Wenn Einstein Shakespeare rezitiert

Markt / 11.05.2022 • 16:58 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Gespannt folgte das Publikum den Ausführungen von Referentin Anastassia Lauterbach zum Thema Künstliche Intelligenz.VN/Paulitsch
Gespannt folgte das Publikum den Ausführungen von Referentin Anastassia Lauterbach zum Thema Künstliche Intelligenz.VN/Paulitsch

Die Künstliche Intelligenz stand im Mittelpunkt der Jubiläumsveranstaltung im Milleniumpark.

LUSTENAU Mit der 50. Auflage feierte die vor 19 Jahren initiierte Innovation(Night am Dienstagabend im Millenniumpark ein Jubiläum. Ein Anlass um einen kurzen Rückblick auf die Highlights der vergangenen Veranstaltungen zu nehmen. Stellvertretend für die weiteren Initiatoren betonte Joachim Heinzl (Wirtschaftsstandort Vorarlberg), dass durch die Innovation(Night viele zukunftsbestimmende Themen dem Publikum nähergebracht wurden, die heute brandaktuell sind. Sei es, dass schon 2006 über das Thema RNA diskutiert wurde, 2008 die Auswirkungen des Klimawandels im Mittelpunkt standen und vor elf Jahren vor dem drohenden Facharbeitermangel und seine Konsequenzen gewarnt wurden. Und Bürgermeister Kurt Fischer spendierte zur 50. Auflage einen Geburtskuchen.

Die Möglichkeiten der KI

„Wie KI – also künstliche Intelligenz – unser Leben verändern wird“ wurde bei der Jubiläumsausgabe in den Fokus gerückt. Als Referentin eingeladen wurde Dr. Anastassia Lauterbach, die unter anderem seit vielen Jahren amerikanische und europäische KI- und Cybersecurity-Unternehmen berät. Und eines gleich vorweg: Ob gewollt oder nicht, werden wir uns alle mit KI auseinandersetzen müssen, weil sie fixer Bestandteil des Lebens wird. Für Lauterbach steckt darin ein enormes Potenzial, das nicht nur aus Billionen von Algorithmen besteht. Viele Entwicklungen werden durch KI, das die Referentin als maschinelles Lernen bezeichnet, beschleunigt. Science Fiction wird zur Realität. Oder wer kann sich vorstellen, dass Albert Einstein bei der 54. Innovation)night im Jahr 2024 im Millenniumpark Lustenau literarische Werke von William Shakespeare rezitiert? „Das wäre heute schon möglich“, gibt Anastassia Lauterbach die verblüffende Antwort. Was die 49-Jährige damit ausdrücken will: „Man kann Einstein nachbauen und ihn mit Shakespeare kommunizieren lassen.“ Künstliche Intelligenz ist in der Lage 450 Milliarden Parameter zu analysieren. Texte können so problemlos gelesen und detailgetreu übersetzt werden. Was nach Spielerei klingt, könnte in anderen Bereichen Quantensprünge bedeuten. Beispielsweise, wenn Roboter exakte medizinische Diagnosen erstellen oder die Entwicklung von Medikamenten haargenau abgestimmt werden können.

Skepsis in Europa

Während Asien und die USA den Entwicklungen sehr offen gegenüberstehen, herrscht in der durch Kultur und Humanismus geprägten europäischen Gesellschaft große Skepsis. So hat EU im Vorjahr einen Entwurf für eine Verordnung zur Regulierung der Künstlichen Intelligenz veröffentlicht. „Für mich ist das ein Schuss ins Knie. Vielleicht wäre es besser, wenn die Damen und Herren der EU mehr Wein trinken würden“, spricht die Deutsch-Russin offen aus, was sie davon hält. Der Zug ist für sie nicht zu stoppen und darauf müssten schon kleine Kinder trainiert werden. „Die Grammatik eines Computerprogramms umfasst fünf bis sechs Seiten, die Grammatik der deutschen Sprache ein ganzes Buch. Also ist Programmieren für Kinder durchaus machbar.“ Die Angst, dass durch zunehmende Digitalisierung Arbeitsplätze verloren gehen, sieht Lauterbach nicht. „Im Gegenteil. Es werden welche geschaffen. Auch nicht so qualifizierte.“ Ein Lkw-Fahrer wird beispielsweise zum Datenleser. „DIe KI ist erst am Anfang. 80 Prozent der Wirtschaft nutzen das Netz noch nicht“. CRO

V. l.: Christian Zoll (IV), Tanja Eiselen (FH), Joachim Heinzl (Wisto), Anastassia Lauterbach, Georg Burtscher (Russmedia), Bernhard Ölz (Prisma).
V. l.: Christian Zoll (IV), Tanja Eiselen (FH), Joachim Heinzl (Wisto), Anastassia Lauterbach, Georg Burtscher (Russmedia), Bernhard Ölz (Prisma).
Laura und Andreas Geiger (Fa. Bandex).
Laura und Andreas Geiger (Fa. Bandex).
Bürgermeister Kurt Fischer, Gerald Fleisch (Krankenhausbetriebsgesellschaft).
Bürgermeister Kurt Fischer, Gerald Fleisch (Krankenhausbetriebsgesellschaft).
Unternehmerpaar Herbert Loos und Karin Fink-Loos.
Unternehmerpaar Herbert Loos und Karin Fink-Loos.
Stefan, Karin und Sebastian Battlogg (Fa. Inventus).
Stefan, Karin und Sebastian Battlogg (Fa. Inventus).
Andreas Altmann (MCI), Birgit Hefel, Wolfram Auer (beide Institut für Management und Marketing).
Andreas Altmann (MCI), Birgit Hefel, Wolfram Auer (beide Institut für Management und Marketing).