Wenn Geopolitik zum Geschäftsrisiko wird: Ulrike Franke beim Wirtschaftsforum

Ulrike Franke analysiert beim Vorarlberger Wirtschaftsforum, wie geopolitische Konflikte Unternehmen verändern.
Bregenz Geopolitische Konflikte spielen längst nicht mehr nur auf dem diplomatischen Parkett. Kriege, Machtverschiebungen und neue Abhängigkeiten verändern Lieferketten, Märkte und Investitionsentscheidungen. Für Unternehmen wird damit eine Frage immer wichtiger: Wie viel geopolitisches Risiko steckt eigentlich im eigenen Geschäftsmodell?
Zukunft der Kriegsführung
Mit dieser Entwicklung beschäftigt sich Ulrike Franke, Senior Associate Fellow am European Council on Foreign Relations in Paris. Die Expertin für europäische Sicherheits- und Verteidigungspolitik, neue Technologien und die Zukunft der Kriegsführung ist eine weitere hochkarätige Speakerin beim Vorarlberger Wirtschaftsforum am 12. November im Festspielhaus Bregenz.
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“Die Zeit, in der Unternehmen lediglich wirtschaftliche Akteure waren, ist vorbei”, sagt Franke. Unternehmen beeinflussen geopolitische Entwicklungen und werden gleichzeitig von ihnen geprägt. Entscheidungen über Produktionsstandorte, Technologien, internationale Partnerschaften oder Lieferanten können heute weitreichende strategische Folgen haben. Was auf den ersten Blick wie eine rein wirtschaftliche Entscheidung aussieht, kann damit schnell zu einer Frage der politischen und wirtschaftlichen Sicherheit werden.
KI, Drohnen und Cybertechnologie
Franke analysiert, wie sich Europas Sicherheitsinteressen verändern und welche Rolle neue Technologien dabei spielen. Dabei geht es nicht nur um die klassische Frage militärischer Stärke. Künstliche Intelligenz, Drohnen, Cybertechnologie oder der Zugang zu kritischer Infrastruktur verändern auch die Art, wie Konflikte ausgetragen werden – und damit die Rahmenbedingungen, unter denen Unternehmen agieren.

Breites Themenspektrum
Damit fügt sich Frankes Perspektive in das breite Themenspektrum des Vorarlberger Wirtschaftsforums ein. Franz Schellhorn, Direktor des Thinktanks Agenda Austria, nimmt die österreichische Wirtschafts- und Finanzpolitik unter die Lupe und fragt, wie lange sich ein Staat leisten kann, über seine Verhältnisse zu leben. Alpla-CEO Philipp Lehner stellt in seiner Keynote “Führung gegen den Mainstream” die Frage, wie Führung in einer von E-Mails, Meetings und digitalen Tools geprägten Arbeitswelt wirksam bleiben kann.

Juliane Hefel, Senior Vice President bei PPG Industries, bringt ihre Erfahrungen aus mehr als 20 Jahren internationaler Führungstätigkeit ein. Sie spricht über Innovation, Künstliche Intelligenz und die Fähigkeit von Unternehmen, Veränderung aktiv zu gestalten. Sebastian Kurz wiederum beschäftigt sich als Co-Founder und President von DREAM mit souveräner KI und Cybersicherheit. Gemeinsam mit dem ehemaligen “profil”-Chefredakteur Christian Rainer diskutiert er darüber, wie Europa bei Technologie und Künstlicher Intelligenz mehr Kontrolle und Eigenständigkeit gewinnen kann.

Deep Dives in kleineren Gruppen
Neben den Keynotes und Gesprächen bietet das Vorarlberger Wirtschaftsforum auch heuer sogenannte Deep Dives. In kleineren Gruppen können die vier Schwerpunkte Innovation, Künstliche Intelligenz, Politik und Finanzen mit Expertinnen und Experten vertieft und konkrete Fragen diskutiert werden. So soll aus den großen Themen des Tages auch ein Austausch entstehen, der näher an der unternehmerischen Praxis liegt.

Das Vorarlberger Wirtschaftsforum findet am 12. November im Festspielhaus Bregenz statt. Alle Infos und Tickets unter https://wirtschaftsforum.vn.at