Geteilte Mobilität

Markt / 08.11.2019 • 18:44 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Ziel des Dornbirner Anbieters Caruso Carsharing ist es, Autos gemeinsam und effizient zu nutzen. Edith Rhomberg
Ziel des Dornbirner Anbieters Caruso Carsharing ist es, Autos gemeinsam und effizient zu nutzen. Edith Rhomberg

Caruso und Holmi sind Wegbereiter alternativer Mobilitätskonzepte.

Bregenz, Dornbirn Zukunftsfähige Mobilitätsservices erfreuen sich angesichts steigender Verkehrsaufkommen und dank intelligenter digitaler Lösungen zunehmender Beliebtheit. Ein Beispiel ist Carsharing, das es schon in mehr als 1000 Städten weltweit gibt. Seit 2015 besteht mit Caruso Carsharing auch ein ausgereiftes Konzept für Vorarlberg. „Carsharing funktioniert auch bei uns hervorragend“, sagt Caruso-Geschäftsführer Niko Fischer. Seit Gründung konnte Caruso sein Fahrzeugnetzwerk von fünf auf mittlerweile 37 Fahrzeuge steigern, die in Vorarlberg zur Verfügung stehen. „Die Zahl an Mitgliedern, die eine Kundenkarte besitzen und die Fahrzeuge online am PC oder per Smartphone buchen, steigt kontinuierlich.“ Die Vorteile von Carsharing liegen auf der Hand: Ein Fahrzeug, meist ein E-Auto, kann rund um die Uhr zu günstigen und transparenten Konditionen ausgeliehen werden. Kosten für Treibstoff, Versicherung, Werkstatt, Wartung etc. sind inkludiert. „Carsharing ist eine einfache und bequeme Alternative für Umdenker und Wenigfahrer.“

Kooperation

Carsharing ist eine flexible Ergänzung zu öffentlichen Verkehrsmitteln und vernetzten Mobilitätskonzepten. Die Kooperation mit dem Verkehrsverbund ist naheliegend. Sie ermöglicht es, Caruso Carsharing für die Mobilitätskarte VMobil Card freizuschalten. „Die VMobil Card wird so zur Kundenkarte, mit der die Autos geöffnet werden können. Zudem verringert sich der monatliche Mitgliedsbeitrag um die Hälfte“, erklärt Fischer. Darüber hinaus erarbeitet Caruso individuelle Carsharing-Projekte mit Gemeinden, Bauträgern und Unternehmen und ist österreichweit aktiv. „Beispielsweise kann ein bestehender Fuhrpark problemlos mit dem Caruso-System bestückt und somit an Randzeiten für Mitarbeiter oder sogar das gesamte Mitgliedernetz geöffnet werden. Das erhöht die Auslastung und trägt zur Refinanzierung der Fahrzeuge bei.“ Damit Carsharing einfach und unkompliziert möglich ist, braucht es zuverlässige webbasierte Lösungen. Seit Beginn verbindet eine enge Partnerschaft Caruso mit dem in nächster Nähe situierten Softwareanbieter Zemtu. Zemtu etabliert sich international als Entwickler professioneller Carsharing-Software.

Die Digitalisierung als Chance im Mobilitätsbereich nutzt auch Holmi. Mit dem Ziel, ausländischen Mobilitätsdienstleistern wie Uber und Co. ein kräftiges Signal entgegenzusetzen, starteten Jürgen Gunz und Matthias Kalb im Jahr 2018 das IT-Start-up. Holmi versteht sich als multimodaler Mobilitätsvermittler und bietet mit der Holmi-App eine technisch überlegene Lösung für unterschiedlichste Mobilitätsformen an. In Dornbirn können seit diesem Sommer über die App E-Scooter ausgeliehen werden. „In der derzeit laufenden Testphase bieten wir das Service „Rollmi“ in Zusammenarbeit mit der Stadt Dornbirn an, um ein möglichst nachhaltiges und geregeltes E-Scooter-Modell zu entwickeln“, erklärt Jürgen Gunz. Auch in Wien gibt es die auffallend roten E-Scooter, die an neuralgischen Knoten positioniert werden. Der E-Scooter-Verleih wird künftig verstärkt über Ausschreibungen reguliert, um das teils herrschende Chaos in Städten in den Griff zu bekommen. „Hier haben wir als einziges österreichisches Unternehmen, das ein innovatives System anbietet, gute Chancen.“ Holmi ist in Wien ebenfalls in der Vermittlung von Taxidienstleistungen erfolgreich unterwegs. Holmi plant, sein Angebot im Bereich der Mikromobilität stetig auszubauen. „Wir sind profitabel und unser Service ist skalierbar.“ Dafür soll bald ein Investor ins Boot geholt werden.