Ein gutes Jahr

Markt / 30.04.2019 • 20:18 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Raiffeisen-Bilanz (v. l.) Richard Erne (Obmann GL der Raibas), Vorstand Michael Alge, Vorstandsvorsitzender Wilfried Hopfner, Vorstand Jürgen Kessler. Rauch
Raiffeisen-Bilanz (v. l.) Richard Erne (Obmann GL der Raibas), Vorstand Michael Alge, Vorstandsvorsitzender Wilfried Hopfner, Vorstand Jürgen Kessler. Rauch

Vorstandschef Hopfner: „2018 war ein höchst erfolgreiches Geschäftsjahr für Raiffeisen.“

Bregenz Vor einem Jahr war der Vorstandsvorsitzende der Raiffeisenlandesbank, Wilfried Hopfner, zurückhaltend in der Prognose der künftigen Entwicklung. Ein Minus von 30 Prozent beim Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit sagte der Banker für 2018 voraus. Geworden ist es ein Plus von 7,1 Prozent – oder in Geld: 72,9 Millionen Euro. Aber es sei keinesfalls tiefgestapelt gewesen, sondern eine „konservative Einschätzung“ der Entwicklung, „wie es unsere Art ist.“ Umso mehr freut sich der Vorstand der Bank, neben Hopfner Michael Alge und Jürgen Kessler sowie der Obmann der Geschäftsleitervereinigung der Raibas, Richard Erne, über die am Dienstag präsentierte Bilanz des Raiffeisenbankgruppe. Die möchte sich aber nicht nur auf die nackten Zahlen berufen, sondern auf eine Reihe anderer Leistungen.

Nachhaltigkeit punktet

Denn man habe auch viel getan, das dem Gemeinwohl wohl tue. Mit exakt 1,924 Millionen Euro sponserte die Genossenschaftsbank Projekte mit einem Fokus auf die Bereiche Jugend, Schule, Kultur, Soziales und Sport, acht Prozent mehr als 2017. Die Plattform miteinander, 2015 lanciert, hat inzwischen ein Gesamtvolumen von 435.800 Euro für Projekte wie „Essbare Stadt Dornbirn“ oder „Pia will Skifahren“ des Kinderdorfes eingesammelt – insgesamt sind es 81 Projekte, die über die Plattform realsiert wurden und werden. Nachhaltigkeit punktet auch bei Anlegern. 20 Prozent beträgt das Plus in die drei größten Raiffeisen-Nachhaltigkeitsfonds, in welche die Vorarlberger derzeit 80,5 Millionen Euro investiert haben. Und die Nachfrage hält an, zumal die Rendite trotz des Fokuses auf Umwelt und Soziales, berichtet Raiffeisen-Boss Hopfner.

Digital und stationär

Die Genossenschaftsbanker rüsten auch digital auf, denn immer mehr Kunden nutzen immer mehr elektronische Dienstleistungen der Bank. Mit dem eigenen System ELBA sei man größter Anbieter in der Branche Dennoch werde man auch weiterhin die Bank sein, die für ihre Kunden vor Ort präsent sein werde nach dem Motto „Der Banker zum Angreifen, die Bank auf Knopfdruck.“ Die 18 selbstständigen Raiffeisenbank mit ihren 76 Bankstellen bleiben mit dieser Dichte größte stationäre Bank im Land. Durch Fusionen der Ortsbanken habe man sich für den Wettbewerb der Zukunft gerüstet, vorerst sind keine weiteren Zusammenlegungen, die immer von den einzelnen Ortsgenossenschaften ausgehen und nicht von der Zentrale, geplant. Wert lege man auf gut ausgebildete Mitarbeiter, denn bei aller Digitalisierung sei es wichtig, echte Ansprechpartner zu haben, sind sich die Raiffeisen-Banker einig. Und vergessen nicht, den Direktbanken einen Seitenhieb zu verpassen. „Sie alle kennen die Angebote, die ein vermeintlich Gratis-Girokonto anpreisen. Wir alle wissen, dass es wirklich gratis nicht gibt“, sagt Hopfner und verweist auf das Sammeln von Kundendaten, „die oft als das neue Erdöl gesehen werden.“

Festzinskredite nehmen zu

Die Raiffeisen-Bilanz zeigt in allen wesentlichen Bereichen nach oben. So wurden die Neukredite gesteigert, besonders im Wohnbau. Die Wohnbaukredite sind gestiegen, die Laufzeiten länger geworden. Was sich auch geändert hat: 56 Prozent der Kreditnehmer entschieden sich 2018 für einen Festzinskredit. Bisher waren flexible Zinsen des Vorarlbergers Favorit. Erfreulich: Auch die Zahl notleidender Kredite (Non Performing Loan Ratio) ist mit 2,6 Prozent weiter zurückgegangen. VN-sca

Raiffeisen Bilanz 2018

Bilanzsumme 12,318 Mrd. Euro (+1,5%)

Forderungen an Kunden 8,162 Mrd. (+4%)

Verwaltetes Kundenvermögen 10,674 Mrd. Euro (-6,7%)

EGT 72,9 Mill. Euro (+7,2%)

Gesamtkapitalquote 17,6%

Mitarbeiter 1458

Neukunden 5631 (+1,3%)