Das ändert sich nach der Fohrenburg-Übernahme

Markt / 20.11.2019 • 11:40 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Die zum Heineken-Konzern gehörende Brau Union will ihren Anteil an der Fohrenburg Brauerei von elf auf 74 Prozent erhöht werden. VN/STEURER

Brauerei-Geschäftsführer Sila im VN-Interview: Gösser-Radler für deutschen Markt aus Bludenz

Bludenz Diese Nachricht ist eingeschlagen wie eine Bombe. Die Bludenzer Traditionsbrauerei Fohrenburg soll mehrheitlich von der größten Brauerei Österreichs, der Brau Union, übernommen werden. Das wurde heute Vormittag bekannt. Was das für den Standort bedeutet, erläutert der Geschäftsführer der Brauerei Fohrenburg, Wolfgang Sila, im Gespräch mit den VN. „Für uns ist das eine große Chance“, sagt Sila. „Wir können die Kapazität unserer Anlage, die nicht ausgelastet ist, besser ausnutzen, weil wir Gösser Radler für den deutschen Markt abfüllen.“ Ansonsten bleibe Fohrenburger eine echte Vorarlberger Brauerei, sagt Sila, „wir werden an unsere Biere, z. B. das Biobier oder das Oberländer weiter anknüpfen“, verspricht Sila, der persönlich einen Anteil von neun Prozent an der Brauerei besitzt. Für ihn sei auch die weitere Selbstständigkeit wichtig gewesen und die Sicherung bzw. der Ausbau der Arbeitsplätze in Bludenz.

Brau Union will auf 74 Prozent erhöhen

Noch steht die Zustimmung der Kartellbehörde (BWB) aus, wenn diese grünes Licht gibt wird die Brau Union (im Eigentum von Heineken) ihren Elf Prozent-Anteil an der Fohrenburg Beteiligungs-AG auf 74 Prozent erhöhen. Die restlichen 26 Prozent bleiben bei Fruchtsafthersteller Rauch, bei Geschäftsführer Wolfgang Sila, der auch weiterhin die Geschäfte führen wird, und im Streubesitz. Braumeister Andreas Rosa hat das Unternehmen vor wenigen Wochen verlassen, für ihn wird ein Nachfolger gesucht. Rauch hat das Unternehmen Ende der 90er Jahre gekauft.

Wolfgang Sila erläutert im Gespräch mit den VN, was der Verkauf für den Standort in Bludenz bedeutet.
Wolfgang Sila erläutert im Gespräch mit den VN, was der Verkauf für den Standort in Bludenz bedeutet.

Für die Brau AG, die in Vorarlbergs Biermarkt bislang nur eine marginale Rolle spielte, ist die Übernahme der Eintritt in diesen Markt. Die Kooperation eröffne für Brau AG und Fohrenburger neue Möglichkeiten, auch in der Logistik können Synergien realisiert werden. Sowohl der Standort als auch die Marke Fohrenburg bleiben erhalten. Der Personalstand wird nicht dezimiert, sondern, so die erhofften Chancen am Markt realisiert werden, sogar steigen. Über Betriebsabläufe und eventuelle Veränderungen soll 2020 entschieden werden.

Derzeit beschäftigt das Bludenzer Traditionsunternehmen 135 Mitarbeiter und macht einen Umsatz von 29 Millionen Euro. Am Vorarlberger Markt ist die Brauerei nach der Mohrenbrauerei die Nummer zwei.