Neun Millionen Euro für 50plus

Markt / 17.10.2019 • 19:08 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Neben unterschiedlichen Qualifizierungsmodellen gibt es bei Einstellung älterer Arbeitssuchender auch einen Lohnkostenzuschuss. Kaplan Bonetti
Neben unterschiedlichen Qualifizierungsmodellen gibt es bei Einstellung älterer Arbeitssuchender auch einen Lohnkostenzuschuss. Kaplan Bonetti

Ende September waren beim AMS Vorarlberg 2644 Personen, die älter als 50 Jahre sind, arbeitslos gemeldet.

Bregenz Auch wenn der Rückgang des in den vergangenen Jahren fast schon überhitzten Wachstums erst wie ein drohendes Gewitter über der Wirtschaft hängt, gibt es bereits Auswirkungen am Vorarlberger Arbeitsmarkt. Konnte aktuell bei Personen im Haupterwerbsalter mit 0,8 Prozent zum Vorjahr noch ein geringer Rückgang verzeichnet werden, stieg die Arbeitslosigkeit bei den über 50-Jährigen bereits an. „Personen über 50 Jahre sind die Ersten, die mit den negativen Folgen einer schwächelnden Konjunktur konfrontiert sind“, berichtet Bernhard Bereuter, Landesgeschäftsführer des AMS Vorarlberg. Auffallend sei, dass es in den letzten fünf Jahren zu einer Verschiebung innerhalb der Altersgruppen gekommen ist. Waren 2014 die meisten arbeitslosen Personen der Gruppe 50plus im Alter zwischen 50 und 54, so sind sie heute zwischen 55 und 59. Aktuell sind in der  Altersgruppe der 50- bis 54-Jährigen 1006 Personen arbeitslos gemeldet, bei den 55- bis 59-Jährigen sind es 1208 und bei den über 60-Jährigen 430.   

Das Arbeitsmarktservice Vorarlberg hat aufgrund der wirtschaftlichen Entwicklung die Unterstützung von Personen über 50 Jahre intensiviert. Neben unterschiedlichen Qualifizierungsmodellen gibt es seit heuer die Beschäftigungsinitiative „Come Back plus“. Hier wird das Arbeitsverhältnis von über 50-Jährigen, die mindestens zwölf Monate arbeitslos vorgemerkt sind, durch einen Lohnkostenzuschuss gefördert. In den ersten drei Monaten beträgt die Förderung 100 Prozent der Lohn- und Lohnnebenkosten, in den darauf folgenden sechs Monaten 50 Prozent. Das Budget für das gesamte Beschäftigungsprogramm 50plus beträgt für 2019 rund neun Millionen Euro.

Während beschäftigte Personen über 50 Jahre in der Regel hohes Ansehen in den Unternehmen genießen, falle es arbeitslosen Menschen dieser Altersgruppe schwer, wieder in den Arbeitsprozess zu kommen, berichtet Bereuter: „Neben gängigen Vorurteilen sind es meist gesundheitliche Einschränkungen sowie fehlende berufliche Qualifikationen, die einen Widereinstieg in den Arbeitsmarkt erschweren“. Von den arbeitslosen Personen über 50 Jahre haben 48 Prozent physische oder psychische Vermittlungseinschränkungen, und 1261 haben maximal einen Pflichtschulabschluss, das sind rund 48 Prozent aller Arbeitsuchenden in dieser Altersklasse. Ältere Arbeitslose sind zudem stärker von Langzeitbeschäftigungslosigkeit betroffen. Von den über 50-Jährigen sind aktuell 416 Personen länger als ein Jahr ohne Job.

„Arbeitssuchende über 50 Jahre merken als Erste die schwächelnde Konjunktur.“