Transformation und Krisen: Vorarlberger Weltkonzern mit starkem Ergebniseinbruch

Markt / 16.07.2026 • 12:41 Uhr
Transformation und Krisen: Vorarlberger Weltkonzern mit starkem Ergebniseinbruch
Das Unternehmen stattet weltweit bekannte Unternehmen, Kulturinstitutionen und Sportstadien aus. Derzeit stottert der Markt.Fa

Das Dornbirner Industrieunternehmen kämpft gegen die Krise und für die Zukunft. Die Transformationsstrategie zeigt erste Ergebnisse.

Dornbirn Der Dornbirner Leuchtenkonzern Zumtobel Group leidet nach wie vor unter der schwachen Nachfrage in Europa, die neben den Schwierigkeiten und damit Sparmaßnahmen sowohl im Industriebereich als auch im kommunalen Bereich für einen Einbruch der Baubranche sorgte. Betroffen sind dadurch natürlich auch die Ausstatter der Gebäude. Und dazu zählt die Zumtobel Group. Das zeigt sich im Konzernumsatz, aber noch deutlicher im Ergebnis. Während der Umsatz um 5,2 Prozent auf 1040,4 Millionen Euro (Vorjahr: 1097,2 Mio. Euro) zurückging, ging der Nettogewinn auf 1 Mill. Euro zurück, nach 15,5 Mio. Euro ein Jahr zuvor.

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Zumtobel-Chef Alfred Felder: “Für das Geschäftsjahr 2026/27 liegt unser Fokus klar auf konsequenter Transformation, operativer Exzellenz und profitablen Wachstumsfeldern.Fa/Kreyer

Im Geschäftsjahr 2025/26 musste der international aufgestellte Konzern auch Sondereffekte in Höhe von 19,3 Mill. Euro verbuchen. Diese resultierten im Wesentlichen aus Restrukturierungsmaßnahmen, darunter die Schließung des US-Produktionsstandorts in Highland, New York, USA, die Einstellung der Produktionstätigkeit in Frankreich sowie Aufwendungen für das konzernweite Effizienzprogramm, informieren CEO Alfred Felder und CFO Thomas Erath. Darüber hinaus wirkten die Wertminderungen auf Entwicklungsprojekte sowie die Abschreibung des Firmenwerts der ZGE Components belastend, heißt es seitens des Konzerns.

Keine Dividendenausschüttung

Die Bilanz des Geschäftsjahres 2025/26 war denn auch für die Aktionäre bitter. Der Vorstand und der Aufsichtsrat empfehlen der Hauptversammlung am 25. September 2026, angesichts des nur leicht positiven Jahresergebnisses auf eine Dividendenausschüttung zu verzichten. Das schlägt sich natürlich auch im Aktienkurs nieder, doch Felder sieht bereits Licht: “Unsere Effizienzmaßnahmen zeigen erste Wirkung: Trotz rückläufiger Umsätze konnten wir unsere Bruttomarge verbessern und die Kostenbasis reduzieren.”

Umfassende Transformation

Die Zumtobel Group befinde sich in einer umfassenden Transformation, informiert Felder im Gespräch mit den VN, die das Unternehmen für die Zukunft rüsten soll. Zumtobel wandle sich vom reinen Leuchtenhersteller zum Anbieter datenbasierter Dienstleistungen, die Zeit, als die Kunden nur Leuchten verlangt haben, ist vorbei”, erklärt der Vorstandsvorsitzende. Nämlich ein Gesamtpaket rund um das Kernprodukt Licht. Beleuchtungssysteme werden intelligent – datenbasierte Informationen helfen dabei, nicht nur den Energieverbrauch zu senken, sondern verbessern auch die Arbeitswelt. Hinzu kommt die Kreislaufwirtschaft mit dem Ziel der Klimaneutralität. Produkte werden so designt, dass Materialien recycelt und Abfälle vermieden werden. Und die Cloud-Transformation, die ebenfalls unabdingbar im globalen Kundenbeziehungsmanagement sei und die Zusammenarbeit und Servicequalität verbessere. Jährlich investiere das Unternehmen 50 Millionen Euro in Innovation und Transformation.

Transformation und Krisen: Vorarlberger Weltkonzern mit starkem Ergebniseinbruch
Ein weiterer Wachstumsbereich ist die globale Sportbeleuchtung, im Bild die Bergisel-Schanze. Mit der Fifa-zertifizierten Flutlichtlösung Altis von Thorn verfüge man über eine starke Position im technologisch anspruchsvollen Sport-Segment. FA

Um aus den Krisen schlussendlich mit einem besseren Betriebsergebnis zu kommen, werde es auch Verschiebungen auf die verschiedenen Standorte geben, und es werde auch Verschiebungen zwischen den Standorten geben. So werden Bereiche künftig von den Niederlassungen in Portugal und Serbien übernommen. Die Kernkompetenzen werden aber am Hauptstandort Dornbirn bleiben. Es werden Arbeitsplätze abgebaut, allerdings werde das durch natürliche Fluktuation erfolgen, so Felder im Gespräch mit den VN. Pensionierungen und Abgänge werden nicht nachbesetzt, Kündigungen seien keine geplant. “Wir müssen auf die Interessen des Unternehmens achten. Damit wir wettbewerbsfähig bleiben, werden wir deshalb Leistungen an Low-Cost-Standorte verlagern.” Auf die Mitarbeiter in Vorarlberg lässt er nichts kommen. “Wir sind auf unsere Mitarbeiter in Dornbirn stolz. Sie haben eine gewachsene Innovationskultur und große Erfahrung und sind unserem Unternehmen oft schon lange treu.”