Innovation in 3D und Silicon

Markt / 15.03.2019 • 19:15 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Gernot Stoppel ist stolz, in der Dichtungstechnik in Österreich Vorreiter und der einzige Hersteller, welcher im 3D-Druck Dichtungen produzieren kann, zu sein. tecnoseal
Gernot Stoppel ist stolz, in der Dichtungstechnik in Österreich Vorreiter und der einzige Hersteller, welcher im 3D-Druck Dichtungen produzieren kann, zu sein. tecnoseal

tecnoseal ist in der Dichtungstechnik Vorreiter in Österreich.

Lustenau tecnoseal hat seit der Gründung 2010 einen beeindruckenden Lauf hingelegt. Die Metapher passt nicht nur, weil Gründer und Geschäftsführer Gernot Stoppel (50) begeisterter Triathlet ist, sondern weil er seit dem Start ein enormes Wachstumstempo an den Tag gelegt hat. Der Produzent von Dichtungen stieß von Anbeginn an auf eine große Nachfrage. Der Umsatz stieg von Jahr zu Jahr zwischen 30 und 100 Prozent.

Dieser Erfolg war für den Unternehmer aber nie ein Grund, sich auszuruhen. Er sagte sich, sollte es einen 3D-Drucker geben, der Dichtungen druckt, bin ich der Erste, der ihn hat. Gesagt, getan. Heute ist das Lustenauer Unternehmen als erster Dichtungshersteller in Österreich in der Lage, neben gedrehten und geplotterten Dichtungen, auch welche im 3D-Druck aus Silicon herzustellen. „Die gedruckten Dichtungen können dann direkt in die Serienteile verbaut werden. Sie haben eine hohe Stabilität, sind bis 200 Grad temperaturbeständig sowie benzin- und ölbeständig und können in zwei verschiedenen Härten gedruckt sowie auf Wunsch auch eingefärbt werden“, erklärt Stoppel im VN-Gespräch.

Neben der Dichtungstechnik kann tecnoseal mit diesem Verfahren auch sonstige Formteile fertigen, Prototypen, Funktionsmuster oder auch Serienteile. „Für einen Prototypen beispielsweise musste früher erst einmal ein Aluwerkzeug gefräst werden. Das hat Zeit und Geld gekostet“, so der Unternehmer über das Alleinstellungsmerkmal im Prototyping. Bei tecnoseal schickt der Kunde eine Zeichnung und hält 24 Stunden später das Resultat in den Händen. Ein Unternehmen wisse dadurch schneller, ob eine Entwicklung auch tatsächlich funktioniere.

Das schätzen die Kunden, die aus unterschiedlichsten Branchen kommen. Darunter sind Unternehmen aus den Bereichen Automotive, Motorsport, Schuhe, Beleuchtung, Dental oder Medizintechnik. Zudem können mit dem 3D-Druck-Verfahren auch harte Bauteile aus Acryl gedruckt werden. So können selbstschneidende Schrauben eingedreht werden, ohne dabei das Material zu sprengen.

Geben und Nehmen

Dass tecnoseal auf einem so erfolgreichen Weg unterwegs ist, liegt für Gernot Stoppel auch ganz klar an den Mitarbeitern. Seine persönliche Einstellung dazu: „Wenn jemand vom Fach kommt, kostet das auch. Man kann nicht nur verlangen, sondern muss auch geben. Mitarbeiter sind nur motiviert, wenn es ihnen gut geht.“

Aufgrund der guten Entwicklung des Dichtungsspezialisten wird auch der Platz im Millennium Park langsam eng. Jedoch ist eine Lösung bereits in Sicht. „Wir haben die Möglichkeit, den zweiten Stock dazuzumieten“, so Stoppel, der neben dem Standort in Lustenau auch einen weiteren in Italien hat.

Projekte im Köcher

Für heuer ist der Unternehmer jedenfalls optimistisch. Im vergangenen Jahr konnte ein Umsatzplus von 36 Prozent erzielt werden. Heuer könne man wahrscheinlich verdoppeln. Denn man habe zwei, drei sehr interessante Projekte im Köcher. Auch darüber hinaus ist Stoppel zuversichtlich. Zum einen gebe der Markt noch viel her. „Ohne Dichtung kommt kein Kaffee aus der Maschine und fährt kein Auto“, gibt er zwei Beispiele. Auch wenn der Bereich Erstausrüstung zurückgehe, steige wiederum der Reparaturbereich.

In beiden ist tecnoseal vertreten. Auch bei den Prototypen sieht er weiterhin hohen Bedarf. Schließlich sei die Entwicklung neuer Produkte für Unternehmen unabdingbar.