Vorarlberger Mittelstand zuversichtlich für 2020

Markt / 14.01.2020 • 18:43 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Der Vorarlberger Mittelstand ist für das neue Jahr gut aufgestellt. 97 Prozent sehen ihre Geschäftslage laut EY positiv. Reuters
Der Vorarlberger Mittelstand ist für das neue Jahr gut aufgestellt. 97 Prozent sehen ihre Geschäftslage laut EY positiv. Reuters

Unternehmen im Land deutlich optimistischer als in Restösterreich.

Wien, Schwarzach „Das hat mich gewundert“, gibt der Autor des Mittelstandsbarometers des Unternehmens- und Wirtschaftsberatungsunternehmens EY, Erich Lehner, zu. Doch der Managing Partner Markets und Verantwortliche für den Mittelstand bei EY Österreich weiß dann auch, wieso die Vorarlberger Firmen relativ unerschrocken ins neue Jahr blicken. Da gebe es auch bei kleinen Unternehmen viele Markt- und Technologieführer, die wissen, was sie können und deshalb auch selbstbewusst seien, erklärt er.

Wenige Pessimisten

Laut der Studie, die seit 2009 halbjährlich durchgeführt wurde, und bei der 900 mittelständische und nicht kapitalmarktorientierte Unternehmen mit 30 bis 2000 Mitarbeitern befragt werden, bewerten 97 Prozent der Vorarlberger Betriebe ihre aktuelle Geschäftslage als zufriedenstellend, im österreichischen Durchschnitt sind es 59 Prozent. In Vorarlberg rechnet sogar jeder Fünfte mit einer weiteren Verbesserung der aktuell schon guten Geschäftlage, nur sieben Prozent erwarten eine Verschlechterung.

Selbst bei der allgemeinen Konjunkturaussicht sehen die Vorarlberger Manager nicht so schwarz wie die Kollegen hinterm Arlberg und die Wirtschaftsforscher. Jeder vierte Befragte aus dem Land rechnet mit einem Aufschwung. In Österreich glauben nur 15 Prozent an ein Konjunkturhoch.

„Optimismus ist auf jeden Fall ein wichtiger Faktor für den Erfolg“, sagt Lehner, sieht aber auch mögliche Gefahren für das Wachstum neben Störfaktoren wie Handelskonflikten und z. B. dem Brexit. „91 Prozent der Vorarlberger Firmen haben Schwierigkeiten, genug qualifiziertes Personal zu bekommen. Das führt in einigen Fällen bereits zu Umsatzeinbußen“, warnt er. In Österreich insgesamt klagen 81 Prozent über zu wenig Fachkräfte. Vorarlberg sei mit seinen Ausbildungsanstrengungen auf dem richtigen Weg, aber ohne Fachkräfte aus anderen Ländern werde es nicht gelingen, den Mangel zu bekämpfen. „Die Firmen sollten versuchen, Arbeitskräfte aus den östlichen EU-Ländern, aber auch aus Serbien zu bekommen.“ Entsprechend der intensiven Suche nach Mitarbeitern überlegen sich denn auch nur sieben Prozent der Betriebe, Mitarbeiter abzubauen. VN-sca

„Der Fachkräftemangel führt in einigen Firmen bereits zu Umsatzeinbußen.“