„Sind an jeder Krise gewachsen”

Markt / 18.09.2022 • 18:19 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Am Freitagabend wurde das Jubiläum groß gefeiert. n.stadler
Am Freitagabend wurde das Jubiläum groß gefeiert. n.stadler

Hydro Nenzing zeigt sich zum 50. Geburtstag krisenerprobt und investitionsfreudig.

Nenzing 50 Jahre ist es her, dass in Nenzing eines der ersten Werke des norwegischen Aluminium- und Energiekonzerns Norsk Hydro entstand. Mittlerweile zählt das Hydro Nenzing 500 Mitarbeiter und produziert auf drei Strangpresslinien jährlich mehr als 44.000 Tonnen Aluminiumprofile.

Und das wirtschaftlich erfolgreich. Das vergangene Jahr 2021 war mit 228 Millionen Euro das wirtschaftlich erfolgreichste Geschäftsjahr der Firmengeschichte.

Rekordjahr erwartet

Geschäftsführer Manfred Rotschne, seit fünf Jahren in Nenzing und seit 30 Jahren im Konzern, ist stolz auf die Entwicklung des Unternehmens. Das heurige Jahr sei zwar herausfordernd gestartet, sagt er im VN-Gespräch. Nichtdesotrotz erwarte man ein Rekordjahr. Die aktuellen Herausforderungen habe man gut im Griff. „Bei Aluminium sind wir durch den Konzern Selbstversorger. Das ist ein Vorteil.“ Erdgas benötige man in Nenzing so gut wie keines. Beim Strom setze man auf Erneuerbare Energien, aber es gebe natürlich Limits, die schmerzen würden.

Die treibende Kraft hinter dem Erfolg sind für Rotschne die Mitarbeiter am Standort. Denn neben dem Erfolg ist man hier auch durchaus krisenerprobt. Da war etwa die Flutkatastrophe im Jahr 2005 oder die Cyber-Attacke 2019, die die Produktion stilllegte. „Hydro Nenzing hat zahlreiche Krisen überstanden und ist dabei jedes Mal an der Situation gewachsen. Auch wenn es unschöne Ereignisse waren. Herausforderungen meistern können wir als Team sehr gut“, sagt Rotschne.

Großinvestition

Aktuell werden 45 Millionen Euro in neue Produktions- und Büroflächen investiert. Eine neue, vierte Strangpresslinie soll im Juni in Betrieb gehen. Insgesamt soll die Produktionskapazität um 30 Prozent, die Bearbeitungskapazität um 40 Prozent erhöht werden. Zudem werden neue Arbeitsplätze geschaffen.

Hier profitiere man davon, dass Hydro Nenzing als sozial und menschenorientiert wahrgenommen werde. Dadurch habe man einen guten Zulauf an neuen Kräften. „Bei uns arbeiten Beschäftigte aus 17 Nationen. Diversität schafft auch viele Chancen“, so Rotschne. Auch für neue Zeitmodelle ist man offen. Aktuell wird ein Teilzeit-Schichtmodell getestet. „Eine Vier-Stunden-Schicht ermöglicht eine bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Wir machen gute Erfahrungen damit.“

Mensch im Mittelpunkt

Dank des Teams sieht Rotschne für Nenzing noch „riesiges Potenzial“. Das sehe auch der Konzern so. „In der skandinavischen Kultur geht es immer um den Menschen, nicht nur die Kostenstruktur.“ VN-reh

Das Team in Nenzing ist auf 500 Mitarbeiter gewachsen. m.rhomberg
Das Team in Nenzing ist auf 500 Mitarbeiter gewachsen. m.rhomberg
Hydro-Geschäftsführer Manfred Rotschne ist stolz auf das Erreichte.
Hydro-Geschäftsführer Manfred Rotschne ist stolz auf das Erreichte.