Rhomberg Gruppe mit Allzeithoch: Gut gerüstet für die Zukunft

Markt / 27.09.2019 • 16:30 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Holzhybridbau am Südkreuz in Berlin: „Greta Thunberg würde Freude mit uns haben“, so Hubert Rhomberg zur Klimabilanz des Baus. FA

Rhomberg Gruppe 2018/19 auf Erfolgskurs: Historisches Umsatz-hoch.

Bregenz Die Zeit spielt für die Rhomberg Gruppe. So sieht das CEO Hubert Rhomberg. Für den Hybridbau ebenso wie für die nachhaltige Verdichtung, für die Bahntechnik und das Projekt Ringstraßenbahn in Vorarlberg sowie die Digitalisierung, wie von Rhomberg in den vergangenen Jahren vorangetrieben, sei jetzt die Zeit gekommen, sagt er in Bezug auf die Klimadiskussion. Und mit kurzen Wegen und den damit verbundenen CO2-Einsparungen argumentiert er auch die Weiternutzung des Steinbruchs Unterklien in Hohenems. Das geforderte Feststellungsverfahren soll klären, ob alle Schutzgüter in einem konzentrierten UVP-Verfahren oder in vorgelagerten Teilverfahren beurteilt werden. Es gehe keineswegs um Vorteilnahme, erwidert er entsprechende Vermutungen. „Wir wollen und müssen vom Land nur wissen, woran wir sind.“

Historisches Hoch

Für Rhomberg ist nicht nur der Ausblick rosig, auch das vergangene Jahr hat den Geschäftsführern Rhomberg und Ernst Thurnher Freude gemacht. Mit einem Umsatzplus von 6,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr und einem Gesamtumsatz von 753 Millionen Euro hat das Unternehmen den höchsten Umsatz in der Firmengeschichte erwirtschaftet. Zum Stichtag 31. März wurden insgesamt 2845 Personen beschäftigt. In Vorarlberg arbeiten derzeit 713 Mitarbeiter in der Gruppe. Getrieben sei das Wachstum im Bereich Bau vom Wohnbau, berichtet Thurnher mit Blick auf die „niedrigsten Zinsen seit 5000 Jahren“.

Vorarlberg bleibe in Sachen Bau und Ressourcen der Kernmarkt, doch fransen die Ränder aus. So gelang zusammen mit einem Schweizer Partner der Einstieg ins Schweizer Bauträger-Geschäft, in Lindau und Ravensburg werden große Quartiere entwickelt. In Ravensburg entstehen auf einem 35.000 Quadratmeter großen Areal 300 Wohnungen sowie Gewerbeflächen, Kindertagesstätte und Einrichtungen für Senioren. Wichtig sei, dass man einen Fokus auf die Nachnutzung bereits bestehender Flächen lege. Das ist auch in Vorarlberg der Fall, wo Rhomberg das 17.500 Quadratmeter große Rattpack-Areal in Dornbirn entwickeln wird. Kurz vor Umsetzung ist das Projekt David: Einzimmer-Mietwohnungen, die vor allem zugezogene Arbeitskräfte oder Studenten bewohnen sollen. Eine virtuelle Wohnung kann in der Firmenzentrale in Bregenz begangen und besichtigt werden.

 Zufrieden: Firmenchefs Ernst Thurnher und Hubert Rhomberg. FA
Zufrieden: Firmenchefs Ernst Thurnher und Hubert Rhomberg. FA

Aufwind auch im Bahnbau: Als klimaschonendstes Verkehrsmittel sei in dieser Sparte ein weiterer Aufschwung zu erwarten. Alleine schon deshalb, weil die EU ein milliardenschweres Investitionsprogramm angekündigt hat. Die Bahntechnik hat sich schon bisher dynamisch entwickelt: von 25 Millionen Umsatz im Jahr 1999 zu 430 Millionen Euro im vergangenen Geschäftssjahr.

Rundum-Bahn-Paket

Ziel der Rhomberg Sersa Rail Group, an der Rhomberg 50 Prozent hält, ist es nicht nur einzelne Projekte zu realisieren, sondern mit einem Rundum-Paket zu punkten. Mit solchen Rahmenverträgen, wie sie etwa mit den ÖBB, SBB oder Industriekunden abgeschlossen wurden, „lassen sich Schwankungen des volatilen Projektgeschäfts ausgleichen“. In Irland erhielt das dortige Tochterunternehmen einen 40-Millionen-Euro-Vertrag zur Instandhaltung des Schienennetzes. 150 Großmaschinen hat Rhomberg Sersa weltweit im Einsatz. Im Bereich Bahnbau wurde ein neues Verfahren für den sogenannten „festen Bahnbau“ entwickelt, das einen Vorsprung vor dem Mitbewerb sichern sollte.

Alle Aktivitäten werden von einer digitalen Offensive begleitet, die Rhomberg zu einem kooperativen und transparenten Unternehmen machen: „Ein Kulturwandel“, so Rhomberg.

Rhomberg Gruppe Geschäftsjahr 2018/19

Umsatz gesamt 753 Millionen Euro (+6,6 Prozent)

Umsatz Bau und Ressourcen 325 Millionen Euro

Umsatz Bahntechnik 428 Millionen Euro

Mitarbeiter 2845, in Vorarlberg derzeit 713

Standorte Österreich, Schweiz, Deutschland, Australien, Nordamerika, Großbritannien, Irland