Mensch und Roboter: Dornbirner Gastroausstatter denkt die Küche neu

Vorarlberger Gastroausstatter wächst rasant – übernimmt bekannte Tischlerei, investiert in Robotik und KI und baut Standortnetz deutlich aus.
Dornbirn Der Schweizer Sven Wassmer erkochte sich im Grand Resort Bad Ragaz (Schweiz) drei Michelin-Sterne. Genauso wie der legendäre deutsche Sternekoch Jörg Sackmann tut er das in einer Küche, die in Vorarlberg geplant und gefertigt wurde. Das sind nur zwei von zahlreichen Sterneköchinnen und -köchen in Österreich und ganz Europa, die auf Qualität und Erfahrung aus Vorarlberg setzen. Es ist deshalb keineswegs vermessen, wenn die Firma FHE-Gastro sich auf der Homepage “Europas bevorzugter Partner für Premium-Gastronomieausstattung” nennt.

Die Referenzliste ist lang und bewegt sich keineswegs nur im Premiumbereich. Das Unternehmen, 1988 von sieben ehemaligen Franke-Mitarbeitern gegründet, stattet die Gastronomie aller Kategorien sowie Schulen, Krankenhäuser und Kantinen mit maßgeschneiderten Küchen aus: Als Komplettanbieter bekommen die Kunden eine von den Vorarlberger Profis geplante, produzierte und montierte Küche inklusive Service.
Kontinuierlich gewachsen
Der Gastro- und Hotelleriezulieferer, der z. B. auch die Red Bull Arena in Leipzig und den SAP Garden in München ebenso wie Center Parks ausstattet, hat trotz der kontinuierlichen Expansion nun einen weiteren Schub bekommen. Seit Anfang September 2025 hat die FHE Gastro Gruppe einen neuen Hauptgesellschafter. Die Trupp Group hält jetzt 65 Prozent der Anteile, Wolfgang Isenberg 33,5 Prozent und Robert Beck 1,5 Prozent. Gemeinsam führen Marco Trupp, Isenberg und Beck das Unternehmen.

Erst vor Kurzem hat sich der Gastro-Ausstatter bei der bekannten Dornbirner Tischlerei Hase & Kramer beteiligt. Ein weiterer Schritt, um die Position als Komplettanbieter weiter zu stärken. “Wir haben schon bisher eng mit Hase & Kramer zusammengearbeitet”, so Trupp, und die Möglichkeit, sich an dem Unternehmen zu beteiligen, ziele auch darauf, das regionale Handwerk zu fördern. Neben dieser Beteiligung hat FHE eine eigene Edelstahlproduktion in Langen, die hohe Qualität garantiere und jeglichen Sonderwunsch erfülle. Um nah bei den Kunden zu sein, wurden im vergangenen Jahr auch neue Niederlassungen in Salzburg, Wien und Altenmarkt eröffnet. 16 Standorte in Österreich, der Schweiz und Deutschland, wo im Dezember 2025 in Gengenbach (Schwarzwald) die FHE ProCulinar Gastro-Service GmbH gegründet wurde, sorgen dafür, dass die über 100 Servicetechniker immer in der Nähe der Kunden sind. “Von dort können wir auch im Elsass aktiv sein”, erklärt Trupp. Die Standorte können unabhängig und damit schnell agieren, betont Trupp.
KI und Robotik in der Küche
Doch nicht nur das Standortnetz wurde ausgebaut. Zusammen mit den Mitarbeitern, derzeit sind es rund 180, wurde eine Zukunftsstrategie entwickelt, die dem Profiküchenbauer auch in Zukunft seine Marktführerposition sichern soll. Sowohl die Künstliche Intelligenz als auch Robotik sind, so Trupp, Themen für die Gastronomie. Angesichts des Personalmangels und steigender Energiekosten müsse man alle Möglichkeiten, die Gastronomie und Hotellerie zu entlasten, ausloten. Wie das gelingen kann, ohne dass die Qualität leide, wird zusammen mit anderen Vorarlberger Firmen an innovativen Lösungen gearbeitet, auch mit der Fachhochschule Vorarlberg forsche man an Einsatzmöglichkeiten. “Wir wollen rechtzeitig gerüstet sein und echte Lösungen bieten.”

Bei all den Visionen achte FHE stets darauf, dass der Mensch im Mittelpunkt stehe. Die Mitarbeiter seien das Herz des Unternehmens, sie sind es, die den hohen Standard und die ausgezeichnete Kundenbindung geschaffen haben und weiter schaffen. Das spiegelt sich auch in der Auftragslage. “Wir haben ein gutes letztes Jahr gehabt, der Umsatz ist um 18,6 Prozent gewachsen.” 2025 hat FHE einen Umsatz von 45 Millionen Euro gemacht.