Ein echter Kaiser in der Nische

Markt / 07.04.2021 • 22:20 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Ein echter Kaiser in der Nische

Fahrzeugtechnikunternehmen sucht für weitere Entwicklung personelle Verstärkung.

Nenzing, Schaanwald Die Firma Kaiser in Schaanwald ist das erste Gebäude in Liechtenstein, das Reisende passieren, wenn sie von Feldkirch ins Fürstentum reisen. Kaiser ist ein Unternehmen, das seit seiner Gründung eng mit Vorarlberg verbunden war. Unterhielt der Firmengründer Josef Kaiser, der seine Laufbahn mit einem Patent für Webmaschinen begann, enge Beziehungen zur Vorarlberger Textilindustrie, schwenkte das Unternehmen 1925 nach dem Zollanschluss Liechtensteins an die Schweiz auf Fahrzeuge um – zuerst auf Traktoren, heute auf die Nische der Kanalreinigungs- und Saugfahrzeuge sowie Bagger.

Die Verbindung nach Vorarlberg ist dennoch nie abgerissen, 2001 wurde in Nenzing die Kaiser Fahrzeugtechnik GmbH gegründet. Ein Produktionsstandort, der in Schaanwald Freude bereitet. Mit einem zweistelligen Wachstum in 2020 sei der Standort Nenzing ein Beispiel für die sehr stabile Entwicklung im vergangenen Jahr, so Firmenchef Markus Kaiser.

Positive Entwicklung

„Insbesondere unserem Team in Vorarlberg ist es gelungen, über mehrere Jahre hinweg die Marktposition nachhaltig zu stärken.“ Die positive Entwicklung gab auch den Impuls dafür,  im März 2021 für einen Neubau in Jenbach, heißt es aus dem Unternehmen, das inzwischen rund 500 Mitarbeiter an den verschiedenen Standorten beschäftigt. 130 dieser Mitarbeiter sind Österreicher, „die meisten davon Vorarlberger“. In Nenzing sind rund 25 Mitarbeiter beschäftigt.

Gutes Geschäftsjahr

Für das nächste Jahr gibt sich Kaiser optimistisch: „Die langfristigen Auswirkungen der Pandemie auf die Bautätigkeit, besonders im Tourismus Österreichs, sind noch offen. Unsere Produkte im Bereich der Umwelttechnologie und vielfältigen Spezialanwendungen seitens des Mobil-Schreitbaggers sind aber nicht eins zu eins an die allgemeine Bautätigkeit gekoppelt. Wir gehen von einer stabilen Entwicklung 2021/22 für uns in Österreich aus.“

Doch nicht nur Österreich ist für den Hersteller von Kanalreinigungsfahrzeugen und Baggern ein guter Markt. In Summe war das Geschäftsjahr 2020 positiv – Wachstum an allen europäischen Standorten, einen Rückgang gegenüber 2019 gab es in den USA. Basis dieser Entwicklung sei, dass die Kaiser-Kunden größtenteils „normal“ weiterarbeiten konnten. „Zusätzlich gelingt es uns aktuell, eine deutlich stärkere Dynamik zu generieren als dem Wettbewerbsumfeld unserer Branche. Wesentliche Faktoren sind hier die erfolgreiche Einführung neuer Produkte und gerade in dieser Zeit ist es uns extrem wichtig, weiterhin auf gewohntem Niveau zu funktionieren und die Qualität in der direkten Kundenbeziehung zu halten“, so Kaiser.

Bagger für den Himalaja

Ob des Erfolgs 2020 und des geplanten Wachstums 2021 sucht Kaiser an allen Standorten, auch in Nenzing, Verstärkung in gleich mehreren Berufskategorien. Man setze auf Leistung und Qualifikation und biete dafür langfristige Entwicklungsmöglichkeiten im internationalen Unternehmensumfeld, wirbt die Firma, die in der Branche zur Weltspitze zählt. Aktuell wird übrigens für einen Großauftrag produziert – Mobilschreitbagger, die im Himalaja zum Einsatz kommen. VN-sca

Firmenchef Markus Kaiser setzt auf Innovation, wie bei diesem Kanalreinigungsfahrzeug, das in den USA im Einsatz ist. FA/Zanghellini
Firmenchef Markus Kaiser setzt auf Innovation, wie bei diesem Kanalreinigungsfahrzeug, das in den USA im Einsatz ist. FA/Zanghellini

Kaiser AG

Gegründet 1913, Kaiser Fahrzeugtechnik GmbH Standort Nenzing 2001

Geschäftsführung Markus Kaiser, Klaus Singer (Nenzing)

Mitarbeiter 500, davon 130 Österreicher (25 in Nenzing)

Bilanzgewinn 2019 Niederlassung Nenzing 6,9 Millionen Euro

Portfolio Kanalreinigung und industrielle Entsorgung, Trockensaugfahrzeuge, Mobilschreitbagger, Zweiwegebagger, Pumpen, Komponenten