Die Welt nach Corona ist gestaltbar

Markt / 03.11.2020 • 20:29 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Wie die Post-Corona-Welt aussehen kann, dazu haben Ökonomen und Professoren mögliche Szenarien skizziert. vn/Paulitsch
Wie die Post-Corona-Welt aussehen kann, dazu haben Ökonomen und Professoren mögliche Szenarien skizziert. vn/Paulitsch

Untersuchung zeigt, wie Unternehmen Übergang finden können.

Schwarzach Die Coronakrise ist ein „Gleichmacher“, trat sie doch nahezu gleichzeitig und nahezu in allen Ländern und Branchen auf, ohne die Möglichkeit zu haben, auszuweichen. Wie Unternehmen nun vom Schock den Übergang in die Post-Corona-Welt finden können, hat die Strategieberatung EY zusammen mit Henning Vöpel (Hamburgerisches WeltWirtschaftsInstitut) untersucht.

„Das Virus trifft auf eine Welt, die schon vorher fragil gewesen ist“, sagt Johannes Schneider, gebürtiger Vorarlberger und Partner bei EY in Wien. Zudem gebe es wenig Wissen über das Virus sowie keine zentrale Koordination wie bei der Finanzkrise 2008. „Der Schock wird noch lange nachwirken und die Welt in einem anderen Zustand hinterlassen“, ist er genauso wie Professor Vöpel überzeugt.

Wie diese aussehen kann, diese Post-Corona-Welt? Das hänge letztlich stark davon ab, wie lange die Krise andauere und ob auf strukturerhaltende oder strukturerneuernde Maßnahmen gesetzt werden.

Beste aller Welten

Der beste Fall sei eine kurz andauernde Pandemie in Verbindung mit strukturerneuernden Maßnahmen. Dann werde Corona zum Katalysator für Erneuerung. „Das wäre die beste aller Welten“, sagt Werner Hoffmann (EY-Parthenon), der auch die Bundesregierung berät. Umgekehrt nehme mit Dauer der Krise und einer überwiegend
strukturerneuernden Wirtschaftspolitik die Wahrscheinlichkeit zu, dass viele Segmente der Volkswirtschaft nicht zur Normalität zurückkehren können.

Unabhängig vom eintretenden Szenario sei deshalb entscheidend, die eigene Handlungs- und Anpassungsfähigkeit zu erhalten. Hier sieht Professor Vöpel große Chancen. Denn die Krise sei ein Labor, in dem man mit dem Brennglas darauf schauen könne, ob es nicht bessere Lösungen für bekannte Probleme gibt. Die Zukunft sei zwar nicht prognostizierbar, aber doch in Grenzen gestaltbar. Denn diese wichtige Möglichkeit nehme uns Covid-19 nicht.

Neues ausprobieren

Die Hebel zur Strukturerneuerung sind für Werner Hoffmann einerseits politisch „altbekannte Bereiche wie Bildung, Forschung, Infrastruktur und Unternehmensfinanzierung“, und andererseits für Unternehmen die strategiegetriebene Restrukturierung. Jetzt sei die Chance, das abzuschaffen, was nicht mehr passt und Neues auszuprobieren. „So können neue Geschäftsfelder entstehen, die nicht disruptiv sein müssen, sondern ergänzend zu bestehender Infrastruktur und Kunden. Diese können künftig zum Umsatzbringer werden.“ VN-reh

„Das Corona-Virus trifft auf eine Welt, die schon vorher fragil gewesen ist.“

Die Welt nach Corona ist gestaltbar

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