Online-Einkauf nimmt in Vorarlberg weiter zu

Markt / 24.06.2022 • 20:27 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Präsentierten die Studie für den Handelsstandort Vorarlberg (v.l.): LR Marco Tittler, Spartenobfrau Carina Pollhammer und Handelsexperte Roland Murauer.VLK/Serra
Präsentierten die Studie für den Handelsstandort Vorarlberg (v.l.): LR Marco Tittler, Spartenobfrau Carina Pollhammer und Handelsexperte Roland Murauer.VLK/Serra

Schweizer kaufen wieder zuhause, Vorarlberger mehr im Internet.

Bregenz 94 Prozent der Vorarlberger kauften im Jahr 2009 alles, was sie brauchten oder sich wünschten, in Vorarlberg. Ein Rekord, der auch im Vergleich mit anderen Regionen glänzte. 2015 waren es noch 90 Prozent, die Regionaliät nicht nur als Trend begriffen, sondern tatsächlich lebten. 2020 ist der Patriotismus weiter abgeebbt – nur noch 82 Prozent der Vorarlberger kaufen im stationären Handel ein, im Bezirk Feldkirch sind es sogar nur noch 62 Prozent.

Sie fahren nicht über die Grenze, um zu konsumieren, sie klicken sich durch die Angebote der Onlinehändler und kauften dort größtenteils bei internationalen Konzernen Waren für 311,7 Millionen Euro ein. Das sind 14 Prozent des gesamten Kaufvolumens. Die Zahlen sind Teil der von Studienautor Roland Murauer, Geschäftsführer der CIMA Beratung + Management GmbH, erhobenen Zahlen in der aktuellen Kaufkraftstrom- und Einzelhandelsstrukturanalyse Vorarlberg, kurz KAVO, die er am Freitag zusammen mit der Obfrau der Sparte Handel in der Wirtschaftskammer, Carina Pollhammer, und Wirtschaftslandesrat Marco Tittler vorstellte. Die Studie wird in regelmäßigen Abständen und mit breiter Beteiligung der Konsumenten und des Handels inklusive einer Analyse der Handelsstandorte in den Nachbarländern durchgeführt und ist Grundlage für weitere Entwicklungsschritte bzw. politische Maßnahmen im Bereich Handel. Sie ist deshalb auch immer wieder Kritik ausgesetzt, etwa bei Projekten wie dem „Messepark neu“. Dass der einer Auffrischung bedarf, ist für Friedrich Murauer klar, wie diese aussehen und wie umfangreich eine Flächenerweiterung sein könnte, müsse man anhand der Daten evaluieren, meint Murauer. Für Vorarlberg sieht er anhand der gesammelten Daten grundsätzlich eine positive Zukunft, doch vorderhand kann der Handel in der Studie jetzt auch nachlesen, was er an der Kasse längst merkt. Schweizer und Liechtensteiner Einkaufstouristen haben auch aufgrund der Grenzschließungen während der Lockdowns weniger Lust, in Vorarlberg einzukaufen.

Die Zuflüsse aus dem Fürstentum Liechtenstein sowie den Ostschweizer Grenzkantonen reduzierten sich innerhalb der letzten fünf Jahre um 23 Prozent auf aktuell 72,7 Millionen Euro. Die Schweizer Händler wird es freuen, in Vorarlberg aber waren diese Kunden stets das entscheidende Tüpfchen auf dem i, das trotz zunehmendem Internethandel über Jahre im Vergleich mit anderen Bundesländern überdurchschnittliche Umsätze und Erträge ermöglicht haben. VN-sca

Über ein Viertel weniger Einkaufstouristen aus der Schweiz und Liechtenstein strömt in die Vorarlberger Einkaufszentren.VN/PS
Über ein Viertel weniger Einkaufstouristen aus der Schweiz und Liechtenstein strömt in die Vorarlberger Einkaufszentren.VN/PS

Kaufkraft Vorarlberg

406,7 Mill. Euro fließen in stationäre und virtuelle Einkaufsdestinationen außerhalb des Landes.

 

14 Prozent des Vorarlberger Kaufkraftvolumens fließen in den Onlinehandel.

 

4100 Euro beträgt die Flächenproduktivität pro Quadratmeter Verkaufsfläche.