Beschäftigungsrekord und Arbeitslosentief

Markt / 02.01.2023 • 20:06 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
AMS-Geschäftsführer Bernhard Bereuter: „Arbeitsmarkt ist weiter robust.“ AMS
AMS-Geschäftsführer Bernhard Bereuter: „Arbeitsmarkt ist weiter robust.“ AMS

Arbeitsmarktbilanz: 174.000 Menschen in Arbeit – über 5000 offene Stellen im Land.

BREGENZ Die Ökonomen des internationalen Währungsfonds und viele ihrer Kollegen anderer Wirtschafts-Thinktanks – nicht alle – blicken mit Sorgen ins gerade angelaufene Jahr, doch es gibt auch positive Kennzahlen, die durchaus für Zuversicht in den nach wie vor anhaltenden multiplen Krisen sorgen. Vorarlbergs Exporteure konnten im ersten Halbjahr die Ausfuhren weiter steigern, und auch der Arbeitsmarkt hat sich als robust erwiesen. Das zeigt die Bilanz des Arbeitsmarktservice zum Jahreswechsel.

Deutlich unter Vorkrisenniveau

„Auch im Dezember 2022 konnte die Arbeitslosigkeit gegenüber dem Vorjahr noch kräftig abgebaut werden“, freut sich AMS-Landesgeschäftsführer Bernhard Bereuter über die aktuelle Entwicklung. „Mit 9457 arbeitslos vorgemerkten Personen liegen wir weiterhin deutlich unter dem Vorkrisenniveau von Dezember 2019“, unterstreicht er den positiven Trend am Vorarlberger Arbeitsmarkt. Damals waren in Vorarlberg 9935, also um 478 Personen mehr vorgemerkt als heute.

Fokus auf Langzeitarbeitslosigkeit

„Zuletzt war die Zahl der Arbeitslosen Ende Dezember 2012 geringer“, informiert Bereuter und macht auf Einschränkungen in der an und für sich positiven Bilanz aufmerksam. „Trotz der hohen Anzahl an offenen Stellen haben gesundheitlich belastete, ältere, geringqualifizierte und langzeitarbeitslose Personen nach wie vor große Schwierigkeiten bei der Integration in den Arbeitsmarkt“, informiert er. Die Fakten zeigen aber in die richtige Richtung: Die Zahl der Langzeitbeschäftigungslosen hat sich seit Jahresbeginn um 789 (-32,4 Prozent) reduziert.

Aktuell sind in Vorarlberg nur noch 1644 Menschen vorgemerkt, die über ein Jahr auf Jobsuche sind Damit auch diese Personen ihre Chance am Arbeitsmarkt wahrnehmen können, „setzen wir im Jahr 2023 neben konsequenter Vermittlung der Vorgemerkten verstärkt auf die Qualifizierung von Personen ohne Bildungsabschluss“, erläutert Bereuter die strategische Ausrichtung des AMS für 2023. Wie wichtig die Qualifizierungsmaßnahmen sind, zeigt diese Zahl: 48,6 Prozent oder 4595 Personen konnten als höchste abgeschlossene Ausbildung einen Pflichtschulabschluss vorweisen.

Mitarbeitermangel bleibt

Im vergangenen Monat ging die Zahl der arbeitslos gemeldeten Personen um 713 bzw. sieben Prozent zurück. Mit 5029 offenen Stellen erhöhte sich das Stellenangebot im Vergleich zum Vorjahr um 369 Stellen oder 7,9 Prozent. 227 offenen Lehrstellen standen im Dezember 197 Lehrstellensuchende gegenüber. Zuwächse an offenen Stellen gab es im Dezember in den Büroberufen (+135), den Handelsberufen (+122) sowie den Verkehrsberufen (+75). Rückgänge gab es in den Fremdenverkehrsberufen (-366) und der Nahrungsmittelherstellung (-25). Dennoch dominiert der Tourismus bei den offenen Stellen: 980 Stellen sind bei Hotel-, Gaststätten- und Küchenberufen derzeit offen, gefolgt von der Metall- und Elektrobranche (608) und dem Handel mit 588 offenen Stellen. Des einen Freud ist des anderen Leid: Auch wenn die Lage am Arbeitsmarkt für Arbeitssuchende durchaus erfreulich ist, bleibt sie für Firmen herausfordernd, denn die demografischen Zahlen lassen nicht auf Entspannung schließen. VN-SCA

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