Skisaison ohne Schnee? „Es wird Untergangsstimmung verbreitet“

Markt / 11.01.2023 • 11:00 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Seilbahnsprecher Andreas Gapp. <span class="copyright">OK</span>
Seilbahnsprecher Andreas Gapp. OK

Seilbahnsprecher Andreas Gapp plädiert für Konstruktivität anstelle von Hektik und Angstmache.

Mittelberg Bilder von grünen Talabfahrten waren in den Weihnachtsferien allgegenwärtig. Nun gab es zumindest wieder etwas Neuschnee. „Unbestritten – die letzten Wochen waren außerordentlich und zu warm“, sagt Vorarlbergs Seilbahnsprecher Andreas Gapp (Kleinwalsertaler Bergbahn AG).

Andreas Gapp unterwegs auf Skiern im Bereich Ifen.
Andreas Gapp unterwegs auf Skiern im Bereich Ifen.

„Viele Faktoren spielen zusammen – auch die Erderwärmung.“ Aber die Reaktionen auf die laufende Skisaison beziehungsweise die Schneelage stören ihn schon. „Es gab Hektik und Aufregung. Es wurde Untergangsstimmung verbreitet. Es sind Reaktionen, die Angst machen“, so Gapp. Dabei dürfe man nicht vergessen, dass die Skigebiete großteils dank technischer Beschneiung die Weihnachtssaison sichern konnten. Immerhin gehe es dabei um 70.000 Gästebetten, 2000 Unternehmen und tausende Arbeitnehmer.

Schnee auf der Piste im Bereich Kanzelwand.
Schnee auf der Piste im Bereich Kanzelwand.

Nicht nur schwarz und weiß

„Wir brauchen differenziertes Denken statt schwarz-weiß Argumentation und Besonnenheit statt hektischer Angstmache“, wünscht sich der Seilbahnsprecher ein Ende von „alten Feindbildern“. Vielmehr sei es nun Zeit, konstruktiv die Zukunft gemeinsam zu gestalten. Was das konkret bedeutet?

Andreas Gapp unterwegs im Skigebiet.
Andreas Gapp unterwegs im Skigebiet.

„Es gibt viele Klimamodelle und alle zeigen in die gleiche Richtung. Und um es klar zu sagen: wir sind betroffen, jedoch zeigen diese auch, dass es Skifahren immer geben wird. Eine unlängst von mir gelesene Studie sagt, dass es bis 2071 eine starke Abnahme der Schneedeckendauer unterhalb von 1500 Meter Seehöhe geben wird. Das bedeutet aber zweierlei“, so der Vorstand der Kleinwalsertaler Bergbahn AG. Erstens gebe es im Jahr 2071 über 1500 Meter Seehöhe im Worst-Case eine Natur-Schneedeckendauer von 160 Tagen.

Es geht nicht nur um Geschwindigkeit

Aber natürlich brauche es auch Konzepte, die am Ende für die Gäste attraktiv seien. „Konzepte, die die Natur achten und schonend behandeln. Daran arbeiten wir aus Überzeugung gerne mit.  Aber das braucht auch Zeit, denn Geschwindigkeit ist tödlich. Die Natur und wir selbst haben es verdient, mit aller Vernunft und Weitsicht an unserer Geschäftsgrundlage zu arbeiten.“ Nichtsdestotrotz gelte es, sich beim Klimaschutz anzustrengen. „Alles was wir hier erreichen, macht es uns einfacher. Auch wir arbeiten hier mit.“

Den aktuellen Schneebericht in Vorarlberg mit den Schneehöhen aus allen Skigebieten finden Sie hier: https://www.bergfex.at/export/vorarlberg/

Andreas Gapp ist Vorstand der Kleinwalsertaler Bergbahn Aktiengesellschaft. <span class="copyright">ok</span>
Andreas Gapp ist Vorstand der Kleinwalsertaler Bergbahn Aktiengesellschaft. ok

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