Coronavirus hält Börsen in Atem

Markt / 08.02.2020 • 09:09 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
Der Coronavirus hält die Welt derzeit in Atem. REUTERS

Sparkasse-Experte Christoph Flatz über die Auswirkungen.

Dornbirn Letztes Jahr sind die Börsen extrem gut gelaufen – besonders gegen Jahresende hin. Diese positive Entwicklung war in den Marktpreisen zu Jahresbeginn 2020 bereits enthalten. Jeder starke Anstieg hat nach gewisser Zeit eine Korrektur zur Folge. Nach den kräftigen Kursanstiegen der vergangenen Monate hätte es jedes beliebige ernstzunehmende Ereignis sein können.

Die Eskalation zwischen dem Iran und den USA war nicht stark genug, die Epidemie in China schon. Der exponentielle Anstieg der Infektionsraten infolge des Coronavirus und die außerordentlich scharfen Maßnahmen in China zur Eindämmung der Ausbreitung ließen die Anleger vorsichtiger werden. Die Börsen korrigierten vor allem in Asien deutlich, erholten sich aber ebenso schnell wieder.

Doch die Auswirkungen des Coronavirus dürfen nicht unterschätzt werden. In China wurden Fabriken geschlossen, Reisen verboten, Städte abgeriegelt und Quarantänen festgelegt. Das öffentliche Leben ist in manchen Städten zum Stillstand gekommen. Die angestellten Vergleiche zu früheren Fällen (SARS im Jahr 2003) hinken in einem wesentlichen Punkt: Die Bedeutung von China hat zugenommen. Der Anteil von China am Welt-Bruttoinlandsprodukt ist von damals rund 9% auf knapp 20% im vergangenen Jahr angewachsen. Die Zentralbank hat mit einer Zufuhr von zusätzlicher Liquidität reagiert, um die Wirtschaft und die Märkte zu stabilisieren. Peking hat außerdem angekündigt, die Strafzölle auf US-Waren ab Mitte Februar zu halbieren.

Erste Asset Management hält am Basisszenario „milde Erholung der Weltwirtschaft“ fest. Sie dürfte nun aber nicht im ersten, sondern im zweiten Quartal 2020 einsetzen.

  • Christoph Flatz ist Leiter Private Banking bei der Sparkasse Dornbirn