Goldpreis-Rekorde: Was Anleger jetzt wissen sollten

Starke Nachfrage und geopolitische Spannungen treiben den Kurs. Was der Experte Investoren rät.
Dornbirn Der Goldpreis kennt seit Monaten nur eine Richtung: nach oben. Nach zwischenzeitlichen Turbulenzen notiert das Edelmetall weiterhin auf hohem Niveau. Viele Privatanleger stehen damit vor einer klassischen Frage: einsteigen, Gewinne mitnehmen oder einfach abwarten?

Schwächephasen nutzen
Roland Rupprechter, CEO des Dornbirner Vermögensverwalters R&B Wealth Management, rät langfristig orientierten Investoren zu Gelassenheit. Wer Gold als Absicherung und strategische Beimischung halte, sollte Schwächephasen für gestaffelte Zukäufe nutzen.
“Wer bereits Gold besitzt und nicht aus spekulativen Gründen investiert hat, sollte daran festhalten”, sagt er. “Kursorientierte Käufer und Investoren, die mehr als 50 Prozent ihres Vermögens in Gold halten, sollen das hohe Preisniveau für erste Gewinnmitnahmen nutzen.”

Als zentralen Treiber der Rally nennt Rupprechter die Investmentnachfrage, die zuletzt deutlich angezogen habe. “Gründe dafür waren ein schwächerer US-Dollar, die Erwartung weiterer Zinssenkungen der US-Notenbank Federal Reserve, die Sorge um eine sich wandelnde Weltordnung und vor allem die Spekulation auf höhere Goldpreise”, erklärt der Börsenexperte.
Da Gold selbst keine Zinsen abwirft, wird es bei sinkenden Zinsen für die Investoren wieder attraktiver. Gleichzeitig erhöhen Konflikte und politische Spannungen rund um den Globus den Bedarf nach sicheren Anlagehäfen – ein Umfeld, in dem Gold traditionell profitiert.
Drei Faktoren entscheidend
Ob sich die Rally fortsetzt oder eine stärkere Korrektur bevorsteht, hängt laut Rupprechter deshalb vor allem von diesen drei Faktoren ab: der Entwicklung der realen Zinsen, dem weiteren Verlauf geopolitischer Konflikte sowie der Frage, ob Zentralbanken ihre umfangreichen Goldkäufe fortsetzen.
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Sollten die Konjunkturdaten überraschend stark bleiben, die Fed länger restriktiv auftreten und die realen Zinsen wieder anziehen, könnte Gold unter Druck geraten, ist Rupprechter überzeugt. “Spekulative Goldkäufer, die spät eingestiegen sind, könnten bei ersten Abwärtswellen in Panik verkaufen, was einen harten Abverkauf auslösen würde. Eines wird weiterhin gelten”, so Rupprechter: “Gold bleibt die ultimative Krisenwährung im Portfolio, ist aber kein Selbstläufer.”