Steuerberater und Wirtschaftsprüfer hoffen auf Umsetzung der Steuerreform

02.06.2019 • 07:00 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Steuerberater- und Wirtschaftsprüfer-Präsidenten Jürgen Reiner (l., Vbg.) und Klaus Hübner (Ö) appellieren an Politiker, Reformkurs fortzusetzen. VN/STEURER

Kammerpräsidenten Klaus Hübner und Jürgen Reiner warnen vor langem Stillstand bei der Umsetzung der Steuerpläne.

Bregenz Bis Samstag tagten über 600 österreichische Steuerberater und Wirtschaftsprüfer im Festspielhaus, um sich in aktuellen Themen auf den neuesten Stand zu bringen. Eigentlich wäre das Hauptthema die Umsetzung der Steuerreform gewesen, doch die hat bekanntlich aufgrund des Strache-Outings auf Ibiza nach der Ankündigung die Umsetzung nicht geschafft. Obwohl: „Bei gutem Willen ließe sich das machen“, sagen der österreichische Kammerpräsident Klaus Hübner und der Vorarlberger Präsident Jürgen Reiner im Gespräch mit den VN.

Parlament aufwerten

Denn mit den Vorschlägen waren die Steuerberater bis auf Details einverstanden. Das Ministerium habe einen guten Job gemacht, eigentlich stünde einer Absegnung der Reform nichts entgegen, so Hübner, der auch die Parlamentarier lockt. Wenn diese immer wieder darüber klagen, dass der Nationalrat übergangen werde, sei doch „jetzt der richtige Zeitpunkt, um diesen wieder aufzuwerten, den Stellenwert zu erhöhen“. Die Regierungskrise und die Neuwahlen bedeuten ein Jahr Reformstillstand, so die Steuerexperten. Die Konzentration der Finanzbehörden, vor allem der Finanzämter und der Steuerfahndung, sei gut und notwendig, wichtig sei aber die von den Vorarlberger Steuer- und Wirtschaftsberatern urgierte Regionalität, also dass die Ansprechpartner vor Ort bleiben, macht Hübner auf einen Erfolg Reiners aufmerksam.

Für die Prüfer ist nicht nur wichtig, dass eine Digitalsteuer international akkordiert werden muss, wenn auch eine österreichische Lösung als Signal an die großen Konzerne durchaus kein Fehler gewesen sei. Erwartet werden auch Ökosteuern. Da haben die Wähler bei der EU-Wahl klar ihre Präferenzen gezeigt. Auch die sollten in der EU oder international akkordiert werden. Doch nicht alle Steuern sollen vereinheitlicht werden, denn ein „Steuerwettbewerb hat auch was Gutes für sich“. Die Tätigkeit der Branche habe sich schon verlagert, so Hübner, „Steuerberater müssen für Rechtssicherheit sorgen, sie sind quasi Compliance-Berater ihrer Klienten.“