33 Wochen Wartezeit: Druck auf Vorarlbergs Spitäler wächst

Politik / 15.04.2026 • 16:25 Uhr
33 Wochen Wartezeit: Druck auf Vorarlbergs Spitäler wächst
Im Landtag war erneut das Vorarlberger Gesundheitssystem Thema. Stiplovsek

Die Wartezeit auf eine neue Hüfte hat sich in wenigen Jahren fast verdoppelt. Die Neos warnten im Landtag vor einer “schleichenden Verschlechterung” des Systems.

Bregenz Wer ein künstliches Hüft- oder Kniegelenk benötigt, muss im Landeskrankenhaus Feldkirch 33 Wochen warten. 2025 lag die Wartezeit bei planbaren Eingriffen noch bei 27 Wochen, 2021 bei knapp 17 Wochen. Das geht aus einer Anfrage der Neos an Gesundheitslandesrätin Martina Rüscher (ÖVP) hervor und sorgte zuletzt im Landtag für Diskussionen. “Diese Zahl hat sich fast verdoppelt, das ist kein Einzelfall”, kritisierte Katharina Fuchs (Neos).

Wartelisten wachsen

“Die Warteliste wächst leise. Wir haben eine schleichende Verschlechterung”, sagte Fuchs. Die Neos orten Versäumnisse bei der Patientenlenkung, der Bettenbelegung und der Digitalisierung. Zwischen 50 und 75 Prozent der Spitalspatienten könnten auch außerhalb der Krankenhäuser versorgt werden.

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Zudem seien fünf bis sieben Prozent der Spitalsbetten fehlbelegt. Vielen Patientinnen und Patienten fehle zudem nach dem Aufenthalt eine gesicherte Pflege. In diesem Zusammenhang verwies die grüne Klubobfrau Eva Hammerer darauf, dass bis 2040 jede vierte Person in Vorarlberg älter als 65 Jahre sein wird. Auch Manuela Auer (SPÖ) zeigte sich kritisch: Trotz jahrelanger Debatten gebe es bislang nur zwei Primärversorgungszentren für Erwachsene und eines für Kinder.

Viele vermeidbare Spitalsbesuche

Julia Berchtold (ÖVP) bestätigte, dass nicht alle Spitalsbesuche notwendig seien, betonte jedoch: “Ein funktionierendes Gesundheitssystem hängt auch von unserer Nutzung ab.” Es gelte, nicht automatisch den schnellsten Weg – jenen ins Krankenhaus – zu wählen. Gleichzeitig bestehe im niedergelassenen Bereich akuter Handlungsbedarf: Die Bevölkerung wachse, die Zahl der Kassenärzte sei nahezu unverändert. Es brauche mehr Planstellen und angepasste Tarife.

Landtagsvizepräsident Hubert Kinz (FPÖ) fasste die Arbeitsschwerpunkte der Landesregierung zusammen: Prävention vor der Behandlung, digital vor ambulant und stationär.

Rüscher verwies auf das hohe Versorgungsniveau in Vorarlberg “trotz aller Probleme, die es zu lösen gilt”. Entscheidend seien ein besseres Aufnahme- und Entlassungsmanagement sowie strukturelle Verbesserungen. Im neuen Spitalscampus gebe es dazu bereits ein eigenes Projekt. Auch die 1450-Strategie werde weiterentwickelt: In Vorarlberg gibt es jährlich rund 54.000 Anrufe bei der Hotline gegenüber 459.000 Ambulanzkontakten. “Persönlich würde ich die Anrufe bei 1450 mindestens verdoppeln und die Ambulanzbesuche verringern – mit Umleitungen in die Telemedizin”, sagte Rüscher. Die Umsetzung ist jedoch Bundessache.

Föderalismusreform mit Herzstück Gesundheit

Rüscher rechnet “sehr” mit den nächsten Schritten im Reformprozess: “Es braucht mehr Steuerung aus einer Hand und nicht noch mehr Auseinanderdriften zwischen Sozialversicherung, Bund und Ländern.” Sie ergänzte: “Die Sozialversicherungen haben ein gutes Marketing.” Sie liefert Vergleichszahlen: Sozialversicherungen seien rund 900 Millionen Euro im Minus pro Jahr. “Die Spitäler sind bei sieben Milliarden Euro Minus – um das in die Waagschale zu legen.”

Aktuell verhandeln Bund, Länder, Gemeinden und Sozialversicherung über eine Neuordnung. Diskutiert werden mehrere Modelle: von Optimierungen im bestehenden System mit stärkerer Primärversorgung und Telemedizin bis hin zu einer stärkeren Bündelung von Leistungen und einer klareren Steuerung über den niedergelassenen Bereich. Eine weitreichende Reduktion von Spitalsstandorten gilt hingegen als unwahrscheinlich. Bis Juni soll mehr Klarheit bestehen, dann tagt die Landeshauptleutekonferenz in Tirol. Ab Juli übernimmt Vorarlberg in der heißen Verhandlungsphase den Vorsitz.

33 Wochen Wartezeit: Druck auf Vorarlbergs Spitäler wächst
Impressionen aus dem Landtag. VN/Stiplovsek
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