Weltwirtschaft am Scheideweg

28.06.2019 • 17:02 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Dornbirn Die Weltwirtschaft wird in den kommenden Quartalen wahrscheinlich nur ein geringes Wachstum unter dem Potenzial aufweisen. Ob es sich dabei lediglich um eine Schwächephase oder um den Übergang zu einer Rezession handelt, kann heute nicht beantwortet werden. Über den Finanzmärkten schwebt der Handelskonflikt der USA mit China. Es bleibt die Frage offen: Eskaliert das Kräftemessen der größten Volkswirtschaften der Welt oder einigen sich beide Parteien auf eine tragfähige Lösung, wie sie in künftig zusammenarbeiten?

Bereits im 2. Halbjahr 2918 war die Weltwirtschaft mit durchschnittlich rund 2,5 Prozent lediglich am Potenzial gewachsen. Im 1. Quartal 2019 zog das Wachstum dann mit real 2,9 Prozent noch einmal kräftig an.

Die im zweiten Quartal veröffentlichten Frühindikatoren für das Wirtschaftswachstum deuten auf eine Verlangsamung des Wachstums auf unter 2,5 Prozent hin. Aus der Vogelperspektive betrachtet wackelt ein Grundpfeiler des nach dem 2. Weltkrieg aufgebauten Wirtschaftssystems: der regelbasierte immer freiere Welthandel. Die erhöhte Unsicherheit, wie es weitergeht, beschädigt die Unternehmensstimmung und die Bereitschaft neue Investitionen zu tätigen, halten die Anlageexperten der Erste Asset Management fest.

Positive Daten kommen dagegen vom Arbeitsmarkt. Die Arbeitslosenraten sind weltweit auf einem niedrigen Niveau, das Beschäftigungswachstum hält an. Im OECD-Raum betrug die Arbeitslosenrate im Monat April lediglich 5,2 Prozent. Solange die Werte niedrig bleiben, ist das Wachstum der Einkommen und des Konsums gut unterstützt.

Was bedeutet das alles für die Börsen und andere Wertpapiere mit Risiko: Die Ängste vor einer Rezession sind zu einem bestimmten Maß bereits in den Marktpreisen enthalten. Eine wirtschaftliche Schwächephase wäre nicht notwendigerweise negativ. Mögliche Rückschläge muss man an den Risikomärkten immer im Auge behalten.

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ines.frei@dornbirn.sparkasse.at, Ines Frei, Veranlagungsspezialistin Sparkasse, www.erste-am.at