Noch 100 Tage bis zum Vorarlberger Wirtschaftsforum

Juliane Hefel, Philipp Lehner und Franz Schellhorn beleuchten unterschiedliche Perspektiven auf die Zukunft des Standorts.
Bregenz Steigende Staatsausgaben, der rasante Wandel durch Künstliche Intelligenz, neue Anforderungen an Führungskräfte und ein immer intensiverer internationaler Wettbewerb – Unternehmen stehen derzeit vor tiefgreifenden Veränderungen. Antworten darauf will das Vorarlberger Wirtschaftsforum liefern, das am 12. November im Festspielhaus Bregenz stattfindet. Rund 100 Tage vor der Veranstaltung stehen die ersten Hauptreferenten fest: Der Ökonom Franz Schellhorn, Alpla-CEO Philipp Lehner und die aus Vorarlberg stammende Topmanagerin Juliane Hefel bringen drei unterschiedliche Perspektiven auf die Zukunft des Wirtschaftsstandorts mit.

Wer zahlt die Rechnung?
Franz Schellhorn ist Direktor des unabhängigen Thinktanks Agenda Austria. Unter dem Titel “Wirtschaftspolitik auf Rechnung. Wir zahlen später.” beschäftigt sich der frühere Wirtschaftsressortleiter der “Presse” mit einem Thema, das Österreich derzeit besonders bewegt: den Staatsfinanzen. Seine Analyse fällt deutlich aus. Trotz der dritthöchsten Staatseinnahmen in der Eurozone schreibt Österreich eines der höchsten Defizite.
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Die Ursachen sieht Schellhorn in ausbleibenden Strukturreformen und stetig steigenden Ausgaben. Seine zentrale Frage lautet: Wie lange kann sich ein Staat leisten, über seine Verhältnisse zu leben – und welche Folgen hat das für Unternehmen, Beschäftigte und die nächste Generation?

Wie Führung gelingen kann
Einen anderen Blick auf die Herausforderungen von morgen wirft Philipp Lehner. Der CEO des Vorarlberger Verpackungsspezialisten Alpla, der mit rund 24.000 Mitarbeitenden im vergangenen Jahr einen Umsatz von 5,2 Milliarden Euro erzielte, stellt in seiner Keynote “Führung gegen den Mainstream” gängige Managementmethoden infrage. Für Diskussionen sorgt derzeit seine Entscheidung, Führungskräfte verstärkt mit einem Papierkalender arbeiten zu lassen.
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Was zunächst wie ein Schritt zurück wirkt, versteht Lehner als bewussten Gegenentwurf zur digitalen Reizüberflutung. Statt permanent auf E-Mails, Chats und Termine zu reagieren, geht es darum, wieder mehr Zeit für strategisches Denken, Prioritäten und wirksame Führung zu gewinnen. Sein Vortrag beschäftigt sich deshalb weniger mit Analog gegen Digital als mit der Frage, wie Führung in einer immer komplexeren Arbeitswelt gelingen kann.

Veränderungen aktiv gestalten
International geprägt ist auch die Karriere von Juliane Hefel. Die gebürtige Feldkircherin verantwortet als Senior Vice President bei PPG Industries eine globale Business Unit mit mehr als 1300 Mitarbeitenden an über 50 Produktions- und Forschungsstandorten. Der US-Konzern zählt mit rund 43.000 Beschäftigten zu den weltweit führenden Anbietern von Farben, Beschichtungen und Spezialmaterialien. Hefel spricht beim Wirtschaftsforum über Innovation, Künstliche Intelligenz und Veränderungsprozesse. Aus ihren Stationen in Europa, Asien und den USA bringt sie Erfahrungen mit, wie Unternehmen Wandel erfolgreich gestalten können. Für sie entscheidet nicht allein die Technologie über den Erfolg, sondern vor allem die Bereitschaft, Veränderungen aktiv anzunehmen und Mitarbeitende auf diesem Weg mitzunehmen.
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Tief in Themen eintauchen
Neben den Keynotes und den vier Themenschwerpunkten Innovation, Künstliche Intelligenz, Politik und Finanzen setzt das Vorarlberger Wirtschaftsforum auch heuer auf vertiefende “Deep Dives”. In kleineren Gruppen können Teilnehmerinnen und Teilnehmer mit Experten zentrale Themen intensiver diskutieren und praktische Impulse für den eigenen Unternehmensalltag mitnehmen.
Vorarlberger Wirtschaftsforum: 12. November 2026 im Festspielhaus Bregenz; Infos und Tickets unter: wirtschaftsforum.vn.at