Das Alter sieht man ihm nicht an

Markt / 04.06.2018 • 20:19 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Den ersten Skilift der Alpen gab es auf dem Bödele.

Den ersten Skilift der Alpen gab es auf dem Bödele.

Vor 125 Jahren wurde der Grundstein für die touristische Entwicklung in Vorarlberg gelegt.

Dornbirn Vor 125 Jahren, im Jahr 1893, nahm die touristische Entwicklung in Vorarlberg ihren Anfang. Damals wurde der Landesverband für Fremdenverkehr gegründet, wobei die Geschichte des Tourismus eigentlich noch weiter zurückreicht. Bereits Jahre zuvor reisten erste Urlauber mit der Kutsche von Lindau ins Posthotel Rössle im Montafon, um die Berge der Region zu besteigen.

Es folgten die ersten motorisch betriebenen Aufstiegshilfen, auch die Erreichbarkeit wurde besser. Vor allem als neben dem Straßenbau ab 1884 auch die Arlbergbahn nach Vorarlberg fuhr. Heute ist der Tourismus mit seinen 1500 Betrieben und knapp 11.000 Mitarbeitern eine unverzichtbare Stütze für Vorarlberg. „Der Tourismus ist dafür verantwortlich, dass es in allen Regionen Vorarlbergs vergleichbare Lebensbedingungen gibt und nicht nur in den Ballungsräumen. Zudem ist er Impulsgeber für andere Sparten, weil seine Wertschöpfung über die eigene Branche hinausgeht“, sagt Landesstatthalter Karlheinz Rüdisser.

Beliebter denn je

Verzeichnete man Mitte der 1950er-Jahre in Vorarlberg noch rund zwei Millionen Nächtigungen, stieg man in den 80er-Jahren dank dem Aufkommen der Sommerfrische auf 8,8 Millionen. Danach ging es wieder bergab, denn Destinationen auf der ganzen Welt wurden leichter erreichbar, die Reiseerfahrung der Menschen nahm zu. Heute bewegt man sich wieder auf die Marke von neun Millionen zu. 60 Prozent der Gäste kommen im Winter, 40 Prozent im Sommer. Die Entwicklung hin zum Ganzjahrestourismus wird allerdings auch in Zukunft eine der entscheidendsten Weichenstellungen sein. Dabei helfen der Schweizer Franken oder die Unsicherheiten in anderen Ländern, die den Nahraum wichtiger werden lassen. „Das sind Gründe, aber keine Selbstläufer“, so Rüdisser. Vielmehr liege das am hohen Engagement der Gastgeber und der hohen Qualität. Deshalb sei das Urlaubsland heute beliebter denn je.

Konstante Bettenzahl

Die Zahl der Betten ist seit Jahren konstant und liegt bei 76.000. Nur deren Qualität wurde deutlich gesteigert. Auch das Wie habe sich verändert, sagt Tourismusdirektor Christian Schützinger. „Vor zehn Jahren reichte eine Homepage. Heute geht es darum, dass Vorarlberg als Destination überhaupt gefunden wird.“ Denn der Mitbewerb wächst und die Gästebedürfnisse haben sich massiv geändert. „Ging es früher im Sommer darum, mit der Familie eine Woche zu wandern, muss das Angebot heute deutlich vielfältiger sein“, so Schützinger. Zur Natur gesellen sich Aspekte wie Kultur und Kulinarik. Zudem verkürzt sich die Urlaubsdauer weiter. „Sich darauf einzustellen, war eine große Herausforderung für die Betriebe.“ Dafür habe sich die Saison auf beiden Seiten deutlich ausgedehnt und sei nicht mehr auf die Schulferien beschränkt.

Qualität und Angebot sind das, womit man auch in Zukunft punkten will. Die strategischen Weichen dafür wurden mit der Tourismusstrategie 2020 gestellt. Darin geht es um Mitarbeiterbindung, Vernetzung, Gastfreundschaft, Nachhaltigkeit, Regionalität sowie um die neue Ausbildung im Tourismus. Der Kampf um gute Mitarbeiter hat längst begonnen. „Die Nachfrage nach Urlaub in Vorarlberg wird bleiben“, ist sich Schützinger aber sicher. Und für Karlheinz Rüdisser steht fest: „Trotz seines hohen Alters ist der Tourismus im Land gut aufgestellt.“ VN-reh

Veranstaltungen wie berge.hoeren verbinden Kultur und Naturerlebnis.
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Die Pfänderbahn war 1872 die erste Seilbahn Vorarlbergs.

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Der erste Gästeskikurs Österreichs fand 1906 in Zürs statt. vt, Stadtarchiv Dornbirn, Montafon Tourismus

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Skifahren ist nach wie vor die Hauptmotivation der Wintergäste, die nach Vorarlberg kommen.

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