S.I.E digitalisiert die Medizintechnik

Markt / 31.05.2019 • 18:37 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Die Digitalisierung in Labors und Krankenhäusern schreitet voran. S.I.E Solutions liefert die leistungsfähige und sichere Hardware. S.I.E.
Die Digitalisierung in Labors und Krankenhäusern schreitet voran. S.I.E Solutions liefert die leistungsfähige und sichere Hardware. S.I.E.

Das Unternehmen ist Innovationstreiber bei medizinischen Plattformen und Sicherheitslösungen.

Lustenau Digitale Bildinformationen sind für den Operationssaal der Zukunft unerlässlich. Sie helfen, Eingriffe effizienter, einfacher und weniger invasiv für den Patienten zu gestalten. Bildgebende Verfahren wie Ultraschall, Röntgen, MRT, CT oder auch Mikroskopie liefern heute hochauflösende Bilder, 3D- und Echtzeitdarstellungen. Möglich wird das jedoch erst durch leistungsstarke Rechner. Das Lustenauer Unternehmen S.I.E Solutions ist Spezialist in der Entwicklung und Fertigung hochperformanter Rechnersysteme sowohl für Medical Start-ups als auch für renommierte Medizintechnik-Konzerne. „Wir liefern anspruchsvolle Baugruppen bis zum Endgerät für die Medizintechnik. Das reicht vom Computer samt Betriebssystem, Wagensystemen mit 2D/3D-Monitoren und Kameras bis zur dazugehörigen Touchbedienung. Einzig die Anwendungssoftware kommt vom Kunden“, sagt Markus Dillinger, Geschäftsführer bei S.I.E Solutions. Intuitive Touchscreen-Interfaces der Firma vereinfachen auch die Bedienung mobiler Diagnosegeräte. Diese „Minilabore“ werden an den sogenannten „Point of Care“, also unmittelbar auf der Krankenstation oder in der Arztpraxis zur schnellen und sicheren Analyse z.B. von Blutgasen, Elektrolyten oder zur Molekulardiagnose eingesetzt.

Enge Zusammenarbeit

„Während wir früher für Produktentwicklungen ein vorgefertigtes Lastenheft mit allen Spezifikationen vom Kunden erhielten, ist das heute aufgrund verkürzter Innovationszyklen nicht mehr üblich. Das macht uns zum Innovationsgeber und erfordert eine enge Zusammenarbeit mit unseren Kunden, denn sie wissen um die Bedürfnisse von Ärzten, Chirurgen und Krankenhauspersonal Bescheid. So entstehen passgenaue individuelle Lösungen“, beschreibt Dillinger die gemeinsame Konzeptionierung eines neuen Medizinsystems von Beginn weg. Resultat dieses Erfolgswegs sind langfristige Beziehungen und ein kontinuierlich wachsendes Produkt- und Dienstleistungsspektrum. Um selbst zum Impulsgeber für schnellere Fertigungsprozesse zu werden, arbeitet S.I.E stark daran, plattformbasierte Lösungen anzubieten. Das sind standardisierte Hardware- und Softwaremodule, die nach den Vorstellungen der Kunden konfigurierbar sind und die Zertifizierung zuverlässig durchlaufen. „Durch Plattformen können wir die Variantenvielfalt reduzieren, Kosten senken und die Projektlaufzeit deutlich verkürzen. Für unsere Kunden bedeutet das auch Vorteile in der Schulung, da es sich um idente Technologien in unterschiedlichsten medizinischen Anwendungen handelt.“

S.I.E arbeitet weiters an einer gehärteten Hardware zur sicheren Datenübertragung von Medizingeräten und Kliniknetzwerken. Weit sensiblere Datenschutzbedürfnisse und eine deutlich mehr im Mittelpunkt stehende Ausfallsicherheit zeichnen den Medical-Sektor aus. „Wir wollen ein Zukunftsprodukt auf den Markt bringen, das einfach an die medizinische IT-Infrastruktur angeschlossen werden und Daten sicher verschlüsselt zur Verfügung stellen kann.“

Cyber-Sicherheit

Das erhöht nicht nur die Cyber-Sicherheit, sondern ermöglicht auch die vorausschauende Wartung von Geräten. „Der Ausfall eines OP-Mikroskops ist ein großes Problem für ein Spital.“ Zustandsdaten eines Geräts erlauben die frühzeitige Wartung, um Ausfälle über den Life-Cycle fast bis auf null zu senken. „Daten werden künftig zum Wertschöpfungsfaktor, und dafür entwickeln wir schon jetzt Sicherheitslösungen.“

Die Idee dazu stammt vom Konnektor für die deutsche Gesundheitskarte, den S.I.E mitentwickelt hat. Dieses neue Gerät bindet unter anderem Ärzte an das deutsche Gesundheitsnetz an, um Patientendaten sicher und verschlüsselt zu transferieren. S.I.E selbst setzt sich intensiv mit neuen Organisationsmethoden auseinander, um Effizienz und Qualität zu sichern. Die soziokratische Methode etwa bricht die klassische Hierarchie auf und bindet alle Mitarbeiter aktiv in Entscheidungen und die Ideenfindung mit ein.