Mit Unterschriften gegen die Holzknappheit

Markt / 02.07.2021 • 22:23 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
LWK-Produzent: Generell Fehlentwicklungen am Markt.VN/Sams
LWK-Produzent: Generell Fehlentwicklungen am Markt.VN/Sams

Zimmerer starten österreichweite Petition zur Holzverfügbarkeit.

Schwarzach, Wien Das Ansinnen ist verzwickt. Die österreichischen Zimmerer mit dem Montafoner Sigi Fritz als Bundesinnungsobmann an der Spitze haben in den vergangenen Wochen viele Sitzungen mit Holzbauindustrie und Politik durchgeführt, doch ein Ergebnis, wie österreichisches Holz den heimischen Zimmerern zur Verfügung stünde, konnte dabei nicht erzielt werden, wie Matthias Ammann, Vorarlberger Stratege des Holzbauverbandes holzbau austria, auf VN-Anfrage erklärt. Ansonsten gibt sich der Holzbau-Lobbyist zugeknöpft, was die weitere Vorgangsweise angeht. Doch über die Landesinnungen läuft derzeit eine Petition, die vorerst die 2200 Holzbau-Unternehmen Österreichs anspricht. Bis Dienstag erwartet sich Holzbau Austria 1000 Unterschriften, danach könnte auch die Öffentlichkeit angesprochen werden. In Deutschland haben rund 130.000 Personen einen Holzexportstopp gefordert. 

Staatliche Eingriffe schwierig

Doch staatliche Eingriffe in den Markt, wie eine Kontingentierung des Holzexportes, um die in Österreich benötigten Holzmengen zu sichern, so sagen Wettbewerbsrechtler, sind gar nicht oder nur sehr schwer zu realisieren. Was gefragt ist, ist eine Einigung von Forstwirtschaft, Holzindustrie und den Handwerksbetrieben, die sich in ihrer Existenz gefährdet sehen. Die derzeitige Preissituation führt nämlich dazu, dass potenzielle Kunden sich nach Alternativen umsehen, so Innungsmeister Herbert Brunner, der deshalb darauf hinweist, dass Vorarlbergs Zimmerer nach wie vor konkurrenzfähig sind.

Mehr Geld bekommen indes die Waldbesitzer. 90 statt 60 Euro pro Festmeter, wenn den Durchschnitt der verschiedenen Holzqualitäten rechnet. Für Landwirtschaftskammer-Präsident Josef Moosbrugger ist das immer noch nicht fair. Entscheidend sei ein stabiler und langfristiger Anteil der Forstwirtschaft an der Wertschöpfung, „dann kann man die richtigen Sortimente und Angebote schaffen, die die verarbeitende Wirtschaft braucht.“ Die Knappheit sei vor allem bei der Industrie und dem von dieser bearbeitetem Konstruktionsvollholz (KVH) zu suchen. Von den Zimmerern fordert er ein „Back to the roots“, also die Rückkehr zum traditionellen Holzriegelbau, wo immer das möglich ist. Von einem Zwangsinstrument hält er nichts, wenngleich Moosbrugger betont, man dürfe nicht alles dem Markt überlassen, wenn der in den Händen einiger weniger Firmen sei. VN-sca

Holzbau-Vertreter Ammann: Keine CO2-Reduktion ohne Holzbau. FA/MR
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Die Landwirtschaftskammer fordert eine engere und vor allem langfristige Zusammenarbeit in der Wertschöpfungskette für nachhaltige Nutzung der Wälder.VN
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