Neuer Rekord für Vorarlberger Exporteure

Markt / 15.07.2019 • 21:00 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Die Exportwirtschaft erreicht trotz schwieriger Bedingungen ein neuerliches Rekordergebnis. VN/PAULITSCH

Mit 10,49 Milliarden Euro wurde neue Bestmarke erreicht. Situation bleibt aber herausfordernd.

Feldkirch Die globalen Rahmenbedingungen sind nicht mehr ganz so rosig und dennoch haben die heimischen Exporteure der Situation im vergangenen Jahr ordentlich getrotzt. 2018 konnten alle Bundesländer außer Wien ihre Ausfuhren ins Ausland steigern. Nach vorläufigen Zahlen der Statistik Austria wurden insgesamt Waren im Wert von 150 Milliarden Euro exportiert. Das entspricht einem Plus von 5,7 Prozent zum Vorjahr.

Auch die Vorarlberger Exportwirtschaft kann auf ein erfolgreiches Jahr zurückblicken. Beim Exportvolumen wurde erneut ein Rekord erreicht. Insgesamt wurden 2018 Waren und Dienstleistungen im Wert von 10,49 Milliarden Euro exportiert. Das entspricht einem Plus von 2,9 Prozent und damit etwas weniger als zuvor.

2017 betrug die Steigerung noch 6,8 Prozent aber da waren die Bedingungen noch andere. „Die Konjunktur trübt sich international ein, die Prognosen für wichtige Exportpartner der Vorarlberger Wirtschaft wurden herabgestuft“, betont WKV-Präsident Hans Peter Metzler.

Die internationalen Entwicklungen werden intensiv beobachtet. Denn vom Export hängt für Vorarlberg einiges ab. So werden sechs von zehn Euro des Bruttoinlandsprodukts im Außenhandel generiert und jeder zweite Arbeitsplatz hängt direkt oder indirekt vom Export ab. „Umso erfreulicher ist es, dass die Nachfrage nach qualitativ hochwertigen Produkten und Dienstleistungen aus Vorarlberg ungebrochen groß ist“, sagt Landeshauptmann Markus Wallner.

Kessel und Maschinen

Mit einem Exportvolumen von 2,03 Milliarden Euro an erster Stelle liegen in der Beliebtheitsskala dabei Kessel, Maschinen und mechanische Geräte. Dahinter folgen Waren aus unedlen Metallen wie Eisen, Stahl oder Aluminium (1,52 Milliarden Euro) sowie elektrische Maschinen und Waren 870 Millionen Euro). Die meisten Exporte gehen dabei ins Nachbarland. Deutschland ist mit einem Exportvolumen von 3,1 Milliarden Euro weiterhin der wichtigste Handelspartner. Auf Platz zwei und drei folgen die Schweiz (1,2 Milliarden) sowie Italien (622 Millionen). Ein überdurchschnittlich starkes Wachstum von 16,7 Prozent auf 547 Millionen Euro gab es beim Handel mit den USA, dem viertwichtigsten Exportpartner Vorarlbergs. „Die USA bleiben der wichtigste nicht-europäische Exportmarkt für Vorarlberg“, erklärt Hans Peter Metzler. Ein Minus in der Exportbilanz gab er erwartungsgemäß mit Großbritannien (-3,1 Prozent, 292 Millionen Euro) sowie mit Russland (-13,3 Prozent, 117 Millionen Euro).

Planung schwierig

„Diese Beispiele machen die herausfordernde Situation für die Vorarlberger Exportwirtschaft deutlich: Unklare Rahmenbedingungen machen eine vorausschauende und sichere Planung für unsere Unternehmen mit einigen Ländern sehr schwierig“, sagt WKV-Präsident Hans Peter Metzler. Zu den größten Unsicherheitsfaktoren zählen dabei Großbritannien mit dem Brexit, der Handelskonflikt zwischen den USA und China oder die wirtschaftlichen Situation in der Türkei. „Die gestiegenen Konjunktursorgen weltweit belasten die Stimmung in der heimischen Wirtschaft immer stärker“, sagt auch Bank-Austria-Chefökonom Stefan Bruckbauer. Politische Unsicherheiten und Handelskonflikte seien schlecht für das Exportgeschäft. VN-reh