Digitale Helfer in vernetzter Welt

Markt / 09.12.2019 • 20:11 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Ohne Erfahrung kann das Exportgeschäft großen Schaden anrichten. Mit digitalen Helfern macht die Bank Austria das Geschäft für kleine Firmen sicherer. VN/Rauch
Ohne Erfahrung kann das Exportgeschäft großen Schaden anrichten. Mit digitalen Helfern macht die Bank Austria das Geschäft für kleine Firmen sicherer. VN/Rauch

Handelsplattform der Bank Austria ermöglicht Firmen den Schritt ins Ausland.

Schwarzach Die eine Seite der Digitalisierung im Finanzsektor ist, dass sich das Kundengeschäft mehr und mehr ins Netz verlagert und damit auch neue Strukturen verlangt, die für Banken und deren Mitarbeiter einschneidend sein werden. Daran gibt es keine Zweifel. Vergangene Woche hat die italienische UniCredit-Gruppe einen massiven Stellenabbau im Konzern angekündigt, auch in Österreich werden bei der Tochter Bank Austria Arbeitsplätze wegfallen. Am Service für die Kunden werde deshalb aber nicht gespart, stellt Susanne Wendler, Vorstand der UniCredit Bank Austria und dort für den Bereich „Unternehmerbank“ verantwortlich, klar. Die persönliche Betreuung der Kunden, zu der in Vorarlberg der größte Teil der großen Exportunternehmen zählen, sei für die Bank erste Kundenpflicht.  

Hand in Hand

Persönliche Betreuung und digitale Services schließen sich nicht aus, im Gegenteil. Sie ergänzen sich, funktionieren quasi Hand in Hand, versichert dei Bank-Managerin im Gespräch mit den VN und betont, dass ihr Institut zu den Pionieren des Digital Banking zähle und natürlich die richtigen Werkzeuge für ihre Kunden entwickle und zur Verfügung stelle. Auch jetzt wieder. Die Bank bietet mit dem Dienst „we.trade“ eine Dienstleistung an, die auch für kleinere Unternehmen den Schritt über die Grenze attraktiv und vor allem auch leichter macht. Denn gerade im Auslandsgeschäft biete die Digitalisierung den heimischen Unternehmen neue Möglichkeiten, sagt Wendler. „Das Thema Digitalisierung ist im Auslandsgeschäft von immer größer werdender Bedeutung und mittlerweile im Firmenkundenbereich nicht mehr wegzudenken“, so die Bankerin, die nicht vergisst darauf hinzuweisen, dass sechs von zehn Euro im Ausland erwirtschaftet werden, der Export für Wohl und Weh des  Standortes Österreich also substanziell ist. Gerade im Auslandsgeschäft bietet die Digitalisierung den heimischen Unternehmen neue Märkte, sagt Wendler. Die Wirtschaftskammer Österreich versucht deshalb seit Jahren mit verschiedensten Aktionen und Beratungen auch kleineren Unternehmen das Geschäft über der Grenze schmackhaft zu machen. Doch die Betriebe geben sich zögerlich. Über die eigenen Landesgrenzen hinweg Geschäfte zu machen, ist für die Unternehmen mit neuen Herausforderungen und Unsicherheiten verbunden: ein neuer, unbekannter Geschäftspartner, eine andere Sprache, eine andere Kultur und vielleicht sogar ein neues Rechtssystem. Die Plattform der Bank ist, so Fachleute, eine gute Möglichkeit, das Risiko einzuschränken.

Blockchain-Technologie

Die UniCredit ist Gründungsmitglied der Plattform we.trade, die Transaktionen im grenzüberschreitenden Geschäft von KMU ermöglicht und auf der Blockchain-Technologie basiert. Transaktionen werden damit erheblich transparenter und Geschäfte vor allem mit neuen Handelspartnern sicherer. Zahlungen können automatisch aktiviert werden, sobald zuvor definierte Bedingungen, wie zum Beispiel der Versand der Ware, erfüllt wurden.

Die UniCredit investiere 1,7 Milliarden Euro in IT-Systeme und digitale Innovationen. „Wir können eine Vielzahl unterschiedlicher Produkte entwickeln und testen. Das passiert in einzelnen Märkten, und bei Erfolg führen wir einen Roll-out durch.“ VN-sca

„Wir können eine Vielzahl unterschiedlicher Produkte entwickeln und testen.“