Löhne bis Steuern: Das ändert sich 2020

Markt / 27.12.2019 • 06:00 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
In Österreich waren Jobräder schon bisher möglich, allerdings mit Hürden. Nun werden sie steuerbefreit.<span class="copyright">VN/Paulitsch</span>
In Österreich waren Jobräder schon bisher möglich, allerdings mit Hürden. Nun werden sie steuerbefreit.VN/Paulitsch

Das neue Jahr 2020 bringt eine Reihe von Änderungen mit sich.

Schwarzach Das Jahr 2020 bringt Österreich nicht nur eine neue Bundesregierung, sondern auch eine Vielzahl an Änderungen bei Löhnen, Steuern und am Arbeitsmarkt.

Entlastung für Geringverdiener und Selbstständige

Bauern und Gewerbetreibende zahlen ab 2020 einen niedrigeren Krankenversicherungsbeitrag (6,8 statt 7,65 Prozent) und werden damit laut AK um bis zu 600 Euro jährlich entlastet. Wer mehr verdient, erhält auch eine höhere Entlastung. Umgekehrt ist es bei Arbeitnehmern: Hier profitieren nur Geringverdiener (bis 21.500 Euro Jahreseinkommen) von der Entlastung, und diese ist mit maximal 300 Euro jährlich gedeckelt. Geltend gemacht werden kann dieser „Sozialversicherungs-Bonus“ aber erstmals im Jahr 2021 für 2020. Pensionisten erhalten maximal 200 Euro jährlich. Kleinunternehmer sind künftig erst ab 35.000 Euro umsatzsteuerpflichtig (bisher 30.000), und für Kleinunternehmer mit Einkünften aus selbstständiger Arbeit und aus einem Gewerbebetrieb wird eine Pauschalierungsmöglichkeit geschaffen. Erhöht wird zudem die Grenze für die sofortige Abschreibung geringwertiger Wirtschaftsgüter von 400 auf 800 Euro.

AMS-Algorithmus

Ein Computerprogramm des Arbeitsmarktservice legt künftig fest, welche Arbeitslosen das AMS wie stark fördern soll. Der Ende 2018 testweise gestartete Algorithmus wird mit 1. Juli 2020 flächendeckend eingeführt. Die Kategorisierung ist wegen Fehleranfälligkeit umstritten.

Prämien für Bausparen und Zukunftsvorsorge

Die Prämien für Bausparen und die staatlich geförderte Altersvorsorge („Zukunftsvorsorge“) bleiben angesichts des Niedrigzinsniveaus an ihren Untergrenzen. Die Bausparprämie liegt wieder bei 1,5 Prozent. Für die Zukunftsvorsorge beträgt die Prämie weiterhin 4,5 Prozent.

Steuerfreie Dienstfahrräder

Firmen können für ihre Belegschaft Fahrräder ankaufen, ohne dass bei privater Nutzung ein Sachbezug anfällt. Die Arbeitgeber können auch den Vorsteuerabzug geltend machen, das heißt, die 20-prozentige Mehrwertsteuer fällt beim Kauf weg. Die neue gesetzliche Regelung gilt sowohl für normale Fahrräder als auch für solche mit Elektromotor.

Die Auflösungsabgabe fällt

Die Auflösungsabgabe, die Unternehmen seit 2013 bei der Beendigung von Dienstverhältnissen bezahlen müssen, wird per 1. Jänner 2020 abgeschafft.

Neue Finanzamtstruktur

Mit 1. Juli tritt die Reform der Finanzverwaltung in Kraft. Damit werden die 40 Finanzämter zu einem „Finanzamt Österreich“ zusammengelegt, auch die neun Zollämter fusionieren. Das soll raschere und einheitlichere Entscheidungen bringen. Zudem wird es ein Finanzamt für Großbetriebe und ein Amt für Betrugsbekämpfung geben.

5G-Ausbau und Versteigerung

Im ersten Halbjahr werden weitere Frequenzen versteigert, die die 5G-Technologie in die Fläche bringen sollen. Bis zum Jahr 2025 sollen etwa 98 Prozent der Bevölkerung mit einer Downloadgeschwindigkeit von 10 Mbit pro Sekunde versorgt werden. Bis 2023 sollen weiters 98 Prozent der Autobahnen, Schnellstraßen und ausgewählten Bahnstrecken sowie 90 Prozent der Bundes- und Landesstraßen an das 5G-Netz angebunden werden. Dadurch soll autonomes Fahren möglich werden.

Weniger Mehrwertsteuer auf digitale Zeitschriften

Die Mehrwertsteuer auf digitale Zeitschriften, Bücher und Hörbücher sinkt mit 1. Jänner auf zehn Prozent. Bisher kam der ermäßigte Steuersatz nur bei gedruckten Büchern und Zeitungen zur Anwendung, elektronische Publikationen wurden mit 20 Prozent besteuert.

Öffnung des Arbeitsmarktes für Kroaten

Ab 1. Juli 2020 muss auch Österreich seinen Arbeitsmarkt für kroatische Staatsbürger öffnen – die maximal zulässige Übergangsfrist von sieben Jahren wird dann voll ausgeschöpft sein.

Löhne und Gehälter steigen

Die Metaller bekommen im Schnitt 2,7 Prozent mehr. Beamte bekommen durchschnittlich 2,3 Prozent Gehaltserhöhung, die Handelsangestellten 2,35 Prozent. Für die Fahrradzusteller gibt es ab 1. Jänner 2020 den überhaupt weltweit ersten Kollektivvertrag. Ab Jänner gilt für sie nun ein Basislohn von 1506 Euro brutto im Monat plus Weihnachts- und Urlaubsgeld. Kleine Pensionen bis 1111 Euro werden ab 1. Jänner um 3,6 Prozent angehoben. Die Politikergehälter werden um 1,8 Prozent steigen.