Hotel Post Bezau plant Großprojekt

Markt / 02.02.2022 • 18:10 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
So präsentiert sich das Hotel Post in Bezau aktuell. <span class="copyright">VN/Paulitsch</span>
So präsentiert sich das Hotel Post in Bezau aktuell. VN/Paulitsch

Auch der Name des Bregenzerwälder Traditionshauses ändert sich.

Bezau Wenn man zurück zu den Wurzeln des Hotels Post in Bezau geht, bedeutet das eine Zeitreise von stolzen 172 Jahren. Im Jahr 1850 eröffnete das Haus als „Kur- und Sporthotel Post“.

Mit den Jahrzehnten wurde das Hotel vergrößert, umgebaut und weiterentwickelt. Bis vor drei Jahren ein klarer Schnitt erfolgte, was die Positionierung und den Fokus betrifft: Weg vom Wellness- und Seminarhotel hin zu einem Haus, das den Gast und sein ganzheitliches Wohlbefinden von Körper, Geist und Seele in den Mittelpunkt stellt.

Was wir am besten können

Nun gehen Eigentümerin Susanne Kaufmann und Geschäftsführerin Stephanie Rist noch einen Schritt weiter. Im Hotel Post soll weiter reduziert und fokussiert werden. „Wir wissen jetzt, dass unser Konzept funktioniert und dass es den Gast gibt, den wir mit unserem Ansatz hundertprozentig abholen können. Darüber sind wir sehr glücklich. Dadurch können wir das anbieten, was wir am besten können“, erklärt Kaufmann, die auch mit ihrer gleichnamigen Kosmetiklinie im In- und Ausland Erfolge feiert.

Susanne Kaufmann (l.) und Stephanie Rist. <span class="copyright">Post/A.Lamprecht</span>
Susanne Kaufmann (l.) und Stephanie Rist. Post/A.Lamprecht

Die Bausteine bleiben weiterhin gesunde Ernährung, Bewegung und Schlaf sowie ganzheitliche Behandlungen. Allerdings wird der Fokus komplett auf den Retreats liegen, also auf speziellen Kuren, die einem Thema und einer abgestimmten Dauer folgen.

Dieser Schritt erfolgt aber nicht nur inhaltlich, sondern auch optisch. So steht der Post ein großer Umbau bevor. „Die Gebäude entsprechen nicht mehr dem, was wir tatsächlich brauchen. Sie sind zu weitläufig, haben Einrichtungen, die wir nicht mehr benötigen und sind sehr energieintensiv“, betont Susanne Kaufmann.

Deshalb werden die zwei Hauptgebäude weichen. Alles, was nicht sanierungsfähig ist, wird rückgebaut und alles, was noch gebraucht wird, wird wiederverwertet. „Wir recyceln das Hotel“, präzisiert Kaufmann. So sollen letztlich zwei neue Gebäude entstehen, in denen Lampen, Möbel und Beton sowie auch die Holzmodulboxen, mit denen das Hotel aufgestockt wurde, wieder eine Verwendung finden. „Die Boxen werden abgebaut, modernisiert und neu aufgebaut“, konkretisiert die Hotelchefin den Nachhaltigkeitsgedanken. Somit sei das Projekt, das von Architekt Oskar Leo Kaufmann umgesetzt wird, ein klarer Schritt in Richtung Klimazukunft.

Die erste Skizze von Architekt Oskar Leo Kaufmann für den Umbau. <span class="copyright">OLK</span>
Die erste Skizze von Architekt Oskar Leo Kaufmann für den Umbau. OLK

Kompakter, kleiner

Insgesamt wird das Haus im Zuge der Baumaßnahmen kleiner und kompakter. „Es wird alles haben, was unser Gast braucht, aber eben nicht mehr“, so Kaufmann. Niemand komme etwa wegen der fünf verschiedenen Saunen in die Post. Die freiwerdenden Flächen werden dem Thema Natur gewidmet. So soll ein großer Garten als weiterer Rückzugsort dienen.

Um das Konzept auch im Namen deutlich sichtbar zu machen, wird es eine Änderung geben: von Hotel Post Bezau in Kurhaus Post Bezau, womit sich am Ende dann wieder der Kreis zum Ursprung der Geschichte schließt. „Wir gehen damit zurück zu einem Konzept, das sich schon einmal bewährt hat, und weg vom klassischen Hotel. Nur definieren wir die Kur neu“, sagt Geschäftsführerin Stephanie Rist. Das Kurhaus richte sich an gesunde Gäste, die einen Wohlfühlort suchen, an dem sie Zeit für sich haben.

Um den Kurgedanken auch im Alltag zu leben, wurde im Jahr 2020 bereits ein eigener Onlineshop gestartet, in dem Säfte oder Suppen bestellt werden können.

Diese Woche wurde das Bauprojekt auf der Sitzung des Bauausschusses in der Gemeinde vorgestellt. „Bis auf kleinere Wünsche, mit denen wir gerechnet haben, und die Frage nach der Fassade, ist das Gespräch vielversprechend gelaufen”, so Rist. Nun gehe es weiter zu den Behörden. Läuft alles nach Plan, soll das Kurhaus nach einer einjährigen Schließung im Frühjahr 2024 eröffnen.

“Freuen uns wahnsinnig”

„Ich will für die nächste Generation aufräumen. Darin sehe ich meine Aufgabe”, sagt Susanne Kaufmann, die die Post in fünfter Generation leitet. „Wir freuen uns wahnsinnig darauf, denn es ist eine Lösung, mit der sich alle wohlfühlen.“

Die Freude über das Projekt ist groß: "Ich will aufräumen", sagt Susanne Kaufmann. <span class="copyright">Post/A.Lamprecht</span>
Die Freude über das Projekt ist groß: "Ich will aufräumen", sagt Susanne Kaufmann. Post/A.Lamprecht