Sie lassen sich in die Karten blicken

Markt / 10.09.2019 • 22:40 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Der „Plattform V“ haben sich mittlerweile 34 Unternehmen angeschlossen, die sich mittels persönlichem Einsatz und einem Mitgliedsbeitrag einbringen. IV
Der „Plattform V“ haben sich mittlerweile 34 Unternehmen angeschlossen, die sich mittels persönlichem Einsatz und einem Mitgliedsbeitrag einbringen. IV

34 Firmen arbeiten gemeinsam an digitalen Geschäftsmodellen.

Lustenau In Vorarlberg lässt man sich nicht so gerne in die eigenen Karten schauen. Dass es nun eine Initiative gibt, die genau gegen diese Mentalität handelt, ist in der Form neu. In der nun gegründeten Plattform V arbeiten 34 Vorarlberger Unternehmen und Institutionen gemeinsam an Problemlösungen.

Wie es so weit kam? Von den Protagonisten wird der Prozess mit einem „Pflänzchen“ verglichen. Die Idee wurde vor über einem Jahr bei einem Treffen von mehreren Vorarlberger Unternehmen geboren. Es folgten weitere Gespräche. Die Industriellenvereinigung unterstützte das Vorhaben. Am Ende stand fest: Es gibt Interesse daran, gemeinsam an neuen digitalen Geschäftsmodellen zu arbeiten und damit die Innovationskultur im Land zu öffnen.

Neu gewählter Obmann der Plattform ist Unternehmer Hubert Rhomberg. Der CEO der Rhomberg Holding und Vizepräsident der Industriellenvereinigung Vorarlberg war der Treiber der Idee. Mit ihm im Vorstand des unbhängigen Vereins sind Gerhard Humpeler (CFO Julius Blum), Peter Kloiber (Vorstand Gebrüder Weiss), Helmut Mennel (Vorstand illwerke vkw) und Anton Steurer (GF TIP Technik und Informatik Partner).

Die Chance, die Rhomberg sieht, ist jene des Kräftebündelns. „Die Gesellschaft und die Geschäftswelt haben sich durch die Digitalisierung stark verändert und werden dies in Zukunft noch viel fundamentaler tun. Die Innovationszyklen haben rasant zugenommen. Ich bin überzeugt, mit den gestrigen Methoden wird man in Zukunft nicht mehr nachhaltig erfolgreich sein.“ Daher seien unternehmensübergreifende Initiativen wie die Plattform V der richtige Weg.

Die Unternehmen bringen sich mit persönlichem Einsatz sowie einem Mitgliedsbeitrag ein. Konkret treffen sich die Mitglieder zu bestimmten Themenfeldern wie beispielsweise Data Analytics oder Mobilität. Teilweise moderiert durch externe Experten geht es zunächst darum, herauszufinden, wo die jeweiligen Bedürfnisse und Problemstellungen in den einzelnen Betrieben liegen. Gemeinsam wird dann an einer möglichen Lösung gearbeitet beziehungsweise werden in einem nächsten Schritt auch neue Geschäftsmodelle entwickelt. Man will umsetzungsorientiert arbeiten, sind sich die Mitglieder einig. Rhombergs Plädoyer gegen das Silodenken ist klar: „Niemand weiß so viel wie unterschiedliche Unternehmen, Mitarbeiter und die Gesellschaft zusammen.“ VN-reh

„Mit gestrigen Methoden wird man in Zukunft nicht mehr nachhaltig erfolgreich sein.“