Immobilien-Nachfrage in Vorarlberg steigt: Wohnbaufinanzierung bei Sparkassen um 70 Prozent gestiegen

Markt / 22.04.2026 • 13:21 Uhr
Immobilien-Nachfrage in Vorarlberg steigt: Wohnbaufinanzierung bei Sparkassen um 70 Prozent gestiegen

Sinkende Zinsen und Nachholeffekte als Gründe. Aber auch Spareinlagen steigen auf Höchststand.

Dornbirn Die Vorarlberger Sparkassen verzeichnen für das Geschäftsjahr 2025 eine stabile wirtschaftliche Entwicklung. Die Bilanzsumme erhöhte sich um 5,4 Prozent auf 8,1 Milliarden Euro. Das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit stieg um 1,9 Prozent auf 69,6 Millionen Euro. Gleichzeitig führten die Leitzinssenkungen zu einem Rückgang des Betriebsergebnisses auf 109,2 Millionen Euro (-14,7 %).

Kosten und Ertrag

Gestiegene Kosten und höhere regulatorische Anforderungen hätten das Geschäftsjahr 2025 geprägt, sagt Martin Jäger, Sprecher der Vorarlberger Sparkassen. „Dass unser Geschäftsbetrieb dennoch effizient geblieben ist, zeigt unsere Cost-Income-Ratio von 50,4 Prozent.“ Diese Rate, die typisch in der Banken- und Finanzbranche ist, bedeutet, dass für einen Euro Ertrag rund 50 Cent an Kosten anfallen.

Immobilien-Nachfrage in Vorarlberg steigt: Wohnbaufinanzierung bei Sparkassen um 70 Prozent gestiegen
Die Sparkassen investieren derzeit intensiv in ihr Filialnetz.Sparkasse Dornbirn

Die Kernkapitalquote nach Basel II beträgt 34,8 Prozent, die Eigenkapitalquote 35,3 Prozent. Zusätzlich wurden die freiwilligen Rücklagen um weitere 37 Millionen Euro erhöht. „Die Vorarlberger Sparkassen sind finanziell robust aufgestellt“, fasst Vorstand Harald Giesinger zusammen.

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Rekord bei Spareinlagen

Bei den Spareinlagen erreichten die Sparkassen mit 3,7 Milliarden Euro ein Rekordergebnis (+6,9 %). Auch die Primärmittel – die Summe aus Spar- und Giroeinlagen sowie eigenen Sparkassenobligationen – wuchsen deutlich um 7,2 Prozent auf 6,6 Milliarden Euro. Der Anstieg der Sparquote privater Haushalte ist in Österreich seit Längerem zu beobachten und wird vor allem durch die anhaltende wirtschaftliche Unsicherheit begünstigt.

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Die Vorstände der Vorarlberger Sparkassen: Jürgen Schneider und Hannes Moosmann (Egg), Daniel Mierer und Hermann Bachmann (Feldkirch), Martin Jäger und Harald Giesinger (Dornbirn), Clemens Lengauer und Johannes Hämmerle (Bregenz) sowie Thomas Schreiber und Wolfgang Eichler (Bludenz).Sparkasse

Wieder mehr Kredite

Die Forderungen an Kunden erhöhten sich um 4,5 Prozent auf 6,8 Milliarden Euro. Besonders dynamisch entwickelte sich die Wohnbaufinanzierung: Mit einem Volumen von 362,7 Millionen Euro wurde ein Plus von 68,2 Prozent erzielt. „In Vorarlberg werden derzeit wieder deutlich mehr Wohnraumfinanzierungen abgeschlossen, weil sich mehrere Rahmenbedingungen gleichzeitig verändert haben und die Ausgaben für viele Haushalte wieder planbarer geworden sind. So hat sich das Zinsniveau einigermaßen stabilisiert“, erklärt Jäger die steigende Nachfrage. „Hinzu kommt ein spürbarer Nachholeffekt.“

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Noch in den Jahren 2022 und 2023 hätten zahlreiche Menschen den Immobilienkauf hinausgezögert, weil hohe Zinsen, strengere Kreditvergaberegeln und unklare Preisentwicklungen für Zurückhaltung sorgten.

Zum Jahresende 2025 beschäftigten die Vorarlberger Sparkassen 846 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.