“Den Hausverstand verloren”

Markt / 13.01.2022 • 22:13 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
„Logisch ist das alles nicht mehr“.VN
„Logisch ist das alles nicht mehr“.VN

Handels-Interessenvertreter Rainer Will kritisiert Coronamaßnahmen hart.

Schwarzach Seit Dienstag muss der Handel selbst die Einhaltung der Corona-Maßnahmen kontrollieren. Ausgenommen sind Geschäfte des täglichen Bedarfs. Um Kleidung, Elektronik oder Bücher kaufen zu können, muss aber ein 2G-Nachweis vorliegen. Der Österreichische Handelsverband fordert nun einen „Handel für alle“, will heißen: keinen harten Lockdown mehr und ein schnelles Auslaufen der 2G-Regel. Der Geschäftsführer des Handelsverbandes, Rainer Will, erklärte im Gespräch mit Marc Springer bei Vorarlberg LIVE, wie das gehen soll. Und er übte harte Kritik an der Regierung.

Seit Beginn der Pandemie mussten über 4000 Geschäfte schließen, beschreibt der kämpferische Interessenvertreter die Lage in der Branche und die Schwierigkeiten, die die neuen Regeln mit sich bringen. „Wir haben flächendeckende Kontrollen immer abgelehnt“, die seien auch nicht nötig, denn nicht einmal ein Prozent der Menschen habe sich im Handel angesteckt, so Will, doch auch das Handling der jetzigen Regelung sei nicht machbar: „Es ist unmöglich, dass unsere Mitarbeiter Kunden beraten und dazu auch noch den Eingang kontrollieren.“ Sind aus seiner Sicht schon die Eingangskontrollen nicht notwendig, so sieht er noch weniger Sinn in den Kontrollen an der Kasse.

Die aktuellen Regeln zu akzeptieren sei schlichtweg deshalb notwendig gewesen, weil sonst der Handel wieder zugesperrt worden wäre. Doch logisch sei das alles nicht mehr. Der Regierung sei der Hausverstand abhanden gekommen, stellt er fest, außerdem habe man im Sommer geschlafen, als der Handelsverband Vorschläge gemacht habe, wie man das Impfen attraktiver machen könne, etwa mit einem 50-Euro-Gutschein. Es hätte durchaus andere Wege gegeben als eine Impfpflicht, betont er. Für den betroffenen Handel, der in den vergangenen 22 Monaten Millionen, ja Milliarden Euro verloren habe, fordert er bessere Hilfen.

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