Immobilien Vorarlberg: “Schneller wächst kein Markt in Österreich”

Um über 25 Prozent sind die Immobilienverkäufe in Vorarlberg im vergangenen Jahr wieder gestiegen. Hauptsächlich wurden Gebrauchtimmobilien gehandelt. Bei Neubau-Angeboten gibt es weiter Luft nach oben.
Lauterach Vorsichtiges Aufatmen in der Immobilienbranche. Nahezu alle Immobilientypen haben in Österreich 2025 gegenüber 2024 bei den Verkäufen wie bei den Umsätzen zugelegt. Für den Gesamtmarkt ergibt dies gegenüber dem schwachen Jahr 2024 einen Mengenzuwachs von 16,8 Prozent und einen Mehrumsatz von 20,3 Prozent. Im Bundesländervergleich am stärksten gewachsen ist der Vorarlberger Markt. Die Historie zeigt, wie sich der Markt in unserem Bundesland über die Jahre entwickelte. 2013 bis 2016 Aufschwung. 2017 Konsolidierung und danach wieder Aufschwung bis 2021. 2022 Konsolidierung. 2023 meldeten die Immobilienexperten von RE/MAX den stärksten Rückfall, sowohl in der Vorarlberger Historie als auch unter den neun Bundesländern. 2024 wieder Konsolidierung mit 1,2 Prozent. 2025 folgte erneut ein Aufschwung: Bei der Verkaufsmenge kommt Vorarlberg auf 5955, was bundesweit prozentual mit einem Plus von 26,2 Prozent das beste Ergebnis unter allen Bundesländern bedeutet und um 9,4 Prozentpunkte über dem nationalen Durchschnitt liegt.

Bei den Umsatzzahlen fällt das Plus laut Auswertung aller Immobilienkäufe in ganz Österreich sogar noch etwas stärker aus: Plus 30,7 Prozent sind um 10,4 Prozentpunkte mehr als der Österreich-Durchschnitt und ergeben eine Summe von 2,02 Mrd. Euro, die nur 42 Millionen Euro unter dem Ergebnis aus 2019 liegt, als Vorarlberg erstmalig mehr als zwei Mrd. Euro Umsatz machte. Zu den Spitzenwerten von 2021 und 2022 mit 2,66 bzw. 2,63 Mrd. Euro fehlt allerdings noch ein Stück.
Positive Vorzeichen
Im Jahr 2023 verzeichneten alle Vorarlberger Bezirke einen deutlichen Mengenrückgang: Bregenz und Feldkirch fielen damals wieder unter 2000 Vertragsabschlüsse. Dornbirn und Bludenz wurden nach neun bzw. fünf Jahren wieder dreistellig. 2024 konnten immerhin zwei Bezirke wieder Mengensteigerungen melden, die Rückgänge waren nicht mehr ganz so stark. 2025 lagen alle Bezirke im Plus, und das deutlich.
Stärkster Zuwachs in Dornbirn
In Zahlen ausgedrückt: Der Bezirk Dornbirn konnte um 39,3 Prozent mehr Kaufverträge abschließen als 2024, insgesamt 1369, demnach seit 2022 erstmals wieder ein vierstelliges Ergebnis. Die Verkäufe in Bregenz gingen um 30,5 Prozent nach oben, was 2096 Verbücherungen entspricht, womit der Bezirk erstmals seit 2022 wieder über der 2000er-Menge liegt. Feldkirch gewann 2024 bereits 5,5 Prozent dazu, ein Jahr später sind es 21,4 Prozent, damit eine Verkaufsmenge von 1691. Mit etwas Abstand, aber dennoch mit einem Mengenzuwachs von 8,3 Prozent, meldet sich Bludenz, wo 799 Kaufakte abgeschlossen werden konnten, ein Ergebnis, das zwischen dem der Jahre 2024 und 2023 liegt.
Im Jahr 2022 erzielte Bregenz noch 879 Mill. Euro, 2023 dann nur mehr eine Gesamtsumme von 579 Mill. Euro. 2024 folgte erneut ein Dämpfer, die halbe Milliarde (522 Mill. Euro) blieb aber. Ein weiteres Jahr später folgt ein Aufschwung: Ein Plus von 35,4 Prozent ergibt einen Umsatz von 706 Mill. Euro. Auch in Dornbirn ging es, so der Immobilienspezialist, ähnlich stark nach oben, der Umsatz steigerte sich um 33,2 Prozent auf 473 Mill. Euro. In Feldkirch fiel der Umsatz 2023 unter eine halbe Milliarde Euro und blieb auch 2024 darunter. 2025 ist die halbe Euro-Milliarde wieder geschafft, denn ein Zuwachs von 32,9 Prozent hebt den Umsatz auf 581 Mill. Euro. Der Bezirk Bludenz erhöhte 2025 mit 12,6 Prozent nicht ganz so stark, aber dennoch spürbar um 29 Mill. Euro auf 263 Mill. Euro – historisch gesehen ein Wert zwischen den Jahren 2016 und 2017. Bregenz, Dornbirn und Feldkirch überschreiten damit ihren Zehnjahresdurchschnittsumsatz um 11,7 Prozent, 3,5 Prozent und 7,9 Prozent; Bludenz hat dagegen noch -12,7 Prozent aufzuholen.