Regionale Bank wechselt nach 120 Jahren Namen und lässt jetzt “Ideen fliegen”

Der Gewinn dieser Bank ist im Jahr 2025 gesunken – warum der Vorstand trotzdem zufrieden ist. Und warum sie jetzt ein “Ideenflieger” sein will.
Schwarzach, Innsbruck 120 Jahre lang hat die Bank für Tirol und Vorarlberg Aktiengesellschaft auch offiziell diesen langen Namen geführt, nun ist damit Schluss. Die Bank heißt jetzt BTV Vierländerbank AG und trägt damit dem Fokus auf die vier Kernmärkte Tirol, Vorarlberg, die Schweiz und Deutschland Rechnung, erklären der BTV-Vorstandsvorsitzende Gerhard Burtscher und Silvia Vicente, neue Vorständin der Bank, im Gespräch mit den VN. “Die Märkte gewinnen an Bedeutung und das haben wir im neuen Namen verankert.”

Die BTV verzeichnete gegenüber dem letzten Jahr ein Gewinnminus. Der Jahresüberschuss nach Steuern sank auf 157,7 Millionen Euro nach 223,7 Millionen Euro. Der Jahresüberschuss vor Steuern betrug 183,2 Millionen Euro und lag damit 81,7 Millionen Euro unter dem Vorjahresvergleich. Für die Vorstände trotzdem erfreulich, denn “das Ergebnis des Vorjahres ist deshalb so hoch gewesen, weil darin auch einmalige Sondereffekte aus dem Jahr 2024 enthalten waren und die Zinserträge gesunken sind”, so Burtscher mit Verweis auf die Zahlen insgesamt: Die betreuten Kundengelder stiegen in einem herausfordernden Umfeld um 1,63 Milliarden Euro auf knapp 22 Milliarden Euro. Die Bilanzsumme erhöhte sich um 522 Millionen Euro auf 15,9 Milliarden Euro. Und auch beim Eigenkapital wurde ein Plus von 152 Millionen Euro auf 2,64 Milliarden Euro verzeichnet.
“Nicht spurlos vorübergegangen”
Man sei auf dem richtigen Weg, auch wenn man das schwierige wirtschaftliche Umfeld gespürt habe. “Vier Jahre Rezession gehen nicht spurlos vorüber”, so die beiden Spitzenbanker, man sei froh, viele Unternehmen zu den Kunden zählen zu dürfen, die sich auch in dieser Zeit hervorragend behaupten konnten und nach vorne schauen. Auch wenn man das für heuer prognostizierte zarte Wachstum nach den jüngsten globalen Ereignissen nochmals neu bewerten müsse. Der Standort Österreich stehe ebenso wie Europa weiterhin unter großem Druck, fordern Vicente und Burtscher die Politik auf, geeignete Maßnahmen zu ergreifen, um dafür zu sorgen, dass Österreichs Wirtschaft im Wettbewerb auf Augenhöhe mit anderen Ländern und Weltregionen bleiben könne.

Die Bank selbst setzt bereits Zeichen für die Zukunft. Seit 1. Jänner ist Silvia Vicente Mitglied des Bankvorstandes und verantwortet die Märkte Vorarlberg, Tirol und Südtirol sowie den Bereich Tourismus. Vicente ist seit dem Jahr 2000 bei der BTV tätig und wurde nach der Team- und Bereichsleitung in Financial Markets und nach einem Jahr als stellvertretende Vorständin ins Führungsgremium berufen. Man folge damit einer Tradition der Bank, dass man in der Führung der Bank als auch bei der Besetzung wichtiger Positionen im Institut auf die eigenen Mitarbeiter setze, so Burtscher. Und er untermauert das damit, dass es in den letzten 64 Jahren lediglich drei Chefs in der BTV gegeben habe, nämlich Gerhard Moser, Peter Gaugg und schließlich ihn selbst. Eine Kontinuität, die für großes Vertrauen bei den Kunden sorge, ist er sicher. Und die auch für die Mitarbeiter ein positives Zeichen sei: “Wer bei uns will und kann, der darf”, fasst das Burtscher zusammen.
Ideen zum Fliegen bringen
Die Bank hat mit Blick in die Zukunft auch die Aktion “Ideenflieger” ins Leben gerufen, die sowohl die Mitarbeiter beflügeln als auch die Unternehmen in den Fokus rücken soll. “Wir finden, es gibt richtig gute Unternehmen mit tollen Ideen, die unser Land, unsere Gesellschaft beflügeln”, erklären Burtscher und Vicente, “es ist der Sinn unseres Tuns als Bank, diese Ideen, diese Firmen zu beflügeln” und das soll damit zum Ausdruck gebracht werden. Auch wenn die Zeit schwierig sei, so die Banker, sei es auf jeden Fall wichtig, “dass wir uns davon die Zukunft nicht verderben lassen.”