Grünes Licht für Liebherr

Markt / 05.11.2019 • 22:21 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Liebherr darf sein Produktionswerk in Nenzing erweitern. Aus der Landesgrünzone werden sechs Hektar herausgenommen.vol.at/Rauch
Liebherr darf sein Produktionswerk in Nenzing erweitern. Aus der Landesgrünzone werden sechs Hektar herausgenommen.vol.at/Rauch

Landesregierung segnet Entnahme aus Grünzone ab. In Ludesch steht Entscheidung bevor.

Nenzing In den vergangenen Monaten gab es immer wieder heftige Diskussionen um Betriebserweiterungen, für die die Landesgrünzone angetastet werden muss. Hydro, Liebherr, Alpla und Rauch sind nur vier Beispiele, wo Expansionspläne eine breite Gegnerschaft hervorriefen und wo die Diskrepanz zwischen wirtschaftlichen Interessen und Naturschutz sichtbar wurde.

Für Liebherr in Nenzing gibt es nun positive Nachrichten. In der gestrigen Regierungssitzung wurde einstimmig beschlossen, dass für deren Betriebserweiterung sechs Hektar aus der Landesgrünzone herausgenommen werden dürfen. „Vier Hektar werden als Kompensationsfläche bereitgestellt. Der Rest soll über qualitative Umweltmaßnahmen kompensiert werden“, sagt Landeshauptmann Markus Wallner. Man bemühe sich bezüglich Grünzone streng zu bleiben, aber es müsse eine Diskussion möglich sein, um das Gegeneinander aufzulösen. Einen Teil über Ersatzflächen und einen Teil über eine höhere Umweltqualität zu kompensieren, könnte somit ein zukunftsfähiger Kompromiss sein.

Bei Liebherr ist man froh über das Ja aus Bregenz. „Wir freuen uns gemeinsam mit der Agrargemeinschaft Nenzing als Grundeigentümer über den positiven Beschluss der Landesregierung zur geplanten Erweiterung. Diese Entscheidung ist ein weiterer Beitrag zur Sicherstellung der langfristigen Wettbewerbsfähigkeit des Standorts Nenzing“, so Liebherr-Pressesprecher Wolfgang Pfister zu den VN. Sämtliche notwendigen Kompensationsmaßnahmen für die Herausnahme von Flächen aus der Grünzone seien bereits vollumfänglich definiert.

Bangen bezüglich Erweiterung müssen indes die Firmen Rauch und Ball in Ludesch. Am Sonntag wird über die Betriebserweiterung des Getränke- sowie des Aludosenproduzenten abgestimmt. Konkret geht es darum, ob 6,5 Hektar Landwirtschaftsfläche aus der Grünzone entnommen werden sollen.

Während sich die Initiative Ludesch vehement gegen die Herausnahme stellt, verweist Rauch-Geschäftsführer Jürgen Rauch auf die Einsparung von 8000 Lkw-Fahrten sowie die Ausgleichsmaßnahmen wie Dachbegrünung und Rückführung von Wasser.

Schützenhilfe bekommt er dabei von Wirtschaftskammerpräsident Hans Peter Metzler. „Wir müssen dankbar sein, dass ein so traditionelles Familienunternehmen weiterhin am Standort investieren will und an eine nachhaltige Wertschöpfung denkt. Dieses Bekenntnis unterstützen wir aus voller Überzeugung“. Der Bevölkerung müsse klar sein, dass es ohne eine gut funktionierende Wirtschaft, die auch Entwicklungsmöglichkeiten bekommt, Vorarlberg im globalen Geschehen schwer haben werde.

Kein gegenseitiges Ausspielen

Wirtschaftliche Interessen dürften dabei nicht gegen Umweltinteressen ausgespielt werden. Vielmehr brauche es eine Sensibilisierung für notwendige Entwicklungen bei aller Achtung für die Umwelt. „Die Wirtschaft ist Teil der Lösung, nicht des Problems.“ VN-reh

„Diese Entscheidung ist ein Beitrag zur Sicherstellung der langfristigen Wettbewerbsfähigkeit.“

„Wir müssen dankbar sein, dass ein Familienunternehmen am Standort investieren will.“