Fünf Brauereien wollen gemeinsam Bier zapfen

Markt / 25.09.2026 • 15:19 Uhr
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Gemeinsam auf einer besseren Basis. Das Schankgeschäft von Privatbrauern soll in einem gemeinsamen Unternehmen gebündelt werden.Fa

Österreichische Privatbrauereien bündeln Geschäft mit Schankanlagen – auch die Mohrenbrauerei im neuen Unternehmen.

Dornbirn, Salzburg Ein gut gezapftes Bier ist für eine Brauerei die beste Visitenkarte. Doch nicht nur für die Biertrinker ist ein gutes offenes Bier eine wichtige Sache, auch für die Brauereien ist die Schank ein eminent wichtiges Geschäftsinstrument. Meist wird die Anlage den Gastronomiebetrieben in Miete, per Leasing oder sogar kostenlos zur Verfügung gestellt. Dafür verpflichten sich die Wirtinnen und Wirte im Gegenzug zur Abnahme der Produkte und meist auch weiterer Getränke. Klar, dass man dieses Geschäft nicht aus der Hand geben will, zumal in Österreich ein harter Wettbewerb herrscht, wie die Marktanteile zeigen: Die Brauunion ist dominierender Platzhirsch mit 15 Biermarken und einem Marktanteil von 63 Prozent. Zudem geht nicht nur international, sondern auch in Österreich der Bierkonsum zurück.

Das erfordert für die 48 im Verein Österreichischer Privatbrauereien organisierten Erzeuger, die zusammen einen Marktanteil von 34 Prozent haben (3 Prozent sind weitere Brauereien), eine tragfähige Struktur und vor allem ein optimiertes Kostenmanagement. Das hat jetzt fünf Brauereien zu einem gemeinsamen Schritt bewogen. Sie wollen das Schankanlagengeschäft zusammenführen. Die Stieglbrauerei Salzburg, die größte Privatbrauerei in Österreich, sowie die Brauereien Zwettl, Murau, Hirt und die Dornbirner Mohrenbrauerei haben geplant, diesen Geschäftsbereich zusammenzulegen. Stiegl beteiligt sich mit 20 Prozent, die übrigen vier Brauer halten jeweils zehn Prozent an der im April gegründeten Schankwerk GmbH. Weiterhin wird Andreas Kammerlander mit 40 Prozent, der die Firma gründete und ihr Geschäftsführer ist, am neuen Unternehmen beteiligt sein.

Wettbewerbsbehörde prüft

Doch ob der Zusammenschluss zustande kommt, hängt noch an der Bundeswettbewerbsbehörde (BWB). Bis 9. Oktober kann “jedes Unternehmen, dessen rechtliche oder wirtschaftliche Interessen durch den Zusammenschluss berührt werden, noch Einspruch gegen diesen Zusammenschluss erheben”, wie die BWB informiert. Die Brauereien planen, “ihr jeweils eigenes Geschäft betreffend Schankanlagen und deren Servicierung zugunsten der Schankwerk GmbH aufzugeben”. Thomas Pachole, Geschäftsführer der Mohrenbrauerei, darf zum geplanten gemeinsamen Unternehmen erst nach der Entscheidung der BWB zu der Kooperation Stellung nehmen, wie er auf Anfrage der VN mitteilte.