeigt sich das Bild indes im Dienstleistungsbereich. Während Vorarlberg 2017 aufgrund der durchwachsenen Wintersaison 2016/17 als einziges Bundesland einen Rückgang der Nächtigungszahlen hinnehmen musste, stiegen die realen Umsätze im Einzelhandel um 0,9 Prozent und lagen damit im österreichweiten Spitzenfeld.

Tempo bleibt hoch

Angesichts des guten Starts ins Jahr werde die österreichische Wirtschaft im ersten Halbjahr 2018 das hohe Wachstumstempo des Vorjahres voraussichtlich halten. Im weiteren Jahresverlauf wird jedoch die Dynamik etwas abflachen, prognostizieren die Ökonomen der Bank. Mit 2,8 Prozent werde das Wirtschaftswachstum in Österreich 2018 trotzdem aber sehr kräftig ausfallen. Allerdings könnten zusätzliche Risiken wie vor allem die Unsicherheiten rund um protektionistische Tendenzen im globalen Handel die zu erwartende Konjunkturverlangsamung beschleunigen.

Erneut drei Prozent

Für Vorarlberg rechnet die UniCredit Bank Austria für 2018 mit einem Wachstum von drei Prozent und damit mit einem Anstieg über dem Bundesschnitt. Grund ist erneut die globale Konjunktur, von der man profitieren werde. Vorboten dafür seien die hohen Auftragsbestände und das starke Beschäftigungswachstum in der heimischen Industrie. Das Exportvolumen soll heuer auf 10,8 Milliarden Euro steigen. In der Bauwirtschaft rechnen die Ökonomen mit einem soliden Wachstum. Neben Industrie und Bau werden die kräftigsten positiven Impulse für den Arbeitsmarkt vom Handel, dem Tourismus sowie dem öffentlichen Sektor kommen. Auch sollen die Beherbergungsbetriebe 2018 erstmals die 9-Millionen-Nächtigungsmarke knacken. Steigend sei dabei vor allem der Nächtigungsanteil in qualitativ hochwertigeren Hotels. VN-reh